Traum vom ewigen Eis

bergleben.de am 09.06.2004 - 10:45 Uhr
Am 7. Juni 2004 sind vier junge Alpinisten aus Oberbayern nach Grönland aufgebrochen. Dort wollen sie einen Lebenstraum in die Wirklichkeit umsetzen und das Inlandeis von Westen nach Osten durchqueren.

Vier Teilnehmer bei 'Horizonte 2004'
Hayo Wolfram (33), Florian Geiger, (32, beide aus Feldkirchen Westerham), Günther Hanisch (32, aus Übersee am Chiemsee) und Hubert Domscheit (32, aus Holzolling) müssen dazu eine Strecke von etwa 650 Kilometern zurücklegen. Sie werden sich bei ihrer 'Horizonte 2004' genannten Expedition auf Skiern fortbewegen, pro Person rund 100 Kilogramm Gepäck in sogenannten Pulkas (Lastschlitten) hinter sich herziehen und sich dabei vor Temperaturen von bis zu minus 30 Grad, Gletscherspalten und Stürmen in Acht nehmen müssen.

Informationen
Mehr Information gibt es auf der Internetseite www.Horizonte2004.de. Die Firmen Berghaus und Primus unterstützen die Expedition mit Bekleidung und Rucksäcken beziehungsweise Kochern.

Von West nach Ost
Nach intensiven Vorbereitungen in den Bergen und Gletschern der Alpen beginnen die vier Freunde die Tour im Westen der Insel. Von Kangerlussuaq, einer ehemaligen amerikanischen Militärbasis, geht es endlose Kilometer durch das ewige Eis zur Küste von Ostgrönland. Am Anfang heißt es, den Weg durch eine rund 70 Kilometer breite Zone mit Gletscherspalten finden zu müssen, ehe dann auf dem Eis richtig Strecke gemacht werden kann.

Vier Wochen
'White Out' – wenn bei Nebel das Weiß der Wolken mit dem Weiß des Schnees verschmilzt, könnte den vier Abenteurern einiges abverlangt werden. Wenn alles nach Plan läuft, erreichen sie nach etwa vier entbehrungsreichen Wochen die Ostküste in der Nähe der kleinen Siedlung Isortoq.

Fast wie eine Sucht
Expeditionsleiter Hayo Wolfram kehrt seit seiner ersten Reise nach Grönland regelmäßig auf die eisige Insel zurück: "Die Reinheit und Klarheit faszinieren mich einfach. Es ist fast wie eine Sucht, ich muss einfach immer wieder nach Grönland zurück. Und die Inlandeis-Überquerung ist so etwas wie die logische Konsequenz dieser Begeisterung. Wir freuen uns riesig und haben zugleich größten Respekt! Dort oben reduziert sich alles auf Himmel und Eis. Sogar der Zeitbegriff wird durch den fehlenden Wechsel von Tag und Nacht eliminiert. Während der Reise werden wir extreme Belastungen physischer und psychischer Art wie Kälte, Einsamkeit, Schutzlosigkeit und körperliche Höchstleistung verkraften müssen. Außerdem lauern Gefahren, Stürme, die Spaltenzonen im Auf- und Abstieg und am Ende sogar Eisbären auf uns".

Dokumentation für das Bayerische Fernsehen
Während Hayo Wolfram unterwegs für diverse Publikationen fotografiert, wird der ausgebildete Kameramann Günther Hanisch die Expedition für das Bayerische Fernsehen dokumentieren. Auch er verbrachte als Reiseleiter bereits mehrere Monate auf Grönland und sagt: "Im Englischen gibt es den schönen Ausdruck 'arctic bitten', von der Arktis gebissen. Das trifft die Sache ins Herz".

Quellen
- www.Horizonte2004.de
- www.K-G-K.com

Kontakt
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web: www.K-G-K.com