Das 2-Personen-Zelt Tatonka Kiruna im Bergleben-Test 2016



Das sagt der Hersteller:
Wenn auf einer Trekkingtour jedes Gramm zählt, wählt man das kompakte 2-Mann-Zelt Kiruna aus der Expert-Serie von Tatonka. Das Tunnelzelt mit Fronteingang und kleiner Apside ist sehr leicht und robust, und, mit der Schmalseite zum Wind aufgebaut, äußerst windstabil.

Das Außenzelt des Kiruna besteht aus äußerst reißfestem, 5-fach silikonbeschichtetem Nylon 6.6 Ripstop-Gewebe. Der wasserdichte Zeltboden aus PU-beschichtetem Nylon besitzt eine Wassersäule von 10.000 mm und schützt optimal vor Nässe von unten. Das Scandium-Gestänge ist durch die spezielle Legierung sowohl leichter als auch bruch- und biegefester als herkömmliches Aluminiumgestänge. Das 2-Personen-Zelt wird mit zwei Gestängebögen aufgestellt, der optimierte Zeltschnitt mit dem verkürzten hinteren Gestängebogen spart dabei Gewicht.

Innen- und Außenzelt des Tunnelzeltes sind miteinander gekoppelt und werden unkompliziert gemeinsam aufgestellt. Beim Abbau des Zeltes bei Regen, kann das Innenzelt ausgehängt und separat und trocken verstaut werden. Beim nächsten Aufbau stellt man dann zuerst das Außenzelt auf und hängt anschließend das trockene Innenzelt ein.

Ausstattung:
- Tunnelzelt mit zwei Gestängebögen
- Verkürztes hinteres Zeltgestänge
- Apside mit Fronteingang
- Zwei verschließbare Lüfter im Außenzelt, beide von innen bedienbar
- Reflektierende Zeltleinen
- Praktische Packhilfe für Zeltleinen
- Verstärkte Eckpunkte mit Gurtbandschlaufen
- Eingang in das Innenzelt mit separat verschließbarem Moskitofenster
- Zwei Einstecktaschen im Innenzelt neben dem Eingang
- Bequeme Einstecktasche in Greifhöhe am Fußende
- Wäscheleine im Innenzelt
- Lüfter im Innenzelt
- Scandium-Zeltgestänge
- Größenvariable Gurtbandschlaufen
- Inklusive Packsäcke für Zelt und Gestänge

Das sagt die Bergleben.de-Redaktion:
Das Kiruna ist ein Dauerbrenner von Tatonka und schon einige Jahre am Markt. Das Tunnelzelt wiegt 2370 Gramm und gehört damit eher zu den leichteren als zu den schwereren in unserem Test. Der Zeltboden bietet eine Wassersäule von 10.000mm, das ist der Top-Wert in unserem Zelt. Die Außenplane bietet hingegen "nur" 1.500mm Wassersäule.

Aufbau
Der Aufbau des Tatonka Kiruna gelingt einfach und leicht - mit einer Einschränkung: Wie bei anderen Tunnelzelten im Test gibt es zwei Stangen, die man ohne große Mühen zusammensteckt. Die Stangen sind dabei unterschiedlich lang. Leider steht in der recht ausführlichen Anleitung (Tatonka liefert ein ausführliches Zelt-Manual + eine konkrete Aufbauanleitung, die direkt am Zelt hängt) nicht drin, welche Stange in welchen Stangenkanal gehört: "Einführung der Zeltbögen in die Kanäle: Schieben Sie die Gestängebögen in die Kanäle. ..". Für Laien ist nun leider nicht sofort klar, wo die längere und wo die kürzere Stange eingeschoben werden muss. Das hätte man unserer Meinung nach farblich markieren können, um den Aufbau zu erleichtern (beide Stange sind silbern).

Ansonsten funktioniert der Aufbau wie bei anderen Tunnelzelten auch: Die verbundenen Außen- und Innenzelte werden auf den Boden gelegt, die Zeltbögen durch die Gestängekanäle geschoben, das Zelt an einem Ende fixiert und die Bögen aufgestellt. Dann folgt die Verankerung im Boden und das Abspannen, was uns bei anderen Zelten etwas besser gelang. Zwar lassen sich die klassischen V-Heringe besser als die anderen Heringe im Test mit der bloßen Hand versenken, allerdings muss man zunächst Schlaufen/Knoten in die Leinen machen, da man die Schnur nicht wie bei Y-Heringen einfach drumwickeln kann. Zudem fiel es uns trotz aller Bemühungen schwer, das Zelt so aufzustellen, dass es top abgespannt aussah. Das liegt aber wohl vor allem an dem knittrigen Außenmaterial und weniger daran, dass das Zelt nicht stabil aufgestellt werden kann. Sehr gut: Die Schnallen und Riemen, mit denen man das Zelt zusätzlich spannen kann, sind leicht bedienbar und machen einen zuverlässigen Eindruck.

Tatonka Kiruna

Ausstattung, Raumgefühl, Ein- und Ausgang
Beim eher kleinen und auf Gewicht getrimmten Kiruna von Tatonka gelangt man zentral von vorn in das Außenzelt. Der Reißverschluss auf der linken Seite lässt sich gut öffnen, nur beim letzten Stück im Bereich der Lüftungsöffnung kommt man nicht so gut dran und es besteht die Gefahr, dass sich der Reißverschluss kurz verhakt. Der Eingang des Außenzeltes wird mit Hilfe von maximal drei Bändern und Schlaufen seitlich fixiert, was wir als etwas umständlich empfanden.

Der Innenraum ist merklich kleiner als zum Beispiel bei den Zelten von Nordisk oder Hilleberg. Das trifft auch auf die Höhe zu, beim Sitzen stößt man schnell an die Zeltdecke und am Eingang ist tiefes Bücken angesagt. Zwei normalgroße Isomatten passen zwar ins Zelt, überlappen aber im sich verjüngenden Fußbereit - hier empfehlen sich Isomatten, die im Fußbereich schmaler werden. Sehr gut gefallen haben uns die Reißverschlüsse und die Spannung des Innenzeltes im Kopf- und Eingangsbereich: Der Innenzelt-Eingang lässt sich ohne große Mühen mit einer Hand bedienen. Ebenfalls schön, obwohl insgesamt etwas kleiner als die meisten anderen im Test: Innen ist es schön hell, so dass man sich auch bei wenig Tageslicht gut zurecht findet bzw. viel Licht hat. Das lässt das Innenzelt dann doch auch etwas größer wirken, als er tatsächlich ist, und sorgt für ein recht angenehmes Raumgefühl.

Die Apsis des Kiruna ist übrigens relativ klein, muss sich aber hinter ähnlichen Zelten im Test nicht verstecken. Zwei Rucksäcke und zwei Paar Schuhe solltet ihr unterbringen können, viel mehr allerdings nicht.

Der Innenraum des Kiruna bietet ein paar Features: Neben dem großflächigen Eingang finden sich zwei (leider recht labbrige) Taschen, an der Zeltdecke zwei Wäscheleinen, die man auch gut straff spannen kann. Zudem gibt es gleich sechs Schlaufen, um etwas aufzuhängen. Schade, dass wir beim Innenzelt trotz aller Bemühungen ein paar wenige Spannungs-Schwachpunkte ausmachten und es nicht als superstraff empfanden - hier liegt das Kiruna aber im Mittelfeld des Tests, es gab schlechter und besser gespannte Innenzelte.

Stabilität & Belüftung
Das Kiruna machte in unserem Windttest einen stabilen Eindruck und lässt sich von Windstärken bis 60/70 km/h nicht aus der Ruhe bringen (siehe Video im Einleitungsartikel). Die Außenwände sind insgesamt etwas weniger gespannt als bei anderen Zelten im Test, das wirkt sich aber nicht negativ auf die Gesamtstabilität aus. Wohl aber auf die Geräuschkulisse, das recht laute Material des Kiruna raschelt im Wind hörbar.

Tatonka Kiruna

Bei der Belüftung hat sich Tatonka ein spannendes Zugsystem einfallen lassen. Am Außenzelt gibt es Luftkanäle mit eine Zugsystem, die auch von Innen bedienbar sind. Eigentlich keine schlechte Konstruktion, wir empfanden den Luftstrom durch die schmalen Löcher aber als etwas zu gering. Man hat zwar am Innenzelteingang einen Extra-Reißverschluss, um den Eingang halb zu öffnen bzw. so zu öffnen, dass man ein Netzgitter und dementsprechend guten Luftdurchlass hat, im Fußbereich ist die Öffnung aber unserer Meinung nach etwas zu klein gehalten. Dennoch ein gut bedienbares System, dass sich Tatonka hat einfallen lassen. Fazit: Gutes Trekkingzelt mit wenig Gewicht, das schnell aufgebaut und auf Tour ein solider und stabiler Begleiter. ist. Aufgrund kleinerer Kritikpunkte in diesem Jahr leider keine Kauftipp-Empfehlung von uns, die heimsten zwei andere Zelte ein.

Alle Bilder des Tatonka Kiruna gibt es hier!

Mehr Infos zum Tatonka Kiruna gibt es hier ...