Expedition Eiswüste: Ungewöhnliches Projekt kommt gut voran!
bergleben.de am 05.05.2008 - 10:52 Uhr
Die am 25. April 2008 gestarteten Extremsportler Martin Hülle und Jerome Blösser sind weiterhin auf schwerem Terrain unterwegs. Am 4. Mai 2008 kommen die beiden langsam in Fahrt und können die ersten bewältigten 19 Kilometer vermelden. In den kommenden zwei Wochen wird die verlassene amerikanische Radarstation "DYE II" ihr Ziel sein. Von dort sind es dann noch weitere 150 Kilometer bis zu Endpunkt der Expedition in Kangerlussuaq.
04. Mai 2008 – Ein Tag im Eis:
"Immer noch haben wir schwieriges Terrain. Doch die Sastrugis sind zum Glück im Laufe des Tages etwas kleiner geworden und auf einigen Passagen kommen wir erstmals seit drei Tagen besser voran. Das GPS-Gerät zeigt am Abend 19,3 Kilometer an – langsam kommen wir in Fahrt. Den ganzen Tag haben wir blauen Himmel und moderate Temperaturen, nur der Wind ist eiskalt und frischt gegen Ende unserer Etappe merklich auf. Der Zeltaufbau ist schwierig, kein Fehler darf passieren, damit unsere lebenswichtige Behausung nicht beschädigt wird oder gar davon fliegt. Wie immer, wenn das Zelt steht, richten wir uns häuslich ein, der Primus-Kocher wird angeworfen und Schnee geschmolzen. Nach dem Essen ist dann allabendliche Bürostunde, wo wir den Tagebucheintrag verfassen und per Satellitentelefon versenden. Natürlich freuen wir uns dann auch über die neuen SMS-Nachrichten. Aufgrund des ständig knappen Akkus, können wir die Nachrichten nicht beantworten, freuen uns aber weiterhin über jede motivierende Zeile!"
03. Mai 2008 – 321-Meins!:
"Nachdem wir von Isortoq auf das Inlandeis hinaufgestiegen sind, ist unsere Marschrichtung seit gestern Kurs 321, also West-Nordwest. Die kommenden zwei Wochen wird sich daran auch nichts ändern, denn das Ziel ist die verlassene amerikanische Radarstation DYE II. Diese steht inmitten des Inlandeises und ist für uns das nächste Etappenziel vor Erreichen der Westküste. Die 345 Kilometer bis dorthin wollen wir in zwei Wochen bewältigen. Von dort sind es dann noch weitere 150 Kilometer bis zu Endpunkt der Expedition in Kangerlussuaq. Dabei hoffen wir, dass das Terrain einfacher sein wird als heute. Gerade einmal 16 harte Kilometer schaffen wir bei Sonne und leichter Bewölkung in acht Stunden. Ein Meer von Sastrugis bis zum Horizont – vom Sturm gebildete, meterlange Eisrippen und dazwischen badewannengroße Senken – machen das Vorwärtskommen zu einem Kraftakt. Mehrmals kippen unsere Pulkas um, rutschen in Löcher und müssen mit geballter Energie wieder heraus gezogen werden. Das macht hungrig! Deshalb gönnen wir uns am Abend bei frostigen minus acht Grad nach einem feurigen Chili con Carne von Trekking-Mahlzeiten noch einen großen Topf Milchreis."
02. Mai 2008 – Camp 4:
"Im Laufe der Nacht nimmt der Wind wieder an Heftigkeit zu und erreicht Sturmstärke – an Schlaf ist kaum mehr zu denken. Die Zeltwände flattern extrem laut, als würde auf eine Trommel eingehauen. Zudem bangen wir, ob unsere gestern errichtete Windmauer standhält. Gegen halb Vier – die Sonne geht gerade auf – verlassen wir das Zelt, um alle Verankerungen zu prüfen. Außerhalb des Zeltes können wir uns kaum auf den Beinen halten, so stark weht der Wind. Ein Teil der Windmauer ist eingestürzt, in aller Eile versuchen wir den Schutz wieder aufzurichten und stellen zusätzlich die beiden Pulkas übereinander gegen die Wand. Bis zum Morgen glauben wir nicht, dass wir heute losgehen können, aber gegen 11 Uhr schläft der Wind endlich ein. Deshalb gab es heute nur ein Halbtagesetappe über vom Wind geformte Sastrugis. Bei blauem Himmel und lauem Lüftchen holpern die Schlitten über die endlose Landschaft. Unser Camp 4 ist wunderschön gelegen mit einem letzten Blick auf die Fjorde in der Ferne. An dieser Stelle danken wir unserem Sponsor Camp 4 aus Berlin für die tolle Unterstützung!"
01. Mai 2008 – Tag der Arbeit:
"Als wir gegen 6.45 Uhr erwachen, sieht es erneut nach einem ruhigen Tag aus. Doch nur eine Viertel Stunde später, setzt plötzlich starker Wind ein, der uns den ganzen Tag begleiten wird. Aus dem Wind wird bald ein starker Sturm, der gegen Mittag seinen Höhepunkt mit Geschwindigkeiten von nahezu 100 Stundenkilometern erreicht. Äußerst mühsam kämpfen wir gegen den Nordwind an, der uns frontal ins Gesicht bläst. Vor sich her treibt er feuchten Schnee, der sich auf Kleidung und Schlitten ablagert. Bis zum Nachmittag schaffen wir gerade mal knappe zehn Kilometer, sind aber dennoch froh, ein gutes Stück über die 1000 Meter Höhenlinie gekommen zu sein, da hier die gefürchtete Piteraq-Zone ausläuft. Dieser zerstörerische Fallwind kann an den Küsten Ost-Grönlands mit bis zu 300 km/h vom Inlandeis über die Gletscher zu Tal ziehen. Wir sind gewarnt und bauen zum Schutz des Zeltes eine Schneemauer auf. Glücklicherweise legt sich der Wind zum Abend und es bleibt ein leichtes Schneetreiben vor der untergehenden Sonne."
30. April 2008 – Nichts als Aufstieg:
"Heute war unsere Priorität, so viele Höhenmeter wie möglich zu machen. Also stellten wir unsere Suunto-Uhren von Zeitmodus auf Altimeter um, und wichtiger als die Distanz war laufend die Frage, wie viel Höhe wir schon erreicht haben. Es hat sich gelohnt: In 7,5 Stunden schafften wir rund 800 Höhenmeter, so dass unser Zelt heute Abend auf exakt 900 Metern steht. Außer einigen schwierigeren Passagen, an denen raue blanke Eisbuckel zu überwinden waren, hatten wir optimale Bedingungen. Die dünne Schneeauflage auf dem Gletscher ist fest gefroren, daher gleiten die Pulkas auch in dem steilen Gelände gut. Wir befinden uns etwa am Kreuzungspunkt von W 39° 00 westlicher Länge und N 65° 45 nördliche Breite. Heute sind wir direkt Kurs Nord gelaufen, weil wir westlich liegende Spaltenzonen weiträumig umgehen müssen. Am Tage war es erneut sehr warm, aber nun, nachdem die Sonne untergegangen ist, sind es bereits minus 5 Grad. Wir blicken auf das zugefrorene Meer in der Ferne, welches jetzt schon so weit entfernt ist, dass sich kein Ursus Maritimus, ein Verwandter von Knut und Flocke, mehr hier herauf trauen wird, gibt es doch neben uns hier nichts lebendiges mehr, was seinen Hunger stillen könnte."
29. April 2008 – Schwitzen in Grönland:
"Nach einer letzten Nacht in beheizten Räumen, dachten wir, es geht von nun an hinaus in die Kälte. Doch schon früh am Morgen brennt die Sonne vom blauen Himmel herunter. Bevor wir aufbrechen, durchstreifen wir Isortoq, mit 100 Einwohnern für uns die letzte Ansiedlung vor dem Erreichen der Westküste in einem Monat. Die Strecke ist heute zum Glück einfach, denn sie führt zum großen Teil über zugefrorene Fjorde und einen See, über die unsere schwer beladenen Pulka-Schlitten gut gleiten. Am Nachmittag steigt die Temperatur in der Sonne bis auf 15 Grad – wir würden am liebsten in kurzen Hosen laufen, doch wegen der Gefahr eines Sonnenbrandes verzichten wir darauf. Nach 12 Kilometer Strecke liegt unser erstes Camp etwa 120 Meter hoch, oberhalb eines Sees, direkt im Anstieg auf das Inlandeis. Der Ausblick ist phänomenal, täuscht aber leider nicht darüber hinweg, dass wir in den nächsten Tagen noch mehr als 1000 steile Höhenmeter zurücklegen müssen. Wir freuen uns jeden Abend über die motivierenden Nachrichten auf unser Satellitentelefon, danke!"
Die beiden Expeditionisten freuen sich über jede motivierende SMS! Sie können dem Team eine kostenfreie Nachricht unter folgender Nummer senden : 8816-31850413
04. Mai 2008 – Ein Tag im Eis:
"Immer noch haben wir schwieriges Terrain. Doch die Sastrugis sind zum Glück im Laufe des Tages etwas kleiner geworden und auf einigen Passagen kommen wir erstmals seit drei Tagen besser voran. Das GPS-Gerät zeigt am Abend 19,3 Kilometer an – langsam kommen wir in Fahrt. Den ganzen Tag haben wir blauen Himmel und moderate Temperaturen, nur der Wind ist eiskalt und frischt gegen Ende unserer Etappe merklich auf. Der Zeltaufbau ist schwierig, kein Fehler darf passieren, damit unsere lebenswichtige Behausung nicht beschädigt wird oder gar davon fliegt. Wie immer, wenn das Zelt steht, richten wir uns häuslich ein, der Primus-Kocher wird angeworfen und Schnee geschmolzen. Nach dem Essen ist dann allabendliche Bürostunde, wo wir den Tagebucheintrag verfassen und per Satellitentelefon versenden. Natürlich freuen wir uns dann auch über die neuen SMS-Nachrichten. Aufgrund des ständig knappen Akkus, können wir die Nachrichten nicht beantworten, freuen uns aber weiterhin über jede motivierende Zeile!"
03. Mai 2008 – 321-Meins!:
"Nachdem wir von Isortoq auf das Inlandeis hinaufgestiegen sind, ist unsere Marschrichtung seit gestern Kurs 321, also West-Nordwest. Die kommenden zwei Wochen wird sich daran auch nichts ändern, denn das Ziel ist die verlassene amerikanische Radarstation DYE II. Diese steht inmitten des Inlandeises und ist für uns das nächste Etappenziel vor Erreichen der Westküste. Die 345 Kilometer bis dorthin wollen wir in zwei Wochen bewältigen. Von dort sind es dann noch weitere 150 Kilometer bis zu Endpunkt der Expedition in Kangerlussuaq. Dabei hoffen wir, dass das Terrain einfacher sein wird als heute. Gerade einmal 16 harte Kilometer schaffen wir bei Sonne und leichter Bewölkung in acht Stunden. Ein Meer von Sastrugis bis zum Horizont – vom Sturm gebildete, meterlange Eisrippen und dazwischen badewannengroße Senken – machen das Vorwärtskommen zu einem Kraftakt. Mehrmals kippen unsere Pulkas um, rutschen in Löcher und müssen mit geballter Energie wieder heraus gezogen werden. Das macht hungrig! Deshalb gönnen wir uns am Abend bei frostigen minus acht Grad nach einem feurigen Chili con Carne von Trekking-Mahlzeiten noch einen großen Topf Milchreis."
02. Mai 2008 – Camp 4:
"Im Laufe der Nacht nimmt der Wind wieder an Heftigkeit zu und erreicht Sturmstärke – an Schlaf ist kaum mehr zu denken. Die Zeltwände flattern extrem laut, als würde auf eine Trommel eingehauen. Zudem bangen wir, ob unsere gestern errichtete Windmauer standhält. Gegen halb Vier – die Sonne geht gerade auf – verlassen wir das Zelt, um alle Verankerungen zu prüfen. Außerhalb des Zeltes können wir uns kaum auf den Beinen halten, so stark weht der Wind. Ein Teil der Windmauer ist eingestürzt, in aller Eile versuchen wir den Schutz wieder aufzurichten und stellen zusätzlich die beiden Pulkas übereinander gegen die Wand. Bis zum Morgen glauben wir nicht, dass wir heute losgehen können, aber gegen 11 Uhr schläft der Wind endlich ein. Deshalb gab es heute nur ein Halbtagesetappe über vom Wind geformte Sastrugis. Bei blauem Himmel und lauem Lüftchen holpern die Schlitten über die endlose Landschaft. Unser Camp 4 ist wunderschön gelegen mit einem letzten Blick auf die Fjorde in der Ferne. An dieser Stelle danken wir unserem Sponsor Camp 4 aus Berlin für die tolle Unterstützung!"
01. Mai 2008 – Tag der Arbeit:
"Als wir gegen 6.45 Uhr erwachen, sieht es erneut nach einem ruhigen Tag aus. Doch nur eine Viertel Stunde später, setzt plötzlich starker Wind ein, der uns den ganzen Tag begleiten wird. Aus dem Wind wird bald ein starker Sturm, der gegen Mittag seinen Höhepunkt mit Geschwindigkeiten von nahezu 100 Stundenkilometern erreicht. Äußerst mühsam kämpfen wir gegen den Nordwind an, der uns frontal ins Gesicht bläst. Vor sich her treibt er feuchten Schnee, der sich auf Kleidung und Schlitten ablagert. Bis zum Nachmittag schaffen wir gerade mal knappe zehn Kilometer, sind aber dennoch froh, ein gutes Stück über die 1000 Meter Höhenlinie gekommen zu sein, da hier die gefürchtete Piteraq-Zone ausläuft. Dieser zerstörerische Fallwind kann an den Küsten Ost-Grönlands mit bis zu 300 km/h vom Inlandeis über die Gletscher zu Tal ziehen. Wir sind gewarnt und bauen zum Schutz des Zeltes eine Schneemauer auf. Glücklicherweise legt sich der Wind zum Abend und es bleibt ein leichtes Schneetreiben vor der untergehenden Sonne."
30. April 2008 – Nichts als Aufstieg:
"Heute war unsere Priorität, so viele Höhenmeter wie möglich zu machen. Also stellten wir unsere Suunto-Uhren von Zeitmodus auf Altimeter um, und wichtiger als die Distanz war laufend die Frage, wie viel Höhe wir schon erreicht haben. Es hat sich gelohnt: In 7,5 Stunden schafften wir rund 800 Höhenmeter, so dass unser Zelt heute Abend auf exakt 900 Metern steht. Außer einigen schwierigeren Passagen, an denen raue blanke Eisbuckel zu überwinden waren, hatten wir optimale Bedingungen. Die dünne Schneeauflage auf dem Gletscher ist fest gefroren, daher gleiten die Pulkas auch in dem steilen Gelände gut. Wir befinden uns etwa am Kreuzungspunkt von W 39° 00 westlicher Länge und N 65° 45 nördliche Breite. Heute sind wir direkt Kurs Nord gelaufen, weil wir westlich liegende Spaltenzonen weiträumig umgehen müssen. Am Tage war es erneut sehr warm, aber nun, nachdem die Sonne untergegangen ist, sind es bereits minus 5 Grad. Wir blicken auf das zugefrorene Meer in der Ferne, welches jetzt schon so weit entfernt ist, dass sich kein Ursus Maritimus, ein Verwandter von Knut und Flocke, mehr hier herauf trauen wird, gibt es doch neben uns hier nichts lebendiges mehr, was seinen Hunger stillen könnte."
29. April 2008 – Schwitzen in Grönland:
"Nach einer letzten Nacht in beheizten Räumen, dachten wir, es geht von nun an hinaus in die Kälte. Doch schon früh am Morgen brennt die Sonne vom blauen Himmel herunter. Bevor wir aufbrechen, durchstreifen wir Isortoq, mit 100 Einwohnern für uns die letzte Ansiedlung vor dem Erreichen der Westküste in einem Monat. Die Strecke ist heute zum Glück einfach, denn sie führt zum großen Teil über zugefrorene Fjorde und einen See, über die unsere schwer beladenen Pulka-Schlitten gut gleiten. Am Nachmittag steigt die Temperatur in der Sonne bis auf 15 Grad – wir würden am liebsten in kurzen Hosen laufen, doch wegen der Gefahr eines Sonnenbrandes verzichten wir darauf. Nach 12 Kilometer Strecke liegt unser erstes Camp etwa 120 Meter hoch, oberhalb eines Sees, direkt im Anstieg auf das Inlandeis. Der Ausblick ist phänomenal, täuscht aber leider nicht darüber hinweg, dass wir in den nächsten Tagen noch mehr als 1000 steile Höhenmeter zurücklegen müssen. Wir freuen uns jeden Abend über die motivierenden Nachrichten auf unser Satellitentelefon, danke!"
Die beiden Expeditionisten freuen sich über jede motivierende SMS! Sie können dem Team eine kostenfreie Nachricht unter folgender Nummer senden : 8816-31850413
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