Folge 1: Kommentar - "Ganz schön voll hier...!"
bergleben.de am 12.11.2008 - 14:58 Uhr
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Rechte: Kletterzentrum Neoliet GmbH
Wer in diesen Tagen mit seinen Freunden nach einem Outdoor-Klettersommer seinen Schritt wieder einmal in seine Lieblingskletterhalle setzt, der könnte an der Kasse erstmal in der Schlange stehen. Da leiht sich die 45-jährige Mutter gerade Gurt und Schuhe aus, hinter ihr stehen zwei 13-jährige Mädels und schwatzen über „DSDS“ und der 30 Jahre alte Banker wartet ebenso auf die Bedienung wie die männliche Vierergruppe Abiturienten. Denn Klettern in der Halle wird langsam aber sicher zum Volkssport. Alternatives Krafttraining im Gegensatz zum sturen „Pumpen“ im Fitnessstudio, Bewegungsvielfalt an der Wand vs. Einheitsbrei an den Geräten, verantwortliches Handeln und persönlicher Kontakt anstelle von Joggen mit Kopfhörer im Ohr: der Sport bietet vieles, was durch den Fitnessstudiohype verloren gegangen ist.
Und Klettern ist nicht nur zur Ganzjahressportart geworden, sondern mittlerweile auch für jeden Deutschen in erreichbarer Nähe möglich. Und weil die Kletterhallenbesitzer sich nicht über mangelnde Kundschaft beklagen können, sondern viel eher nicht wissen, wie sie alle Kletterer ohne Zoff an der Wand unterbringen sollen, geht der Boom weiter. Weitere Kletterhallen eröffnen, zuletzt wurde in Regensburg in wenigen Monaten das Kletterzentrum Regensburg aus dem Boden gestampft: Die Nachfrage nach Slopern, Leisten und Zangen ist groß und muss befriedigt werden.
Doch wie kann kurzfristig mehr Platz an den Wänden geschaffen werden, dort wo in absehbarer Zeit kein neues Kletterzentrum entsteht? Sollen in Kletterhallen neben dem Klettern weitere Freizeitbeschäftigungen angeboten werden, um die Kundschaft in der Halle mehr zu verteilen? Geht der Trend zu Multifunktionskletterhallen, mit Fitnessstudio, eingebautem Starbucks und zweistöckigem Klettershop? Oder wird der Trend über kurz oder lang wieder abebben und es eine „natürliche“ Auslese in den Hallen geben? „Auf Anstehen habe ich kein Bock, da geh ich lieber wieder ins Fitnessstudio.“
Diese Fragen stellt sich wahrscheinlich nicht nur der Deutsche Alpenverein als größter deutscher Bergsportverband, sondern auch Kletterhallenbetreiber, Investoren und natürlich auch die mountains2b.com-Redaktion. Deshalb wird es in unserem nächsten Themenspecial, das in den kommenden Wochen online gehen wird, um das Thema Hallenklettern gehen. Hier gibt es Interviews zu den Beginnen des Klettehallenbooms, Tipps für Anfänger und Erklärungen der Grundbegriffe und Sicherungstechniken, Erläuterungen und Videos zu kletterspezifischen Bewegungen und vieles mehr – Sie dürfen gespannt sein!
Bis dahin wünscht Ihnen mountains2b.com viel Spaß und nicht all zuviel Traffic in ihrer Kletterhalle.
Sebastian Lindemeyer








