Kommentar: Tourismus in den Alpen - Natursport ade?
bergleben.de am 28.01.2009 - 13:47 Uhr
Man sitzt auf den Steinen auf dem Gipfel eines Berges, in der Ferne geht langsam die Sonne auf. Es herrscht Stille, nur die Vögel zwitschern, das Licht wärmt. Der Anblick des Panoramas lässt einen glauben, man sei auf dem Weg in den Himmel. Man fühlt sich erschöpft, frei und gleichzeitig zuhause, mit der Natur auf einer Welle der Zuneigung. Glücksgefühle machen sich breit. Das Leben ist schön...
Wahrscheinlich haben fast alle Bergsportler diese Situation so oder so ähnlich schon einmal erlebt – sei es nach einer Skitour, einer Bergwanderung oder einer Klettertour. Diese Momente sind es, die wir anstreben, nach denen wir uns sehnen. Sie sind es, die uns immer wieder in die Berge treiben, die uns faszinieren. Keine Sportart, so hat es einmal Heiner Geißler gesagt, fördert Geist und Körper so wie der Bergsport: "Leichtathletik ist Maloche, Tennis ist Handwerk. Bergsport ist Kunst und Kultur"!
Viele Menschen glauben, dass uns diese Momente des Glücks über kurz oder lang verloren gehen werden. Massentourismus, Erschließungswahn, Klimawandel und Naturzerstörung sind die Stichworte, die in diesem Zusammenhang genannt werden. Müssen wir Angst um unsere Berge, unsere Alpen haben? Werden wir bald keine Möglichkeit mehr haben, das reine Naturerlebnis Bergsport auf unsere Seele wirken zu lassen?
Keine Frage, der Tourismus hat zugenommen. Auch gibt es Regionen, wo mit der Natur Schindluder betrieben wird. Wo zu engagierte Tourismusverbände nur an kurzfristigen Profit denken, die langfristigen Folgen außer Acht lassen. Klar gibt es schwarze Schafe, auch unter Bergsportler. Menschen, die die Wichtigkeit der Naturerhaltung für unsere Berge missachten oder einfach nur verdrängen. Doch das alles wird uns Bergsportler nicht davon abhalten, in den vor Jahrtausenden geschaffenen Berglandschaften weiter Kraft für das Alltagsleben zu schöpfen.
Denn mittlerweile ist nicht nur bei denjenigen, die in den Bergen leben und sich ihnen verbunden fühlen, sondern auch bei vielen Touristen vernünftiges Handel in den Bergen zu beobachten. Nicht zuletzt dank der Arbeit des Deutschen Alpenvereins, der sich vehement für einen Sport einsetzt, der im Einklang mit der Natur betrieben wird, ist der Weg für eine natürliche Zukunft in den Alpenregionen zwar steinig, aber er wird begangen. Doch Vorsicht: Es gibt keine Bergpolizei, die Müllsünder festnimmt und Kletterer bestraft, die ihre Boulder mit Farbspray markieren oder wild Eisenhaken in die Felsen donnern. Jeder muss sein Tun selbst hinterfragen. Manche tun dies nicht, das bleibt leider nicht aus. Aber dies soll kein Grund für uns - die wir Missstände und Fehlverhalten bemerken - sein, still vorbeizugehen und nur den Kopf zu schütteln. Ein Hinweis, ein Satz der Aufklärung zu den Unaufmerksamen, und schon werden diese ihr Verhalten beim nächsten Mal überdenken. Vielleicht ernten wir manchmal Spott für unser Engagement, auch das wird nicht ausbleiben. Aber nicht die Umweltsünder sollen es uns danken. Die, die es uns danken wird, ist die Natur. Und sie wird uns weiter mit Glücksgefühlen belohnen...
Sebastian Lindemeyer
Wahrscheinlich haben fast alle Bergsportler diese Situation so oder so ähnlich schon einmal erlebt – sei es nach einer Skitour, einer Bergwanderung oder einer Klettertour. Diese Momente sind es, die wir anstreben, nach denen wir uns sehnen. Sie sind es, die uns immer wieder in die Berge treiben, die uns faszinieren. Keine Sportart, so hat es einmal Heiner Geißler gesagt, fördert Geist und Körper so wie der Bergsport: "Leichtathletik ist Maloche, Tennis ist Handwerk. Bergsport ist Kunst und Kultur"!
Viele Menschen glauben, dass uns diese Momente des Glücks über kurz oder lang verloren gehen werden. Massentourismus, Erschließungswahn, Klimawandel und Naturzerstörung sind die Stichworte, die in diesem Zusammenhang genannt werden. Müssen wir Angst um unsere Berge, unsere Alpen haben? Werden wir bald keine Möglichkeit mehr haben, das reine Naturerlebnis Bergsport auf unsere Seele wirken zu lassen?
Keine Frage, der Tourismus hat zugenommen. Auch gibt es Regionen, wo mit der Natur Schindluder betrieben wird. Wo zu engagierte Tourismusverbände nur an kurzfristigen Profit denken, die langfristigen Folgen außer Acht lassen. Klar gibt es schwarze Schafe, auch unter Bergsportler. Menschen, die die Wichtigkeit der Naturerhaltung für unsere Berge missachten oder einfach nur verdrängen. Doch das alles wird uns Bergsportler nicht davon abhalten, in den vor Jahrtausenden geschaffenen Berglandschaften weiter Kraft für das Alltagsleben zu schöpfen.
Denn mittlerweile ist nicht nur bei denjenigen, die in den Bergen leben und sich ihnen verbunden fühlen, sondern auch bei vielen Touristen vernünftiges Handel in den Bergen zu beobachten. Nicht zuletzt dank der Arbeit des Deutschen Alpenvereins, der sich vehement für einen Sport einsetzt, der im Einklang mit der Natur betrieben wird, ist der Weg für eine natürliche Zukunft in den Alpenregionen zwar steinig, aber er wird begangen. Doch Vorsicht: Es gibt keine Bergpolizei, die Müllsünder festnimmt und Kletterer bestraft, die ihre Boulder mit Farbspray markieren oder wild Eisenhaken in die Felsen donnern. Jeder muss sein Tun selbst hinterfragen. Manche tun dies nicht, das bleibt leider nicht aus. Aber dies soll kein Grund für uns - die wir Missstände und Fehlverhalten bemerken - sein, still vorbeizugehen und nur den Kopf zu schütteln. Ein Hinweis, ein Satz der Aufklärung zu den Unaufmerksamen, und schon werden diese ihr Verhalten beim nächsten Mal überdenken. Vielleicht ernten wir manchmal Spott für unser Engagement, auch das wird nicht ausbleiben. Aber nicht die Umweltsünder sollen es uns danken. Die, die es uns danken wird, ist die Natur. Und sie wird uns weiter mit Glücksgefühlen belohnen...
Sebastian Lindemeyer
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