Bouldercup Kitzbühel: Stöhr überragend, Baumann wird Dritter
bergleben.de am 26.04.2010 - 10:08 Uhr
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Anna Stöhr und Lukas Ennemoser (beide AUT) haben den KitzRock Bouldercup 2010 gewonnen. Jonas Baumann verpasste als Dritter zwar den erneuten Titel, feierte aber den Sieg in der DAV-Cup-Wertung. Beste Deutsche bei den Damen wurde in Abwesenheit von Juliane Wurm und Luisa Neumärker Monika Retschy von der Sektion München-Oberland, die sich damit 100 Punkte in der nationalen Wertung sicherte.
85 Starter in Kitzbühel
Bei bestem Wetter in der Metropole der schönen und reichen Champagner- und Kaviarliebhaber verirrten sich zum Halbfinale und Finale am vergangenen Samstag leider nur wenige Zuschauer in den Mercedes Benz Sportpark. Aber das Vorbeischauen sollte sich lohnen: Reini Fichtinger und sein Schrauberteam hatten sich tolle Boulderprobleme ausgedacht, von ekligen Platten bis zu spektakulären, dynamischen Sprüngen wurde den Zuschauern alles geboten. In der 59-köpfigen Herrenkonkurrenz schafften es drei Deutsche in das Finale der besten Sechs: Jonas Baumann, Stefan Danker und Markus Hoppe, der im Halbfinale trotz immer noch schmerzender Außenband-Knieverletzung am letzten Boulder den Zweibrückener Mathias Conrad aus dem Finale kegeln konnte. Komplettiert wurde das starke Finalfeld vom Weltcup-Gesamtsieger der letzten drei Jahre, Kilian Fischhuber, dem Briten Stewart Watson und Lukas Ennemoser aus Niederösterreich. Bei den Damen sahen sich die Deutschen einer schier übermächtigen Anna Stöhr gegenüber, die wie Katha Saurwein und Sabine Bacher (alle AUT) die vier Halbfinal-Boulder ohne Probleme toppte. Mit den drei Favoritinnen zogen noch die erst 16-jährige Elena Brunner aus Hall/Tirol sowie die einzigen deutschen Finalstarterinnen Monika Retschy und Kathrin Lau in die Schlussrunde ein.
Stöhr flasht alle vier Boulder im Finale
Am Abend zeigte Anna Stöhr, die sich für die anstehende Weltcup-Saison wieder viel vorgenommen hat, dann ihre absoluten Ausnahmefähigkeiten. Ihr Auftritt ist schnell rekapituliert: Boulder besichtigt, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht – Sieg bejubelt. Ein perfekter Auftritt der Österreicherin, die in dieser Form wohl nur von wenigen Kletterinnen weltweit gefährdet werden kann. Zweite und Dritte wurden Sabine Bacher und Katha Saurwein mit jeweils zwei Bouldern auf der Habenseite. Noch vor den beiden Deutschen auf den Rängen fünf und sechs landete die junge Elena Brunner, die man in den nächsten Jahren auf der Rechnung haben sollte.
Ennemoser distanziert Top-Favorit Fischhuber
Ungleich spannender verlief das Finale der Herren. Gleich der erste Boulder wurde den drei Deutschen zum Verhängnis: Während die beiden Österreicher und der Brite mit der wackeligen Platte und dem schwierigen Zug zum Top-Griff keine großen Probleme hatten, fielen Hoppe, Baumann und Danker immer wieder auf die Matte und mussten sich mit dem Erreichen des Zonengriffs zufrieden geben. Anders lief es dann bei Boulder Nummer zwei: Hoppe legte vor und schaffte kurz vor Ablauf der vierminütigen Frist den Sprung aus extrem unbequemer Position an einen Henkel und im Anschluss auch den Weg bis zum Zielgriff. Stefan Danker machte es ihm nach, ebenso wie Jonas Baumann, Lukas Ennemoser und Kili Fischhuber. Nur dem Brite Watson gelang der Dyno nicht. An Boulderproblem Nummer drei hatte hingegen nur der gehandicapte Markus Hoppe Schwierigkeiten, alle anderen konnte sich auf die Kraft ihres linken Beines verlassen und toppten schnell. Die Entscheidung fiel also an Boulder Nummer vier: ein toller Fingerloch-Boulder, an dem sich zunächst Markus Hoppe die Zähne ausbiss. Auch Stefan Danker schüttelte den Kopf, nachdem er sich bis ans Ende seiner Kräfte gehangelt hatte. Stew Watson kletterte zum Top, ebenso wie Jonas Baumann, dem ein Flash gelang. Die Entscheidung erzwang Lukas Ennemoser, der Boulder Nummer vier flashte und Kilian Fischhuber keine Chance mehr gab, ihn noch einmal anzugreifen. Damit feierte der Sieger der letztjährigen Austria-Cup-Serie nach zwei Siegen von Jonas Baumann den ersten österreichischen Triumph in Kitzbühel. Baumann war dennoch nicht enttäuscht: "Lukas und Kili gehören zu den besten Boulderern der Welt. Es wäre vermessen gewesen, hier her zu fahren und einen Sieg zu erwarten. Ich bin froh, dass ich mich in guter Form präsentieren konnte", so der Dortmunder nach dem Wettkampf.
Die Ergebnisse im Überblick
Herren:
1. Ennemoser, Lukas (AUT)
2. Fischhuber, Kilian (AUT)
3. Baumann, Jonas (GER)
4. Watson, Stewart (GBR)
5. Danker, Stefan (GER)
6. Hoppe, Markus (GER)
Damen:
1. Stöhr, Anna (AUT)
2. Bacher, Sabine (AUT)
3. Saurwein, Katharina (AUT)
4. Brunner, Elena (AUT)
5. Retschy, Monika (GER)
6. Lau, Katrin (GER)
Mehr zum DAV Bouldercup findet ihr in unserem Eventspecial.
85 Starter in Kitzbühel
Bei bestem Wetter in der Metropole der schönen und reichen Champagner- und Kaviarliebhaber verirrten sich zum Halbfinale und Finale am vergangenen Samstag leider nur wenige Zuschauer in den Mercedes Benz Sportpark. Aber das Vorbeischauen sollte sich lohnen: Reini Fichtinger und sein Schrauberteam hatten sich tolle Boulderprobleme ausgedacht, von ekligen Platten bis zu spektakulären, dynamischen Sprüngen wurde den Zuschauern alles geboten. In der 59-köpfigen Herrenkonkurrenz schafften es drei Deutsche in das Finale der besten Sechs: Jonas Baumann, Stefan Danker und Markus Hoppe, der im Halbfinale trotz immer noch schmerzender Außenband-Knieverletzung am letzten Boulder den Zweibrückener Mathias Conrad aus dem Finale kegeln konnte. Komplettiert wurde das starke Finalfeld vom Weltcup-Gesamtsieger der letzten drei Jahre, Kilian Fischhuber, dem Briten Stewart Watson und Lukas Ennemoser aus Niederösterreich. Bei den Damen sahen sich die Deutschen einer schier übermächtigen Anna Stöhr gegenüber, die wie Katha Saurwein und Sabine Bacher (alle AUT) die vier Halbfinal-Boulder ohne Probleme toppte. Mit den drei Favoritinnen zogen noch die erst 16-jährige Elena Brunner aus Hall/Tirol sowie die einzigen deutschen Finalstarterinnen Monika Retschy und Kathrin Lau in die Schlussrunde ein.
Stöhr flasht alle vier Boulder im Finale
Am Abend zeigte Anna Stöhr, die sich für die anstehende Weltcup-Saison wieder viel vorgenommen hat, dann ihre absoluten Ausnahmefähigkeiten. Ihr Auftritt ist schnell rekapituliert: Boulder besichtigt, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht, zurück in die Isolation, Boulder geflasht – Sieg bejubelt. Ein perfekter Auftritt der Österreicherin, die in dieser Form wohl nur von wenigen Kletterinnen weltweit gefährdet werden kann. Zweite und Dritte wurden Sabine Bacher und Katha Saurwein mit jeweils zwei Bouldern auf der Habenseite. Noch vor den beiden Deutschen auf den Rängen fünf und sechs landete die junge Elena Brunner, die man in den nächsten Jahren auf der Rechnung haben sollte.
Ennemoser distanziert Top-Favorit Fischhuber
Ungleich spannender verlief das Finale der Herren. Gleich der erste Boulder wurde den drei Deutschen zum Verhängnis: Während die beiden Österreicher und der Brite mit der wackeligen Platte und dem schwierigen Zug zum Top-Griff keine großen Probleme hatten, fielen Hoppe, Baumann und Danker immer wieder auf die Matte und mussten sich mit dem Erreichen des Zonengriffs zufrieden geben. Anders lief es dann bei Boulder Nummer zwei: Hoppe legte vor und schaffte kurz vor Ablauf der vierminütigen Frist den Sprung aus extrem unbequemer Position an einen Henkel und im Anschluss auch den Weg bis zum Zielgriff. Stefan Danker machte es ihm nach, ebenso wie Jonas Baumann, Lukas Ennemoser und Kili Fischhuber. Nur dem Brite Watson gelang der Dyno nicht. An Boulderproblem Nummer drei hatte hingegen nur der gehandicapte Markus Hoppe Schwierigkeiten, alle anderen konnte sich auf die Kraft ihres linken Beines verlassen und toppten schnell. Die Entscheidung fiel also an Boulder Nummer vier: ein toller Fingerloch-Boulder, an dem sich zunächst Markus Hoppe die Zähne ausbiss. Auch Stefan Danker schüttelte den Kopf, nachdem er sich bis ans Ende seiner Kräfte gehangelt hatte. Stew Watson kletterte zum Top, ebenso wie Jonas Baumann, dem ein Flash gelang. Die Entscheidung erzwang Lukas Ennemoser, der Boulder Nummer vier flashte und Kilian Fischhuber keine Chance mehr gab, ihn noch einmal anzugreifen. Damit feierte der Sieger der letztjährigen Austria-Cup-Serie nach zwei Siegen von Jonas Baumann den ersten österreichischen Triumph in Kitzbühel. Baumann war dennoch nicht enttäuscht: "Lukas und Kili gehören zu den besten Boulderern der Welt. Es wäre vermessen gewesen, hier her zu fahren und einen Sieg zu erwarten. Ich bin froh, dass ich mich in guter Form präsentieren konnte", so der Dortmunder nach dem Wettkampf.
Die Ergebnisse im Überblick
Herren:
1. Ennemoser, Lukas (AUT)
2. Fischhuber, Kilian (AUT)
3. Baumann, Jonas (GER)
4. Watson, Stewart (GBR)
5. Danker, Stefan (GER)
6. Hoppe, Markus (GER)
Damen:
1. Stöhr, Anna (AUT)
2. Bacher, Sabine (AUT)
3. Saurwein, Katharina (AUT)
4. Brunner, Elena (AUT)
5. Retschy, Monika (GER)
6. Lau, Katrin (GER)
Mehr zum DAV Bouldercup findet ihr in unserem Eventspecial.
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