Die riesige Gruppe von Wanderern in Deutschland - aktuell geben über 30 Millionen Menschen an, regelmäßig zu wandern - hat sehr unterschiedliche Ansprüche. Das betrifft nicht nur die Touren, die man unternimmt, sondern auch das Material. Manche wandern einfach drauf los, egal was sie gerade an- oder dabeihaben. Das Gros der Wanderer ist aber materialaffin und möchte auf unnützes Equipment gerne verzichten - denn schließlich muss man jedes Gramm, das man an sich trägt, über mehrere Stunden fortbewegen. Im Bereich der Wanderschuhe hat sich das Anforderungsprofil und das Angebot in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Vor allem in Bezug auf das Gewicht: Dicke Bergschuhe mit einem Gewicht von über einem Kilogramm pro Schuh werden heute vor allem von alpinen Bergwanderern gekauft. Wer eher gemäßigt unterwegs ist, der setzt heute meist auf leichtere Schuhe. Und die Hersteller bieten immer mehr davon. Egal ob Halbschuh oder Stiefel, mit wasserfester Membran oder ohne, viele Wanderschuhe wiegen heute bereits weniger als 500 Gramm. Aber geht das überhaupt, eine gute Laufperformance, ausreichend Schutz, Dämpfung, Tragekomfort, Grip und Stabilität bei so wenig Gewicht? Wir wollten es herausfinden und haben acht Modelle getestet. Unsere Anforderung an die Hersteller sah dabei so aus:

"Die eingelieferten Produkte sollten die Zielgruppe des Wanderers ansprechen, der sportliche Wandertouren/Tagestouren unternimmt, ohne dabei Trailrunner zu sein, und dabei auf das Gewicht seines Materials achtet. Es geht um Wandern, aber gleichzeitig um Gewichtsersparnis, sportliches Gehen und zügige Fortbewegung auf Wegen und im Gelände. Die Zielgruppe ist erfahren und trittsicher, die Schuhe müssen also nicht unbedingt Knöchelhöhe übersteigen. Neben Gewicht, Sohle, Aufbau des Schuhs, Stabilität, Trittgenauigkeit, Grip auf verschiedenen Untergründen spielen bei unserer Bewertung natürlich auch Verarbeitung, Materialeindruck, spezielle Features, Preis-Leistung und Stil eine Rolle. "

Leicht, aber bitte ein kompletter Wanderschuh

Mit diesen Vorzeichen bekamen wir von den verschiedenen Herstellern insgesamt acht Modelle zur Verfügung gestellt. Einige Firmen setzten auf sehr leichte Sportschuhe, andere auf festere Halbschuhe, wieder andere auf knöchelhohe Modelle. So flexibel und uneinheitlich wie die Marken dürfte sich in der Realität auch die Käuferschicht aufstellen: Der eine will doch mehr Halt und nimmt das Mehrgewicht in Kauf, der andere mag es sehr sportlich, der dritte zieht einen Zustiegsschuh vor. In diesem Testfeld sollte sich also für eine ganz unterschiedliche Gruppe an Wanderern das passendes Modell finden. Mit von der Partie sind die Marken Merrell, The North Face, Keen, Dynafit, Mammut, La Sportiva, Salewa und Haglöfs.

Wie haben wir getestet?

Die Schuhe wurden im Mai auf verschiedenen Touren im hessischen Bergland, im Allgäu und im Sauerland getragen. Die Tester bewerteten den Lauf-Komfort subjektiv nach Kriterien wie Dämpfung, Abrollverhalten und Stabilität, Gleichermaßen gaben sie Noten für die Passform (An- und Ausziehen, Schnürung, Sitz an Vorderfuß und Ferse) und das Schuhklima. Im Anschluss wurden die Testschuhe auf ihre Features bewertet. Für den Grip-Test musste die Testanten neben den Touren eine Teststrecke meistern, die unterschiedliche Untergründe in verschiedenen Steigungen beinhaltete.

Zudem setzte die Redaktion die Schuhe unter Wasser. In der Badewanne mussten die Schuhe ein 4cm hohes Wasserbad überstehen und das Obermaterial zudem einen einminütigen Duschtest überstehen. Nach jedem Bad prüften wir die Schuhe auf Durchfeuchtung und wogen sie, um aufgenommenes Wasser zu dokumentieren.

Am Ende des Tests erhielten drei Schuhe von uns eine Kaufempfehlung - doch auch andere Schuhe haben uns wirklich gut gefallen, wie ihr in den Einzelbewertungen nachlesen könnt. Am Ende kann der Kaufentscheid vor allem eine Typenfrage sein. Klickt euch also unten durch unsere Testergebnisse!

Übrigens: Tipps zum Wanderschuhkauf sowie zur Frage, wann der Schuh richtig passt, findet ihr in unserem Service-Artikel zu diesem Thema.