Boulder-Weltcup 2007: Fischhuber dominiert in Hall

bergleben.de am 02.05.2007 - 15:30 Uhr
Am 27. und 28. April wurde im Salzlager in Hall (AUT) der dritte Boulder-Weltcup der Saison 2007 ausgetragen. 90 Athleten aus 21 Nationen kämpften um Sieg und Plätze; Lokalmatador Kilian Fischhuber und Olga Shalagina aus der Ukraine standen am Ende ganz oben auf dem Podest.

Fischhuber von Beginn an vorne
In der Qualifikation am Freitag galt es für die 33 Damen und 57 Herren je sechs Boulder-Probleme zu überwinden. Kilian Fischhuber konnte bereits hier den Grundstein für seinen Sieg legen: außer ihm schafften es lediglich der Pole Tomás Mrázek und der Schweizer Cédric Lachat, alle sechs Boulder-Probleme zu bewältigen. Der österreichische Vize-Weltmeister benötigte elf Versuche, einen weniger als sein polnischer Konkurrent. Lachat, der nach dem Wettkampf wegen grob unsportlichen Verhaltens disqualifiziert wurde, war nach 14 Versuchen am sechsten Top angelangt.

Baumann verpasst das Halbfinale knapp
Mit Jonas Baumann (GER) und Nalle Hukkataival (FIN) schieden zwei Favoriten früh aus dem Wettbewerb aus. Der Dortmunder, der in Erlangen noch den dritten Platz belegt hatte, musste sich in Hall nach drei Tops in sieben Versuchen mit dem undankbaren 21. Platz zufrieden geben und verpasste so das Halbfinale denkbar knapp. Vize-Europameister Hukkataival benötigte für drei Tops acht Versuche - am Ende war das Rang 25.

Borowka und Würth im Halbfinale
Nach Jonas Baumann verpassten auch Markus Hoppe, Ari Merz und Karsten Borowka die Qualifikation für das Halbfinale. Mit André Borowka und Peter Würth waren dort aber dennoch zwei deutsche Athleten vertreten: beide benötigten für ihre drei Tops sieben Versuche.

Abramchuk schafft alle Boulder-Probleme im Flash
Bei den Damen konnten gleich fünf Athletinnen alle sechs Boulder-Probleme der Qualifikation bewältigen: Yulia Abramchuk, die Siegerin des Weltcups in Sofia, schaffte die sechs Probleme in sechs Versuchen und führte somit nach der Qualifikation vor Alexandra Eyer (6/7) und Olga Shalagina (UKR, 6/9). Angela Eiter (AUT) und Alexandra Balakireva (RUS) schafften ebenfalls sechs Top-Begehungen.

Harmand und Hodann nicht im Finale
Auch im Halbfinale am Samstag hatte Yulia Abramchuk die Nase vorn. Als einzige bewältigte sie alle vier Probleme; Olga Shalagina brachte es auf drei Top-Begehungen. Mit Ludovine Harmand (FRA) und Anja Hodann (SWE) schieden zwei der Finalistinnen von Sofia im Semi-Finale aus. Auch Juliette Danion (FRA), die in Erlangen noch Zweite geworden war, erreichte das Finale nicht.

Lachat Bester im Halbfinale
Das Halbfinale der Herren entschied Cédric Lachat für sich. Der Schweizer war an allen vier Tops erfolgreich und erreichte vier Zonengriffe. Auch Kilian Fischhuber konnte vier Tops aufweisen, benötigte dafür jedoch zwei Versuche mehr. Mykhaylo Shalagin (UKR), der Sieger von Erlangen, musste ebenso die Segel streichen wie Tomás Mrázek (POL), Sieger in Sofia, Dmitry Sharafutdinov (RUS), Zweiter in Erlangen, und Stéphane Julien (FRA).

Borowka auf dem 15. Rang
André Borowka erreichte im Halbfinale vier Zonengriffe in 19 Versuchen. Damit lag der Dresdner nach dem Halbfinale auf dem 16. Rang. Peter Würth kam auf zwei Zonengriffe in zehn Versuchen, der Stuttgarter erreichte somit den 18. Platz. Bedingt durch die Disqualifikation des Schweizers Lachat rückten beide allerdings noch eine Position nach oben.

Shalagina zieht an Abramchuk vorbei
In der Qualifikation und im Halbfinale war es noch Yulia Abramchuk, die es zu schlagen galt. Mit nur zwei Tops und drei Zonengriffen fand sich die Russin am Ende jedoch auf dem fünften Rang wieder, um den Sieg kämpften andere. Olga Shalagina (UKR) und Natalija Gros (SLO) konnten beide sowohl die drei Boulder-Probleme in drei Versuchen bewältigen als auch die drei Zonengriffe in ebenfalls drei Versuchen erreichen. Da beide somit die gleiche Leistung im Finale erbracht hatten, musste das Ergebnis des Halbfinales zur Berechnung des Endresultats hinzugezogen werden.

Nachdem die Slowenin im Halbfinale knapp hinter Shalagina gelegen hatte, konnte diese sich in Hall über ihren zweiten Weltcupsieg in dieser Saison freuen. Den dritten Rang belegte die erst 17-jährige Japanerin Akiyo Noguchi, die bereits in Sofia mit dem zweiten Platz gezeigt hatte, dass in Zukunft mir ihr zu rechnen sein wird.

Spannendes Finale auch bei den Herren
Auch das Herrenfinale war an Spannung kaum zu überbieten. Kilian Fischhuber und Jorg Verhoeven lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen um den Sieg. Während Fischhuber für den ersten Boulder fünf Versuche brauchte, löste der Niederländer das erste Problem bereits nach drei Versuchen. Am zweiten Boulder benötigte Verhoeven drei Versuche, Fischhuber hingegen erreichte das Top direkt im ersten Anlauf. Beide Athleten gaben sich keine Blöße am dritten Boulder, so dass es zum Showdown am letzten Boulderproblem kam. Der Österreicher, der in den vorangegangenen beiden Weltcup-Veranstaltungen bereits zweimal auf dem Podest stand, stellte sein Können eindrucksvoll unter Beweis, indem er auch diesen letzten Boulder im ersten Anlauf bewältigte. Der Niederländer benötigte hierfür zwei Versuche, damit ging der Sieg bei den Herren knapp an den Lokalmatador Fischhuber.

Fischhuber und Shalagina im Weltcup vorne
Die Sieger des Wochenendes führen nach dem Weltcup in Hall auch die Konkurrenz im Weltcup-Gesamtwertung an. Fischhuber hat nach seinem Sieg nun schon über 80 Punkte Vorsprung auf Tomás Mrázek und Jorg Verhoeven. Auch Olga Shalagina konnte ihren Vorsprung ausbauen: die Ukrainerin führt nach dem dritten Weltcup mit 228 Punkten vor Yulia Abramchuk (RUS, 179) und Juliette Danion (FRA, 157).

Vollständige Ergebnislisten finden Sie im Anhang an diesen Text.

Weitere Infos
Weitere Infos finden Sie im Mountains2b-Eventspecial "Boulder-Weltcup 2007". Alles rund um die Auftaktveranstaltung in Erlangen haben wir auf der seperaten Sonderseite "Boulder-Weltcup Erlangen 2007" veröffentlicht. Außerdem enthält die Homepage der Veranstalter unter www.salzlager.at Infos zum Weltcup - dort gibt es unter anderem Videos und Fotos vom Wettkampf.

Quellen
- www.ifsc-climbing.org
- www.digitalrock.de