Das 2-Personen-Zelt Jack Wolfskin Exolight II im Bergleben-Test 2016



Das sagt der Hersteller:
Windstabiles, leichtes Lager für deine Trekkingtouren: Unser EXOLIGHT II ist ein Zwei-Personen-Zelt, das sich schnell und einfach aufbauen lässt. Es ist so leicht, dass es sich hervorragend als Trekkingzelt eignet. Die windstabile Konstruktion basiert auf einem zusammenhängenden Gestängesystem aus leichtem Aluminium, das wir gemeinsam mit den Spezialisten von DAC entwickelt haben. In dieses Gestänge hängst du das Außenzelt schnell und einfach per Clipfixierung ein. Dein Vorteil bei schlechtem Wetter: Innen- und Außenzelt sind miteinander verbunden und müssen nicht separat aufgebaut werden. Das Außenzeltmaterial haben wir innen mit PU und außen mit Silikon beschichtet. Dadurch ist es absolut wasserdicht und sehr reißfest.

- Eingänge: 2
- Personen: 2
- Innenzelt-Maße: [L x B x H] 215 x 120/100 x 100 cm
- Vorraum-Tiefe: 60 cm
- Packmaß: 45 x 13/11 cm
- Gewicht: 2070 g (reduziertes Gewicht: 1760 g)
- Innen-/Außenzeltkombination
- 2 Apsiden
- 2 Eingänge mit Moskitonetz
- 2 im Eingang integrierte Belüftungen
- 4 Innentaschen
- herausnehmbares Deckenfach (GEAR LOFT)
- 11 Leichtheringe, 5 Abspannleinen
- Reflektoren an wichtigen Abspannpunkten und Reißverschlüssen
- Außenzelt: sehr leichtes, sehr reißfestes und beidseitig beschichtetes Nylongewebe mit getapeten Nähten (SILICONIZED HT NYLON RIPSTOP 20D, Wassersäule 1500 mm)
- Innenzelt: feines, besonders leichtes Moskitonetz (MOSQUITO MESH 15D)
- Boden: sehr leichtes, beidseitig beschichtetes Gewebe (HYDROFILM SILICONISED NYLON 40D, Wassersäule 5000 mm)
- Rahmen: sehr leichter Gestängeverbund aus Aluminium mit variierenden Durchmessern für bessere Stabilität (DAC FEATHERLITE NSL)
- Rollpacksack

Das sagt die Bergleben.de-Redaktion:
Das Exolight II von Jack Wolfskin ist ein spannend konstruiertes und leichtes Trekkingzelt, dass nur knapp über zwei Kilogramm Gewicht mitbringt und für 449,95 € (UVP) verkauft wird. Es hat einen schmalen Packsack und nimmt im Rucksack nicht allzu viel Platz weg. Mit Wassersäule-Werten von 1500mm beim Außenzelt und 5000mm am Zeltboden übertrifft es offiziell die Schwelle der Wasserdichtigkeit, bietet aber nicht ganz so hohe Werte wie manch anderes Zelt im Test.

Aufbau
Das Exolight II verfügt über eine interessante Stangenkonstruktion, die auf den ersten Blick einen komplizierten Aufbau vermuten ließe. Aber, Überraschung: Der Aufbau ist eigentlich simpel und schnell gemacht, denn das Konzept stimmt. Allerdings mit einer Einschränkung: Die Abspannleinen müssen beim ersten Aufbau eigenständig befestigt werden - und das dauert. Hier hätte man dem Kunden recht viel Arbeit ersparen können, denn das Auseinanderfriemeln der Leinen sowie das Befestigen am Zelt benötigt beim Erstaufbau doch einige Minuten Zeit. Der erste Aufbau ist also nicht mal eben schnell gemacht, wenn die Leinen aber einmal montiert sind, dann geht es eigentlich recht fix.

Jack Wolfskin Exolight

Zunächst wird das Zelt hingelegt und an den Ecken mit Heringen am Boden fixiert. Das Gestänge ist zusammenhängend und wird zunächst zusammengebaut und richtig herum auf das Zelt gelegt (wie genau, wird in der Anleitung gut beschrieben). Dann wird das Gestänge aufgestellt/eingespannt und das Zelt mit Hilfe von Haken an das Gestänge gehängt. Das funktioniert relativ gut und ist nicht sehr kompliziert, benötigt aber relativ viele Handgriffe. Abschließend wird mit nur wenigen Abspannleinen das Zelt final gespannt, zudem gibt es noch Riemen mit Schnallen, um das Außenzelt straff zu ziehen. Diese machen aber im Vergleich mit den anderen Zelten im Test leider einen eher billigen Eindruck und wirken nicht sehr widerstandsfähig.

Die Y-Heringe des Exolights lassen sich ganz gut auch ohne Hilfsmittel in weichen Untergrund stecken. Sie sind im Gegensatz zu den fast baugleichen Heringen von Hilleberg nicht mit Bandschlaufen versehen, allerdings haben sie Löcher, um bei Bedarf etwas einzuhängen und die Heringe so besser aus dem Boden ziehen zu können.

Ausstattung, Raumgefühl, Ein- und Ausgang
Das Exolight II bietet zwei Eingänge mit jeweils eigener, sehr kleiner Apsis. Unsere Tester waren sich nicht einig: Für die einen sind zwei Eingänge bei einem Zelt dieser Größe eher unnötig, die meisten aber fanden die Aufteilung mit zwei kleinen Apsiden und zwei Eingängen gar nicht schlecht. Zwar fehlt zum Beispiel ein etwas größerer Platz, um auch mal einen Kocher aufzubauen, dafür können nachts beide Personen im Zelt dieses recht einfach und schnell verlassen, ohne den anderen groß zu stören.

Die Eingänge des Außenzeltes sind groß und lassen sich nach dem Öffnen seitlich zusammenrollen und mit einer Schlaufe, die aber leider nicht elastisch ist, einhängen. Auch hier gilt: Konzeption ist gut, aber man scheint etwas an Details gespart zu haben. Das Gefühl hatten wir nämlich auch bei den Reißverschlüssen, die keineswegs schlecht sind, aber eben keine Top-Qualität haben - was wir bei einem Zelt für 450 Euro aber schon erwarten. Ein weiteres Problem zeigt sich beim Versuch, das Innenzelt mit einer Hand aufzumachen. Die Reißverschlüsse haken, wenn man von unten nach oben aufmachen möchte. Das liegt daran, dass man das Zelt mit nach oben zieht, es etwas an Spannung beim Innenzelt. Man muss also die zweite Hand hinzunehmen oder ganz vorsichtig zu Werke gehen - beides ist nicht optimal.

Jack Wolfskin Exolight

Der Boden des Innenzeltes wirkt wie bei anderen Zelten im Test sehr dünn, ohne eine Zeltunterlage sollte man das Zelt wohl nur auf einer Wiese verwenden. Trotz ausreichend großer Innenfläche wirkt das Raumangebot nicht besonders groß, das ist etwas schade. Das Problem: Dadurch, dass das Gestänge Außen liegt, das Außenzelt daran hängt und dann das Innenzelt nochmal am Außenzelt hängt, verringert sich das Gesamtplatzangebot erheblich. Dementsprechend fühlt sich der Innenraum deutlich kleiner und schmaler an, als es die Außenmaße des Zeltes vermuten ließen. Zudem hängt das Innenzelt im mittigen Bereich recht deutlich durch, da fehlt merklich etwas Spannung. Somit ist die ohnehin schon eher kleine Fläche, die gerade so unsere beiden Isomatten nebeneinander liegen lässt, räumlich eher noch kleiner. Nach oben hin hat man zwar recht viel Platz, seitlich wirkt es doch recht eng, so dass das Innenzelt insgesamt kleiner wirkt als bei ähnlichen Zelten im Test.

Punkten kann das Exolight II mit einer guten Ausstattung: Es gibt im Innenzelt fünf kleine Ringe, an denen man etwas Aufhängen kann und die auch genug Gewicht halten, da sie direkt in der Verlängerung von Aufhängpunkten platziert sind. Sie können entweder einzeln genutzt werden oder alternativ mit einem Netz, dass man oben als Ablage installieren kann. Dort kann man dann zum Beispiel sein Handy hineinlegen. Allerdings wird der Platz nach oben dadurch natürlich wieder beschränkt. Wie alle anderen Zelte im Test auch hat das Exolight auf beiden Seiten am Eingang jeweils eine Tasche, um den Eingang zu verstauen - wie auf den Fotos zu sehen ist, waren die Taschen bei unserem Testzelt aber ziemlich labberig. Sehr gut: Es wird ein Reparaturset mit verschiedenen Stofffetzen und einem Kleber mitgeliefert, um Löcher im Zelt zu flicken!

Stabilität & Belüftung
Obwohl wir in Bezug auf die Windstabilität aufgrund der Konstruktion zunächst skeptisch waren, schlug sich das Exolight II hier sehr gut, wie man im Video im Einleitungsartikel erkennen kann. Hier schlug es sich sogar besser als manch ein Tunnelzelt, wirkte sehr stabil.

Das Zelt von Jack Wolfskin hat im mittleren Bereich durchgängig nur einen Netzstoff und keine Möglichkeit, es zusätzlich zu schließen. Im Sommer ein klarer Vorteil, da viel Luft in das Zelt kommt, wenn man die Eingänge nicht komplett schließt. Im Herbst oder Frühling, wenn die Nächte noch schön knackig sein können, sollte man auf jeden Fall einen dicken Schlafsack dabei haben, denn die Kälteisolation ist eher gering. Die Belüftung bewerteten wir insgesamt als gut bis sehr gut, allerdings gibt es keine separate Belüftungsöffnung im Außenzelt, sondern man kann bei Bedarf den Eingang von oben öffnen und sich somit eine Öfnung schaffen.

Fazit: Ein interessantes Zelt mit einem spannenden Design und insgesamt wahrlich kein schlechtes. Dennoch empfanden wir andere Zelte im Test als hochwertiger und mit besserem Platzangebot als das Jack Wolfskin Exolight II.

Alle Bilder des Jack Wolfskin Exolight II gibt es hier zu sehen!

Mehr Infos zum Jack Wolfskin Exolight II gibt es hier ...