Heute vor 20 Jahren: Bergfilmlegende Luis Trenker stirbt

bergleben.de am 12.04.2010 - 14:02 Uhr
Heute vor 20 Jahren: Bergfilmlegende Luis Trenker stirbt © Modefirma Luis Trenker
Am 12. April 1990 starb der berühmte Regisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Bergsteiger Luis Trenker. Einen Namen machte sich der Grödener vor allem durch seine Bergfilme wie zum Beispiel "Der Berg ruft", "Berge in Flammen" oder "Der Kampf ums Matterhorn".

Jugend und Karrierebeginn
Trenker wurde am 04. Oktober 1892 als Alois Franz Trenker in St. Ulrich in Gröden geboren. Bereits während seiner Schulzeit fing er an als Skilehrer und Bergführer zu arbeiten. In dieser Zeit gelangen ihm zwölf Erstbesteigungen. 1914 wurde er ins österreichische Militär berufen und kämpfte im Ersten Weltkrieg. Nach Ende des Krieges nahm er sein Architekturstudium wieder auf und begann nach erfolgreichem Abschluss als Architekt zu arbeiten. 1921 spielte er seine erste Hauptrolle in dem Arnold Fanck-Film "Berg des Schicksals". Den Architektenberuf gab Trenker später auf und widmete sich komplett der filmischen Kunst. Sein Regiedebüt feierte er 1928 mit dem Stummfilm "Der Kampf ums Matterhorn". Durch Filme wie "Der verlorene Sohn" gelang ihm sogar der Sprung nach Amerika.


Trenkers Rolle im nationalsozialistischen Deutschland
Trenkers Filme waren bei den Nationalsozialisten und insbesondere bei Adolf Hitler selbst sehr beliebt, obwohl es oftmals auch Beschwerden gegen ihn und seine Art des Filmens gab. Dennoch konnte er seine Arbeit fortsetzen und veröffentlichte Anfang Januar 1938 seinen berühmtesten Film "Der Berg ruft". Dieser gilt heute noch als herausragender Klassiker in der Geschichte des Bergfilms. Erst 1940 fiel Luis Trenker bei der NS-Regierung in Ungnade. So wurde jedes weitere seiner Filmprojekte abgelehnt. 1942 spielte er die Hauptrolle im Propagandafilm "Germanin – Bayer 205", was ihm kurzzeitig den Ruf eines Nazi-Schauspielers einbrachte. Wenig später wurde er offiziell mit einem Berufsverbot belegt.

Leben und Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg
In der Nachkriegszeit drehte der Südtiroler zunächst Dokumentarfilme über die Bergwelt, ehe er ab 1955 auch wieder Kinofilme produzierte. 1959 lief im Bayerischen Rundfunk die Reihe "Luis Trenker erzählt", in der er packend über sein Leben erzählte. Ab Mitte der 1960er Jahre konzentrierte sich Trenker hauptsächlich auf Dokumentationen über seine Südtiroler Heimat und arbeitete nur noch gelegentlich als Schauspieler. Mit "Berge und Geschichten" hatte er in den 1970er Jahren eine letzte eigene Sendung. 1982 bekam er das Große Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Zum Ende seines Lebens engagierte er sich vor allem im Umwelt- und Naturschutz. Am 12. April 1990 verstarb Luis Trenker im Alter von 97 Jahren in Bozen.

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