"Midnight Lightning" in Salzburg: Wenn der Berg zum Propheten kommt
bergleben.de am 08.09.2010 - 12:20 Uhr
© Albrecht Thausing
Das weltberühmte Boulderproblem "Midnight Lightning" mitten in der Salzburger Innenstadt. Geht nicht? Falsch! Albrecht Thausing und sein Projekt "Bergstoss" machen es möglich. Der Diplomarchitekt hat die komplette Felswand aus dem Yosemite-Nationalpark eingescannt und will eine Skulptur mit einer originalgetreuen Kopie des Problems im Unipark Nonntal in Salzburg platzieren.
"The heart of freeclimbing"
Doch wie kommt man auf die Idee, das bekannteste Boulderproblem der Welt zu kopieren und nach Salzburg zu versetzen? "Den ursprünglichen Gedanken hatte ich schon mit zehn Jahren, als ich ein Poster von John Bachar bei der Besteigung von "Midnight Lightning" sah. Ich war total begeistert von dieser neuen Art des Kletterns. Und die Route ist einfach eine Legende des Bouldersports, weshalb sie auch "The heart of freeclimbing" genannt wird. Dort trifft sich die weltweite Boulderelite. Während meines Architekturstudiums reifte die Idee dann weiter und ich merkte, dass sie tatsächlich realisierbar war", so der Österreicher.
Der Boulder muss gescannt werden!
Was folgte, war eine lange Zeit der Recherche, denn Thausing musste eine Möglichkeit zur berührungslosen Abnahme der Oberfläche finden. Er wollte die Qualität des Felsens nicht durch Negativformen aus Silikon oder ähnlichen Stoffen beschädigen. Schließlich entschied er sich: Der Boulder muss gescannt werden! Thausing machte sich auf die Suche nach einer passenden Firma. "Das Problem war, dass die meisten Firmen die Scan-Arbeiten selbst übernehmen wollten, aber überhaupt keine Ahnung vom Klettern haben. Sie wissen nicht welche Griffe, welche Tritte wichtig sind oder welche Varianten es gibt und wo man haargenau arbeiten muss." Erst die Firma Konica Minolta hatte ein offenes Ohr für seine Pläne und war bereit, ihm ein ca. 40.000 Euro teures Scan-Gerät über mehrere Wochen auszuleihen.
Scannen unter Hochdruck
Nach einer Einschulung auf dem 3D Scanner Vivid 900 durch die Verleihfirma ging es im September 2008 endlich nach Kalifornien in den Yosemite National Park. Das Scannen gestaltete sich jedoch logistisch als ein schwierigeres Unterfangen als zunächst geplant. Zwar war die Überführung des High Tech Scanners kein Problem und dank des Salzburger Kletterers Klemens Loskot die nötigen Lizenzen und Genehmigungen schnell eingeholt, doch das Scannen in sechs Metern Höhe stellte sich als Problem heraus. "Letztlich konnten wir uns von einer Steinmetzfirma aus dem Nationalpark über das Wochenende ein Gerüst ausleihen und mussten so drei Tage lang vom ersten Morgengrauen bis in die Dunkelheit mit Hochdruck arbeiten, um mit dem Scannen fertig zu werden", so Thausing, der zusammen mit Kumpel Michael Wildner unterwegs war. "Ohne dessen spontane Mitreise wäre das Scannen wohl nicht durchführbar gewesen".
240 Einzel-Scans bis zum Arbeitsmodell
Insgesamt 240 Einzel-Scans mussten die beiden machen, um den ganzen Felsen zu digitalisieren. Es folgte ein langer Winter, in dem Thausing anfing die riesige Datenmenge zu verarbeiten. Durch die Erstellung einer reduzierten, nicht so detailgenauen Version, konnte er erstmals genaue Angaben über Griffabstände, Weite der Ausladung und Gesamtabmessungen erarbeiten. Da der Boulder aus verschiedenen Blöcken zusammengesetzt wird, hatte Thausing nun auch eine Grundlage zur Teilung der Wand. Schließlich soll später keine Fuge einen Griff durchlaufen. Mithilfe dieser Daten ging der Österreicher in den nächsten Arbeitsschritt, der Anfertigung eines Arbeitsmodells.

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"The heart of freeclimbing"
Doch wie kommt man auf die Idee, das bekannteste Boulderproblem der Welt zu kopieren und nach Salzburg zu versetzen? "Den ursprünglichen Gedanken hatte ich schon mit zehn Jahren, als ich ein Poster von John Bachar bei der Besteigung von "Midnight Lightning" sah. Ich war total begeistert von dieser neuen Art des Kletterns. Und die Route ist einfach eine Legende des Bouldersports, weshalb sie auch "The heart of freeclimbing" genannt wird. Dort trifft sich die weltweite Boulderelite. Während meines Architekturstudiums reifte die Idee dann weiter und ich merkte, dass sie tatsächlich realisierbar war", so der Österreicher.
Der Boulder muss gescannt werden!
Was folgte, war eine lange Zeit der Recherche, denn Thausing musste eine Möglichkeit zur berührungslosen Abnahme der Oberfläche finden. Er wollte die Qualität des Felsens nicht durch Negativformen aus Silikon oder ähnlichen Stoffen beschädigen. Schließlich entschied er sich: Der Boulder muss gescannt werden! Thausing machte sich auf die Suche nach einer passenden Firma. "Das Problem war, dass die meisten Firmen die Scan-Arbeiten selbst übernehmen wollten, aber überhaupt keine Ahnung vom Klettern haben. Sie wissen nicht welche Griffe, welche Tritte wichtig sind oder welche Varianten es gibt und wo man haargenau arbeiten muss." Erst die Firma Konica Minolta hatte ein offenes Ohr für seine Pläne und war bereit, ihm ein ca. 40.000 Euro teures Scan-Gerät über mehrere Wochen auszuleihen.
Scannen unter Hochdruck
Nach einer Einschulung auf dem 3D Scanner Vivid 900 durch die Verleihfirma ging es im September 2008 endlich nach Kalifornien in den Yosemite National Park. Das Scannen gestaltete sich jedoch logistisch als ein schwierigeres Unterfangen als zunächst geplant. Zwar war die Überführung des High Tech Scanners kein Problem und dank des Salzburger Kletterers Klemens Loskot die nötigen Lizenzen und Genehmigungen schnell eingeholt, doch das Scannen in sechs Metern Höhe stellte sich als Problem heraus. "Letztlich konnten wir uns von einer Steinmetzfirma aus dem Nationalpark über das Wochenende ein Gerüst ausleihen und mussten so drei Tage lang vom ersten Morgengrauen bis in die Dunkelheit mit Hochdruck arbeiten, um mit dem Scannen fertig zu werden", so Thausing, der zusammen mit Kumpel Michael Wildner unterwegs war. "Ohne dessen spontane Mitreise wäre das Scannen wohl nicht durchführbar gewesen".
240 Einzel-Scans bis zum Arbeitsmodell
Insgesamt 240 Einzel-Scans mussten die beiden machen, um den ganzen Felsen zu digitalisieren. Es folgte ein langer Winter, in dem Thausing anfing die riesige Datenmenge zu verarbeiten. Durch die Erstellung einer reduzierten, nicht so detailgenauen Version, konnte er erstmals genaue Angaben über Griffabstände, Weite der Ausladung und Gesamtabmessungen erarbeiten. Da der Boulder aus verschiedenen Blöcken zusammengesetzt wird, hatte Thausing nun auch eine Grundlage zur Teilung der Wand. Schließlich soll später keine Fuge einen Griff durchlaufen. Mithilfe dieser Daten ging der Österreicher in den nächsten Arbeitsschritt, der Anfertigung eines Arbeitsmodells.

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