Das Drama am Nanga Parbat: Begleiter von Karl Unterkircher gerettet

M2b Redaktion am 24.07.2008 - 11:36 Uhr
Nach bitteren Tagen des langen Wartens hat das als "Drama am Nanga Parbat" bekannte Szenario nun zumindest für Simon Kehrer und Walter Nones ein gutes Ende gefunden. Die Extremsportler aus Enneberg und Cavalese saßen seit Tagen auf einer Höhe von 6600 Metern fest, nachdem sie durch die extremen Witterungsbedingungen am Abstieg gehindert wurden: Regen hatte die Sicht fast unmöglich gemacht und sie auf dieser Höhe festgehalten.


Abwurf von Lebensmitteln sorgte für gute Verfassung
Nachdem ein Hubschrauber am Wochenende ein Versorgungspaket mit Lebensmitteln und einem Satellitentelefon oberhalb des Lagers abwerfen konnte, gelang es aus dem Basislager einige Worte mit den beiden Bergsteigern zu wechseln. Diese versicherten gut in Form und dank der Lebensmittel auch in der Lage zu sein, auf eine Verbesserung des Wetters zu warten.

Abfahrt auf Skiern beobachtet
Südtirol-Online konnte heute Morgen bereits den Beginn des Abstiegs verkünden. Kontakt zum italienischen Rettungsteam ermöglichte die Versicherung, dass sich die beiden auf Skiern in Richtung Tal bewegten. Auf einer Höhe von 6000 Metern konnten sie dann von einem Helikopter abgeholt und ins Basislager geflogen werden. Mit der Ankunft der beiden endet die Nanga Parbat Expedition zumindest für zwei Drittel des Teams glimpflich.

Trauer um Karl Unterkircher
Die Rettung von Kehrer und Nones wird es nun ermöglichen, die genaueren Umstände des Todes Karl Unterkirchers zu klären. Der bekannte Wolkensteiner Bergsteiger, der unter anderem zahlreiche Erstbesteigungen und einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde zu verzeichnen hatte, war schon am Dienstag der letzten Woche in eine Gletscherspalte auf 6400 Metern Höhe gestürzt und hatte damit ein weltweites mediales Echo ausgelöst.

Historischer "Schicksalsberg der Deutschen"
Der Nanga Parbat war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Schicksalsberg der Deutschen in die Geschichte eingegangen. Zahlreiche deutsche und deutschstämmige Bergsteiger versuchten ihr Glück an diesem Gipfel und scheiterten, was auch die Nazi-Propagandapresse zum Verbreiten dieses Namens veranlasste. Auch der weltbekannte Reinhold Messner verlor 1970 auf diesem Berg seinen Bruder Günther. Die Erstbesteigung 1953 durch Hermann Buhl machte den einfachsten Weg auf den Gipfel, die Buhl-Route bekannt. Das Trio Unterkircher, Kehrer, Nones wollte nun einen weiteren, direkteren Weg finden. Auf tragische Weise ist dies gescheitert.
Kommentar eingeben:
Name:
Emailadresse:
Homepage:
Kommentar:
 

ANZEIGE

ANZEIGE

Sportlerfrage.net