"Big Hammer " für Andi Bindhammer

M2b Redaktion am 24.11.2008 - 08:50 Uhr
Etwas mehr als drei Jahre blieb die von Christian Bindhammer im November 2005 erstbegangene Route – in der Zwischenzeit bekannt für ihre ultraharte Schlüsselpassage - ohne Begehung. Nach seinem erfolgreichen Aufenthalt an der Cote d‘ Azur auf der Suche nach neuen Herausforderungen stattete Andreas der Route Ende Oktober seinen "alljährlichen Besuch" ab, um festzustellen, dass Aufenthalte in Südfrankreich durchaus etwas bringen können: die Schlüsselpassage klappte schon nach wenigen Versuchen.


Training macht den Meister
Die einzige Hürde auf dem Weg nach oben: das möglichst kraftsparende Erreichen der Crux im oberen Viertel der Route - für den Boulder im Bereich 8a/a+ sollten noch genügend Kraftreserven vorhanden sein. Ein neues Ziel vor Augen traf man Andreas schon wenige Tage später erneut am sonnigen Hohlspiegel oberhalb der Ortschaft Pinswang nahe der deutsch-österreichischen Grenze beim Ausdauertraining in seinem jüngsten Projekt. Der vermutlich letzte warme Tag des Jahres macht mit spätsommerlichen Temperaturen über 20°C alle Durchstiegshoffnungen schnell zunichte. Mit den letzten Sonnenstrahlen startete Andreas einen Versuch – den dritten an diesem Tag. Alles lief perfekt, die Reibung war unglaublich. Ohne nachzugreifen zog er das Zweifinger-Untergriffloch durch bis auf den weit darüber liegenden Schultergriff für Rechts. Schließlich erreichte Andreas den Zielgriff: das Ende der schwersten Passage, der Körperschwung zieht die Füße nach hinten… Er tauchte ab in die inzwischen schattige Wand unter ihm. Ein Schrei aus Verzweiflung und Schmerz durchbrach die idyllische Stimmung – an dieser Stelle zu stürzen ist eine unangenehme Erfahrung - physisch und psychisch.

Kein Abtauchen mehr
Etwas mehr als eine Woche später, es war bereits der 10. November 2008, kehrte Andreas zurück. Das vom letzten unsanften Abgang in der Route in seiner Beweglichkeit eingeschränkte Knie war wieder einsatzbereit, der Schmerz vergessen. Das Aufwärmen in der Route machte allerdings wenig Hoffnung auf einen schnellen Durchstieg: der Körper war nach zwei Tagen geschäftlicher Termine zwar gut erholt, aber noch ohne Spannung. Im zweiten Versuch zeigte sich, dass eine längere Pause mit einer intensiven Warm-Up-Phase durchaus etwas bewirken kann. Andreas erreichte scheinbar mühelos den Ruhepunkt vor der ultimativen Sequenz. Die folgenden Züge wirkten kontrolliert, auch das unangenehm verdrehte Einsortieren des Zweifinger-Untergriffloches. Ein kurzes Nachsetzen, der Körper kippte nach hinten, stabilisierte sich aber und die rechte Hand erwischte den Schultergriff optimal. Auch der linke Fuß traf den kleinen Tritt perfekt. Zwischengriff links – Andis Körper schnellte nach oben, die linke Hand erreichte ihr Ziel, während zuerst beide Füße und danach auch die zweite Hand sich löst. Als sie jedoch beim Zurückschwingen den Griff auf gleicher Höhe zu greifen bekommt ist klar: es wird kein schmerzhaftes Abtauchen mehr geben.

Video von puntX
Ein weiteres Projekt von Andi war in diesem Jahr die Begehung von "puntX". Hier sehen Sie einen Clip dazu:



Quelle:
Andreas Bindhammer
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