Weltcup in Wien: Fischhuber und Noguchi siegen, Kritik überschattet Event

bergleben.de am 31.05.2010 - 15:59 Uhr
Weltcup in Wien: Fischhuber und Noguchi siegen, Kritik überschattet Event © Simon Froehlich
Kilian Fischhuber (AUT) und Aklyo Noguchi (JAP) haben den Boulder-Weltcup im österreichischen Wien gewonnen. Fischhuber setzte sich wie schon beim ersten Weltcup der Saison gegen den Tschechen Adam Ondra durch, Noguchi feierte zusammen mit ihrer erst 16 Jahre alten Landsfrau Momoka Oda, die ihr Weltcup-Debüt gab, einen japanischen Doppelsieg. Beste Deutsche wurden Stefan Danker als 16. und Juliane Wurm auf Rang 10.

Video zum Event


Baumann patzt und scheidet aus
Bereits am Freitag war der Weltcup für Deutschlands Besten Jonas Baumann vorbei. Im leider eher durchschnittlichen Livestream vom Event sahen die Zuschauer, wie der Dortmunder in der Qualifikation nicht die gewohnte Souveränität an den Tag legen konnte und sich als 31. frühzeitig aus dem Wettkampf verabschiedete. Auch Mathias Conrad, der knapp als 21. scheiterte, und Markus Hoppe schafften den Sprung in die Vorschlussrunde nicht. Lediglich Stefan Danker und Jule Wurm zogen ins Halbfinale ein.

Fischhuber und Ondra eine Klasse für sich
Am Samstag mussten die meisten Halbfinalisten anerkennen, dass die Lücke zu den Besten der Zunft doch ziemlich groß ist. Neun Herren toppten nicht ein Problem, unter ihnen auch der Landshuter Danker. Kilian Fischhuber hingegen, der schon die Quali als Erster beendet hatte, fightete sich bei allen Bouldern bis zum Zielgriff und galt somit auch im Finale als Top-Favorit. Diese bestätigte er im abendlichen Höhepunkt auch und flashte im knüppelharten Finale zwei Boulder. Das reichte wie schon in Greifensee für den Sieg vor dem Tschechen Adam Ondra. Dritter wurde der Russe Rubtsov vor Stewart Watson (GBR), Tsukuru Hori (JAP) und dem Schweizer Müller, die in der spannenden, aber für die Zuschauer leider nicht besonders attraktiven Endrunde allerdings allesamt große Probleme hatten.

Asien dominant
Im Finale der Damen demonstrierten die Asiatinnen, dass sie sich langsam auch im Klettersport eine Vormachtsstellung erkämpfen. Wie Fischhuber reichten der japanischen Gesamtweltcup-Titelverteidigerin Akiyo Noguchi (JAP) zwei Flashs, um den Sieg vor der jungen Oda und der Koreanerin Jain Kim einzufahren. Vierte wurde die Belgierin Chloé Graftiaux vor der abermals nicht ganz zufriedenen Anna Stöhr (AUT) und der Siegerin aus Greifensee Alex Johnson (USA). Juliane Wurm zeigte einen hervorragenden Wettkampf, schied im Halbfinale mit drei Bouldern in sieben Versuchen allerdings knapp aus und erreichte Rang 10. Für sie jetzt steht am Montag und Dienstag die sportliche Abiprüfung an, bevor es in die USA zum nächsten Weltcup geht.

Unattraktive Boulder, Stream ausbaufähig
2500 Zuschauer säumten während des Finales den Platz vor der Kletterhalle in Wien. Doch nicht nur die Routensetzer um Laurent Laporte mussten sich im Anschluss an die extrem schweren Halbfinal- und Finalrouten einige Kritik gefallen lassen. Auch der groß angekündigte Livestream sorgte nicht nur für Freude bei den Zuschauern rund um den Globus: wackelnde Kamerabilder, unübersichtliche Einblendungen, mittelmäßige Kommentatoren. Leider sah man oft sehr deutlich, dass die Produktion eines sehenswerten Livestreams bei Kletterevents noch in den Kinderschuhen steckt. Aus deutscher Sicht bleibt zu hoffen, dass man aus diesen spätestens beim Weltcup in München Ende Juli rausgewachsen ist. Athlet Fischhuber hingegen war mit seinem Heimweltcup mehr als zufrieden: "Ein Heimsieg ist natürlich das Schönste überhaupt. Ich konnte gut mit meiner Favoritenrolle umgehen und das fanatische Publikum hat mich gepusht. Ich möchte mich auch bei den Veranstaltern bedanken, die den Bewerb bestens organisiert haben und somit den Weltcup zu einem richtigen Kletterfest gemacht haben. Danke!"

Der Weltcup-Tross begibt sich nun auf den Weg nach Vail (USA), wo bereits am kommenden Wochenende der nächste Weltcup stattfindet. Ob Jonas Baumann sein Abschneiden von Wien vergessen machen und vielleicht seinen Titel von 2009 verteidigen kann, lest ihr natürlich bei uns.
Weiterführende Informationen:
Boulder-Weltcup in Wien

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