Mögt ihr das Geräusch von Regentropfen? Das Pochen des Wassers, das auf einer Außenhaut abprallt, während ihr selbst trocken bleibt? Dann seid ihr womöglich ein guter Tester für Regenjacken, denn dabei darf man keine Berührungsängste mit Wasser haben! Aber zum Anfang: Regenjacken sind ein Kernmarkt der Outdoor-Branche und haben sich längst bei einem größeren Publikum durchgesetzt, als nur bei Hardcore-Trekkern oder anderen Outdoor-Profis. Urban Outdoor ist ein Wachstumssektor. Und daher suchten wir diesmal speziell nach Allround-Regenjacken, die auch in Alltagssituationen voll tauglich sind und dabei preislich einigermaßen im Rahmen bleiben.

Die Ausschreibung zu unserem Regenjackentest 2015 besagte: "Wir suchen für unseren Vergleichstest: eine besonders alltagstaugliche Regenjacke. Sie muss nicht ultraleicht sein, verbindet aber Komfort, Leichtigkeit und geringes Packmaß mit guten Klimaeigenschaften und ist wasser- und winddicht. Die Jacke sollte somit im Alltag genauso wie auf Touren einsetzbar sein. Es ist kein Einsatz im hochalpinen Bereich angesetzt. Die Jacken sollten für normale Wander- und einfache Trekkingtouren geeignet sein. Um ein vergleichbares Testfeld zu gewährleisten, sollte eine Preisobergrenze (UVP) von 350 Euro nicht überschritten werden. "

Es ging uns also nicht um extreme Anforderungen an das Material - Abrieb und Atmungsaktivität standen nicht an erster Stelle. Entsprechend bekamen wir einige 2,5 und 3-Lagen Jacken eingesandt, die zu diesem Profil passten. Um die Bedingungen fair zu halten, haben wir je eine davon mit unserem Kauftipp ausgezeichnet. Teilgenommen haben die Marken Adidas, Berghaus, Jack Wolfskin, Marmot, Norrøna, Odlo, Outdoor Research, Tatonka, Schöffel und Vaude.

Wie haben wir getestet?

Die Jacken wurden vorwiegend im Mai auf Touren und in Alltagssituationen getragen. Unsere Tester gingen dabei einen Bewertungskatalog zu Schnitt und Tragekomfort durch und benoteten auch die Features der Jacke. Für die Alltagssituation musste ein handelsübliches Smartphone und ein Hausschlüssel in der Jacke transportiert werden, für die Tour eine Karte. Wir simulierten Starkregen mittels eines Wasserschlauchs - die Jacken mussten sowohl frontal als auch seitlich mehrminütige Breitsalven abkönnen. Wir haben zudem das Gewicht ermittelt, dass die Jacken direkt nach dem 'Regenguss', also nass, und ca. 45 Minuten später aufwiesen. Hier unterscheiden sich im ersten Test 3-Lagen Jacken von 2,5 Lagen Modellen - das Wasser perlte an ersteren schneller ab, aber bereits beim zweiten Test lag die Gewichtszunahme bei allen Modellen zwischen 8 und 11 Gramm, das sind gute Werte. Unsere Tester bewerteten dabei noch subjektiv das Sichtfeld, bzw. den Gesichtsschutz bei Starkregen von vorn und der Seite. Außerdem musste eine Nahtstelle der Jacke für zehn Minuten eine bestimmte Wassermenge (im Wasserbad) abweisen - danach bewerteten wir die (in der Regel nicht vorhandene) Durchfeuchtung.

Ein allgemeines und vorangestelltes Fazit: Alle Testprodukte sind taugliche Regenjacken. In diesem Testfeld stellten wir zudem ein sehr hohes Verarbeitungsniveau fest - welches auch unbedingt nötig ist, um Wasserdichtigkeit zu gewährleisten. Dafür zahlt der Kunde immerhin zwischen 200 und 350 Euro. Die Jacken hatten jedoch recht unterschiedliche Charakteristika, die wir anhand unseres Testkatalogs nicht immer nur positiv bewerten konnten. Die Gewinner hier passten schlicht am besten zu unserer Spezifikation, bei der niedriges Gewicht z.B. weniger gewichtet wurde als Tragekomfort, Ausstattung und Nässeschutz. Für euch können die anderen Vertreter dennoch interessant sein.  

Jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Klicken durch unsere Testkandidaten!