Two Summits Expedition erleidet erneuten Rückschlag: Göschl zurück im Basislager

bergleben.de am 27.07.2009 - 11:47 Uhr
Two Summits Expedition erleidet erneuten Rückschlag
Die Two Summits Expedition von Gerfried Göschl scheint vom Pech verfolgt. Nach dem tragischen Tod seines langjährigen Freundes Wolfgang Kölblinger am Nanga Parbat (8125 m), sah sich der Österreicher heftigen Vorwürfen des portugiesischen Bergsteigers Joao Garcia ausgesetzt. Dieser hatte ihm eine indirekte Mitverantwortung an dem Tod der Bergsteigerin Mi Sun Go unterstellt, die mit einem koreanischen Expeditionsteam den Schicksalsberg bezwingen wollte.

Wetter spielte nicht mit
Nun steht auch die zweite Expedition zum K2 (8611 m) unter keinem guten Stern. Nach dem das Team um Gerfried bereits unter schlechten Wetterbedingungen - kalt, windig, dicke Wolkendecke – das Lager 2 erreicht hatte, mussten die Extremsportler jetzt ihren Angriff auf den Gipfel des Bergriesen abbrechen. Auf einer Höhe von 7.800 Metern blieb der Expedition nichts anderes übrig, als umzukehren. Zu groß war die Lawinengefahr. Während Gerfried und seine Partner Sepp Bachmair und Christian Stangl anfänglich noch einen erneuten Gipfelversuch von Lager 3 aus planten, zerschlug sich auch dieses Vorhaben.

Zurück zum Basislager
Die entscheidende Schlüsselstelle der Abruzzispornroute im Bereich der so genannten Schulter des K2 ist momentan aufgrund der permanenten Lawinengefahr nicht passierbar. In einer Pressemitteilung Gerfrieds heißt es: „Jetzt werden wir erstmal absteigen und uns erholen, vielleicht haben wir ja nächste Woche nochmals eine Chance, auf den Gipfel zu kommen, wir werden sehen." Seine übrigen Expeditionsteilnehmer sind bereits am Basislager des K2 angekommen.



300 Höhenmeter fehlten
Auch die österreichische Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hat das Wetter des K2 eiskalt erwischt und zwang sie zur Umkehr. Das Bittere: Gerlinde und ihrem Begleiter David Göttler fehlten nur noch knapp 300 Höhenmeter bis zum Sieg über den Berg. Die beiden Extremsportler hatten versucht, der Eisschlaggefahr unterhalb des großen Seracs zu entgehen. Diese Stelle hatte bereits letztes Jahr elf Bergsteigern das Leben gekostet. Darum wählten Gerlinde und David eine anspruchsvollere, sicherere Route, die aber gleichzeitig mehr Zeit kostete.

Rekord verpasst
Nach Aussagen ihres Ehemannes Ralf Dujmovits kam der entscheidende Funkspruch über den Abbruch des Gipfelsturms am frühen Nachmittag des gestrigen Tages: „Die Tageszeit ist zu sehr fortgeschritten, die Schwierigkeiten in den Felsen links neben dem Flaschenhals haben so viel Zeit gefordert, dass ein Erreichen des Gipfels zu einer vernünftigen Tageszeit nicht mehr möglich sein wird“, berichtete ihr Mann auf der Webseite der Österreicherin. Somit ist vorerst ein neuer Rekord verpasst: Noch nie hat eine Frau 13 oder sogar alle 14 Achttausender der Welt bestiegen. Das Rennen zwischen den Anwärterinnen auf diesen Triumph, Gerlinde Kaltenbrunner, Oh Eun-Sun, Edurne Pasaban und Nives Meroi bleibt also weiter spannend.
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