Kommentar: TV-Präsenz? Fehlanzeige...
bergleben.de am 13.01.2009 - 14:11 Uhr
Wer in den heutigen Tagen den Fernseher anschaltet, der wird nicht viel Bergsport zu sehen bekommen. Nur wenige Sendungen lassen Kletterern, Skitourensportlern oder Bergsteigern das Herz aufgehen, rücken ihre Passion ins richtige Licht und machen sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Deutschland schaut lieber, wie sich unbekannte Promis in einem künstlichen Dschungel vor Kriechtieren ekeln oder dickbäuchige Dartspieler vor tausenden betrunkenen Zuschauern einen kleinen Pfeil auf eine Scheibe werfen.
Popularität allein hilft nicht
Trotz der ständig wachsenden Popularität des Bergsports und vor allem des Kletterns, die sich nicht nur im Wachstum der Alpenvereine, sondern auch in den Teilnehmer- und Zuschauerzahlen bei den Events widerspiegelt, haben die Fernsehsender den Sport noch nicht für sich entdeckt. So manch ein Kinofilm, wie zum Beispiel der Film "Nordwand", den bisher etwa 430.000 Kinobesucher sahen, setzt sich zwar mit einem der liebsten Hobbys der Deutschen auseinander. Aber Bergsport-Wettkampfberichterstattung sucht man in den Fernsehzeitungen leider vergeblich. Da zeigt man lieber unendlich viele Stunden Poker, stumpfe Ringschlägereien von Wrestlern oder siebeneinhalb Stunden Snooker – wie am heutigen Dienstag auf Eurosport.
Wettkämpfe nicht attraktiv?
Woran liegt das? Das fragen sich nicht nur Verantwortliche des Alpenvereins. Auch zahlreiche Sportler und Fans würden gerne einmal etwas Kletter- oder Skitourensport über die Kiste flimmern sehen. Insbesondere das Wettkampfklettern könnte mit relativ wenig Aufwand überaus spannend inszeniert werden. Drei Kameras in einer Halle, beispielsweise bei einem Weltcup oder den nationalen DAV-Events, und schon kann man hier die Dynamik, Kraft und Leistungssport pur einfangen - ähnliches gilt für das Skibergsteigen. Aber etwas anderes als kleine, mobile Teams von regionalen Sendern hat man bisher auf den Kletterevents in Deutschland nicht gesichtet. Von der Deutschen Meisterschaft in Heilbronn bekam man 2008 überhaupt keine Bilder im TV zu sehen: Der angekündigte SWR hatte sich kurzfristig doch dazu entschlossen, ein drittklassiges Volleyballspiel zu besuchen. Was soll man dazu noch sagen?
Action und interessante Typen
Eigentlich spricht nichts gegen ein Engagement der Fernsehsender: Der Sport vereint Action und interessante Typen, die durchaus Potential zum Publikumsliebling hätten. Die Modi der Wettbewerbe wurden in den vergangenen Jahren und werden auch weiterhin immer medienfreundlicher und spannungsfördernder gestaltet. Und selbst Nichtkletterer könnten die erbrachten Leistungen einschätzen – denn irgendwo hochgeklettert ist jeder schon mal, wo hingegen einen Curlingstein oder einen Snooker-Queue wohl die wenigsten schon mal in der Hand gehabt haben dürften. Es bleibt zu hoffen, dass spätestens nach einer Entscheidung des IOC über das Sportklettern als Teil der Olympischen Bewegung die Vertikalathletik die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Von der Abstimmung zur olympischen Zukunft, die allerdings erst im Jahr 2013 für das Jahr 2020 erwaret wird, hängt viel ab. Denn wie die Beispiele Rodeln und Bobfahren beweisen, können es selbst ein Sportarten, die nur eine geringste Anhängerschar in Deutschland besitzen, zu viel TV-Präsenz bringen. Und bis es auch beim Bergsport soweit ist, gilt das "Löwenzahnsche" Motto: Einfach mal abschalten. Und klettern gehen!
Sebastian Lindemeyer
Fotoserie: Kommentar: TV-Präsenz? Fehlanzeige...
Popularität allein hilft nicht
Trotz der ständig wachsenden Popularität des Bergsports und vor allem des Kletterns, die sich nicht nur im Wachstum der Alpenvereine, sondern auch in den Teilnehmer- und Zuschauerzahlen bei den Events widerspiegelt, haben die Fernsehsender den Sport noch nicht für sich entdeckt. So manch ein Kinofilm, wie zum Beispiel der Film "Nordwand", den bisher etwa 430.000 Kinobesucher sahen, setzt sich zwar mit einem der liebsten Hobbys der Deutschen auseinander. Aber Bergsport-Wettkampfberichterstattung sucht man in den Fernsehzeitungen leider vergeblich. Da zeigt man lieber unendlich viele Stunden Poker, stumpfe Ringschlägereien von Wrestlern oder siebeneinhalb Stunden Snooker – wie am heutigen Dienstag auf Eurosport.
Wettkämpfe nicht attraktiv?
Woran liegt das? Das fragen sich nicht nur Verantwortliche des Alpenvereins. Auch zahlreiche Sportler und Fans würden gerne einmal etwas Kletter- oder Skitourensport über die Kiste flimmern sehen. Insbesondere das Wettkampfklettern könnte mit relativ wenig Aufwand überaus spannend inszeniert werden. Drei Kameras in einer Halle, beispielsweise bei einem Weltcup oder den nationalen DAV-Events, und schon kann man hier die Dynamik, Kraft und Leistungssport pur einfangen - ähnliches gilt für das Skibergsteigen. Aber etwas anderes als kleine, mobile Teams von regionalen Sendern hat man bisher auf den Kletterevents in Deutschland nicht gesichtet. Von der Deutschen Meisterschaft in Heilbronn bekam man 2008 überhaupt keine Bilder im TV zu sehen: Der angekündigte SWR hatte sich kurzfristig doch dazu entschlossen, ein drittklassiges Volleyballspiel zu besuchen. Was soll man dazu noch sagen?
Action und interessante Typen
Eigentlich spricht nichts gegen ein Engagement der Fernsehsender: Der Sport vereint Action und interessante Typen, die durchaus Potential zum Publikumsliebling hätten. Die Modi der Wettbewerbe wurden in den vergangenen Jahren und werden auch weiterhin immer medienfreundlicher und spannungsfördernder gestaltet. Und selbst Nichtkletterer könnten die erbrachten Leistungen einschätzen – denn irgendwo hochgeklettert ist jeder schon mal, wo hingegen einen Curlingstein oder einen Snooker-Queue wohl die wenigsten schon mal in der Hand gehabt haben dürften. Es bleibt zu hoffen, dass spätestens nach einer Entscheidung des IOC über das Sportklettern als Teil der Olympischen Bewegung die Vertikalathletik die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Von der Abstimmung zur olympischen Zukunft, die allerdings erst im Jahr 2013 für das Jahr 2020 erwaret wird, hängt viel ab. Denn wie die Beispiele Rodeln und Bobfahren beweisen, können es selbst ein Sportarten, die nur eine geringste Anhängerschar in Deutschland besitzen, zu viel TV-Präsenz bringen. Und bis es auch beim Bergsport soweit ist, gilt das "Löwenzahnsche" Motto: Einfach mal abschalten. Und klettern gehen!
Sebastian Lindemeyer
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