Usobiaga startet Siegesserie

M2b Redaktion am 15.09.2008 - 10:00 Uhr
Patxi Usobiaga Lakunza kommt pünktlich zu den Wettkampfhighlights in Top-Form und der Kletter-Weltcup der Herren ist spannend wie selten zuvor - das sind die Ergebnisse des Weltcups der Vorstiegskletterer am Wochenende. Nach dem dritten von insgesamt sechs Wettkämpfen haben noch sieben Kletterer realistische Chancen auf einen Triumph beim Weltcup-Finale im November in Kranj. In der Magnet-Kletterhalle in der Schweizer Hauptstadt Bern setzte sich am Wochenende der Spanier Lakunza durch, nachdem er zuletzt schon das Rock Master in Arco für sich entscheiden konnte.

Hohe Leistungsdichte in der Weltspitze
Der Weltcup-Sieger des Jahres 2007 kletterte im Finale hauchdünn auf Rang eins. Aus der schweren Finalroute ging Lakunza als Sieger hervor, weil er in der Schlüsselstelle bei der Wertung 31/32 den entscheidenden Griff noch berührte und sich so gegen die nun im Gesamtweltcup gemeinsam Führenden Jorg Verhoeven (NED) und Tomás Mrázek (CZE) (beide 220 Punkte) durchsetzte. Die Leistungsdichte im Finale war kaum zu übersehen, hier entschieden Nuancen über den Sieg. Auf Rang vier landete der Japaner Sachi Anma, der den Sprung auf das Treppchen nur aufgrund der schlechteren Halbfinalleistung im Vergleich zu Mrázek verpasste.


Der Zwischenstand in der Gesamtweltcup-Wertung 2008 nach drei von sechs Wettbewerben:
1. Mrázek, Tomás (CZE) 220.00
Verhoeven, Jorg (NED) 220.00
3. Anma, Sachi (JPN) 200.00
4. Usobiaga Lakunza, Patxi (ESP) 181.00
5. Julian, Puigblanque Ramón (ESP) 141.00
6. Midtboe, Magnus (NOR) 124.00
7. Schubert, Jakob (AUT) 120.00

Vidmar vor Ernst
Die Routensetzer hatten es weder mit den Athleten, noch mit den Wertungsrichtern gut gemeint - aber dennoch eine gute Arbeit gemacht. "Die Routensetzer haben eine guten Job gemacht, die Wand war sehr kurz, aber sie haben das Beste aus ihr herausgeholt. Es waren kurze, harte und spektakuläre Routen," schreibt Patxi Usobiga in seinem Blog auf www.patxiusobiaga.net.
Auch die Damenkonkurrenz wurde erst nach Beratungen der Jury entschieden. Am Ende feierte Leichtgewicht Maja Vidmar (SLO) bei ihrem ersten Weltcup-Start der Saison den Sieg. Sie setzte sich mit der exakt gleichen Wertung wie die wieder einmal überzeugende Weltcup-Führende und Siegerin von Quinghai und Chamonix Johanna Ernst (AUT) durch - dank der Top-Begehung im Halbfinale. Dritte wurde die Ukranierin Olga Shalagina vor den Jungstars Akiyo Noguchi (JAP) und Charlotte Durif (FRA). Ernst baute somit ihre Führung im Gesamtweltcup aus, ihr folgen bereits mit gehörigem Abstand Durif und Angela Eiter (AUT), die mit starken Armschmerzen aus der Wand fiel und vorraussichtlich beim Weltcup in Imst ausfallen wird.

Der Zwischenstand in der Gesamtweltcup-Wertung 2008 nach drei von sechs Wettbewerben:
1. Ernst, Johanna (AUT) 280.00
2. Durif, Charlotte (FRA) 171.00
3. Eiter, Angela (AUT) 154.00
Gros, Natalija (SLO) 154.00
5. Markovic, Mina (SLO) 131.00

Danker im Halbfinale
Zwei der insgesamt vier deutschen Starter erreichten in Bern das Halbfinale. Nachdem Thomas Tauporn und Felix Neumärker ebenso wie der zuletzt sehr starke Jugend-Weltmeister Jakob Schubert (AUT) bei der ersten Schlüsselstelle in der ersten Qualiroute von der Wand gingen, erreichte Stefan Danker aus Landshut mit dem Halbfinaleinzug sein ersehntes Ziel. Dort zeigte er ebenfalls eine ansprechende Leistung. Bei der hohen Leistungsdichte, die derzeit im Weltcup herrscht, reichte es zwar "nur" zu Rang 20, dennoch dürfte Danker mit diesem Ergebnis zufrieden sein.

Juliane Wurm verpasst das Finale knapp
Für Jule Wurm stand am Ende ein äußerst unglücklicher 16. Rang zu Buche. So knapp wie in Bern war die Dortmunderin bisher noch nicht am Finale eines Weltcups vorbeigeschrammt. Locker zog sie ins Halbfinale ein, dort kletterte sie bis zur Wertung 29-. Dort wäre der Griff, den sie nicht halten konnte, der Schlüssel zum Finale gewesen. So muss die Zweite der Jugend-WM in Sydney weiter auf einen Finaleinzug warten. Dennoch: die 18-Jährige befindet sich bereits in Augenhöhe mit starken Kletterinnen wie Mina Markovic (SLO) oder Barbara Bacher (AUT), die wie Wurm das Finale knapp verpassten.

Bei den nächsten Weltcups in Imst (AUT) und Puurs (BEL) an den kommenden beiden Wochenenden kann Juliane Wurm erneut einen Versuch starten, einmal unter die Top acht zu klettern.
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