Folge 1: Der Kletterhallenboom

M2b Redaktion am 12.11.2008 - 15:00 Uhr
Noch vor wenigen Jahren waren die Kletterhallen in Deutschland rar gesät. Mittlerweile hat sich dies aber geändert: Etwa 300 Hallen, die explizit den Kletternden vorbehalten sind, gibt es in Deutschland. Die meisten davon stehen in Bayern, nämlich ungefähr ein Drittel aller Kletterhallen in Deutschland. Doch auch in anderen Bundesländern erfährt der Sport in den letzten Jahren einen enormen Boom. 354 DAV-Sektionen in Deutschland wollen den Klettersport auch im Winter betreiben – und dazu geht es immer häufiger in die Halle.


Klettern als Massensport?
Nachdem das Sportklettern in der Geschichte viel Aufs und Abs erfahren hat, befindet sich der Sport spätestens seit den 1980ger-Jahren in einem wortwörtlichen Höhenflug. In Deutschland setzte Wolfgang Güllich in den Achtzigern und Anfang der Neunziger am Fels immer neue Maßstäbe, der „Lebensstil Klettern“ gewann an Populärität. Das Indoor-Klettern wurde zunächst als Trainingsmöglichkeit genutzt. Später kamen immer mehr Menschen durch die Verbreitung der Kletterhallen mit dem Sport in Kontakt, der flache Norden Deutschlands ist mittlerweile ebenso vom Kletterfieber angesteckt wie der Süden. Das Klettern in der Halle ist der geeignete Einstieg in den Alpinismus, Trainingsraum, Alternative bei schlechtem Wetter, Begegnungsstätte von Gleichgesinnten.

Indoor und Outdoor kaum vergleichbar
Jedem Hallenkletterer wird beim ersten Gang in die Berge und Felsen klar: indoor und outdoor ist kaum vergleichbar. Am Fels wird eine Route nicht sofort ersichtlich. Die Griffe sind nicht farblich markiert, die Struktur der Wand offenbart sich oftmals erst, wenn man sich in der Tour befindet. Äußere Einflüsse sind ebenso zu beachten. Eigenschaften der Sportart, die bei beiden Varianten Anforderungen an den Athleten darstellen, werden in den kommenden Folgen noch näher erläutert. Dass beim Klettern nicht nur körperliche, sondern auch psychische Fähigkeiten gefordert und gefördert werden, soll aber hier schon einmal erwähnt sein.

Weiter in Folge 1: Hier geht es zum Interview mit Günter Breuer
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