Trans-Grönland-Expedition erfolgreich
bergleben.de am 04.08.2004 - 14:25 Uhr
Die bayerischen Expeditionsteilnehmer von der Trans-Grönland-Unternehmung 'Horizonte 2004' haben es geschafft! Nach 33 Tagen in Eis und Schnee erreichten Florian Geiger (32), Expeditionsleiter Hayo Wolfram (33, beide aus Feldkirchen Westerham) und Günther Hanisch (32, aus Übersee am Chiemsee) nach 586 Kilometern über Eis auf Skiern die Ostküste Grönlands. Einziger Wermutstropfen: Hubert Domscheit (32) aus Holzolling musste sich am zehnten Tag aufgrund einer Zahnentzündung ausfliegen lassen.
Seit ein paar Tagen sind die Protagonisten wieder in der Heimat und genießen die sommerlichen Temperaturen.
586 Kilometer Endlosigkeit
Die Durchquerung der größten Insel der Welt fand von Kangerlussuaq im Westen hinüber nach Isortoq an der Ostküste statt.
Den Traum von der Grönland-Durchquerung trugen die vier Freunde aus Oberbayern lange mit sich herum. Hayo Wolfram und Günther Hanisch waren schon zuvor auf Grönland gewesen und hatten sich bei dieser Gelegenheit in die Arktis verliebt. Sie begeisterten Geiger und Domscheit für die gemeinsame Expedition ins ewige Eis. Erfahrungen und Know-How der Teilnehmer ergänzten sich ideal. Während Hayo Wolfram unterwegs für diverse Publikationen fotografierte, hielt Kameramann Günther Hanisch die Ereignisse fürs Fernsehen auf Film fest. Flo Geiger war Navigator und erfasste die Wetterdaten, Hubert war für Ernährung und Koordination zuständig. Nach einer intensiven Vorbereitung brachen die Vier Mitte Juni auf.
Auch mit dem Glück im Bunde
Startpunkt der eigentlichen Expedition war Kangerlussuaq am Ende eines Fjords an der Westküste. Der ehemalige amerikanische Militärstützpunkt ist heute der wichtigste Flughafen von Grönland. Per Truck ging es noch ein paar Kilometer bis zur Eiskante. Ab dort war das Team auf sich allein gestellt: 586 schwierige Kilometer voller Gefahren lagen vor ihnen. Jeder zog rund 120 Kilogramm Gepäck in Pulkas (Zugschlitten) hinter sich her. Nach sechs mühsamen Aufstiegstagen im Labyrinth riesiger Gletscherspalten erreichte die Gruppe das Innere der riesigen Eiskappe. Günther Hanisch brach dabei zwei mal ein, zum Glück ohne Folgen.
Marternder Zahnschmerz zwingt zur Aufgabe
Nach einer Woche auf dem Eis litt Hubert Domscheit unter zunehmend schlimmeren Zahnschmerzen. Die Expedition saß drei Tage fest (Schneesturm) und alle Teilnehmer hofften, die Beschwerden des Kameraden würden während der 'Zwangspause' abklingen. Als dies nicht der Fall war, wurde der Hubschrauber gerufen, der auf Grund schlechten Wetters aber erst am Tag nach der Alarmierung kommen konnte. Frustriert musste sich Hubert ausfliegen lassen. Auch Florian Geiger kam nicht ungeschoren davon: "Mit Magen-Darmgrippe und jeder Menge Blasen an den Füßen zwölf Stunden lang durch ein Gewirr von Gletscherspalten zu gehen – das kostete mich unglaublich viel Kraft.“ Aber für ihn ging es weiter. Hayo Wolfram erzählt: "Jeder von uns hatte seine Tiefpunkte. Aber die Anderen bauten einen wieder auf, und so haben wir es schließlich geschafft. Ich bin froh, dass bei uns die Chemie im Team so gut passte.“
Alles in allem günstige Bedingungen
Meistens durften sich die Abenteurer über gutes Wetter freuen: Sonnenschein und nicht zu viel Wind. Die Schneeverhältnisse waren abwechslungsreich. Dazu Günther Hanisch: "Die Grönländer kennen über 40 verschiedene Namen für die unterschiedlichen Schneearten. Ich glaube, die meisten davon haben wir kennen gelernt. Dazu gehörte auch weicher Sulzschnee bei warmem Wetter und freiem Oberkörper.“ Wenn der Wind stimmte, setzte das Team so genannte Kites ein: Mit bis zu Tempo 50 zogen die überdimensionierten Lenkdrachen die Expeditionsteilnehmer über die eisige Endlosigkeit.
Monat der Entbehrungen
Nach 33 Tagen und fast 600 Kilometern erreichte die verbliebene Dreiermannschaft am 13. Juli 2004 um 01.00 Uhr die grönländische Ostküste nahe der Ortschaft Isortoq. "Das war schon ein irres Gefühl, plötzlich am Meer zu stehen“, sagt Günther Hanisch. Nach siebeneinhalbstündiger Bootsfahrt durch Eisschollen und mit langen Umwegen auf Grund zugefrorener Teilstrecken kam die Gruppe endlich in Tassilaq an.
Schön, still, weit
Zurück in der Sommerhitze Mitteleuropas erzählen die Abenteurer begeistert von der Schönheit Grönlands, von der unglaublich klaren Luft, der völligen Stille an den Tagen ohne Wind und der endlosen Weite unter dem blauem Himmel.
Zum Interview mit Günter Hanisch und Florian Geiger
Weitere Informationen
- www.Horizonte2004.de
- www.berghaus.com. Die Firmen Berghaus und Primus unterstützen die Expedition mit Bekleidung und Rucksäcken beziehungsweise Kochern.
- kostenlose Hotline 0800 100 87 65 (nur Deutschland)
Quellen
- www.Horizonte2004.de
- www.K-G-K.com
Kontakt
KGK - Kern Gottbrath Kommunikation
Ungererstr. 161, 80805 Muenchen
fon: +49 (0) 89 - 30 76 66-3
fax: +49 (0) 89 - 30 76 66-50
ISDN-Leonardo: +49 (0) 89 - 30 76 66-55
web: www.K-G-K.com
Fotoserie: Trans-Grönland-Expedition erfolgreich
Seit ein paar Tagen sind die Protagonisten wieder in der Heimat und genießen die sommerlichen Temperaturen.
586 Kilometer Endlosigkeit
Die Durchquerung der größten Insel der Welt fand von Kangerlussuaq im Westen hinüber nach Isortoq an der Ostküste statt.
Den Traum von der Grönland-Durchquerung trugen die vier Freunde aus Oberbayern lange mit sich herum. Hayo Wolfram und Günther Hanisch waren schon zuvor auf Grönland gewesen und hatten sich bei dieser Gelegenheit in die Arktis verliebt. Sie begeisterten Geiger und Domscheit für die gemeinsame Expedition ins ewige Eis. Erfahrungen und Know-How der Teilnehmer ergänzten sich ideal. Während Hayo Wolfram unterwegs für diverse Publikationen fotografierte, hielt Kameramann Günther Hanisch die Ereignisse fürs Fernsehen auf Film fest. Flo Geiger war Navigator und erfasste die Wetterdaten, Hubert war für Ernährung und Koordination zuständig. Nach einer intensiven Vorbereitung brachen die Vier Mitte Juni auf.
Auch mit dem Glück im Bunde
Startpunkt der eigentlichen Expedition war Kangerlussuaq am Ende eines Fjords an der Westküste. Der ehemalige amerikanische Militärstützpunkt ist heute der wichtigste Flughafen von Grönland. Per Truck ging es noch ein paar Kilometer bis zur Eiskante. Ab dort war das Team auf sich allein gestellt: 586 schwierige Kilometer voller Gefahren lagen vor ihnen. Jeder zog rund 120 Kilogramm Gepäck in Pulkas (Zugschlitten) hinter sich her. Nach sechs mühsamen Aufstiegstagen im Labyrinth riesiger Gletscherspalten erreichte die Gruppe das Innere der riesigen Eiskappe. Günther Hanisch brach dabei zwei mal ein, zum Glück ohne Folgen.
Marternder Zahnschmerz zwingt zur Aufgabe
Nach einer Woche auf dem Eis litt Hubert Domscheit unter zunehmend schlimmeren Zahnschmerzen. Die Expedition saß drei Tage fest (Schneesturm) und alle Teilnehmer hofften, die Beschwerden des Kameraden würden während der 'Zwangspause' abklingen. Als dies nicht der Fall war, wurde der Hubschrauber gerufen, der auf Grund schlechten Wetters aber erst am Tag nach der Alarmierung kommen konnte. Frustriert musste sich Hubert ausfliegen lassen. Auch Florian Geiger kam nicht ungeschoren davon: "Mit Magen-Darmgrippe und jeder Menge Blasen an den Füßen zwölf Stunden lang durch ein Gewirr von Gletscherspalten zu gehen – das kostete mich unglaublich viel Kraft.“ Aber für ihn ging es weiter. Hayo Wolfram erzählt: "Jeder von uns hatte seine Tiefpunkte. Aber die Anderen bauten einen wieder auf, und so haben wir es schließlich geschafft. Ich bin froh, dass bei uns die Chemie im Team so gut passte.“
Alles in allem günstige Bedingungen
Meistens durften sich die Abenteurer über gutes Wetter freuen: Sonnenschein und nicht zu viel Wind. Die Schneeverhältnisse waren abwechslungsreich. Dazu Günther Hanisch: "Die Grönländer kennen über 40 verschiedene Namen für die unterschiedlichen Schneearten. Ich glaube, die meisten davon haben wir kennen gelernt. Dazu gehörte auch weicher Sulzschnee bei warmem Wetter und freiem Oberkörper.“ Wenn der Wind stimmte, setzte das Team so genannte Kites ein: Mit bis zu Tempo 50 zogen die überdimensionierten Lenkdrachen die Expeditionsteilnehmer über die eisige Endlosigkeit.
Monat der Entbehrungen
Nach 33 Tagen und fast 600 Kilometern erreichte die verbliebene Dreiermannschaft am 13. Juli 2004 um 01.00 Uhr die grönländische Ostküste nahe der Ortschaft Isortoq. "Das war schon ein irres Gefühl, plötzlich am Meer zu stehen“, sagt Günther Hanisch. Nach siebeneinhalbstündiger Bootsfahrt durch Eisschollen und mit langen Umwegen auf Grund zugefrorener Teilstrecken kam die Gruppe endlich in Tassilaq an.
Schön, still, weit
Zurück in der Sommerhitze Mitteleuropas erzählen die Abenteurer begeistert von der Schönheit Grönlands, von der unglaublich klaren Luft, der völligen Stille an den Tagen ohne Wind und der endlosen Weite unter dem blauem Himmel.
Zum Interview mit Günter Hanisch und Florian Geiger
Weitere Informationen
- www.Horizonte2004.de
- www.berghaus.com. Die Firmen Berghaus und Primus unterstützen die Expedition mit Bekleidung und Rucksäcken beziehungsweise Kochern.
- kostenlose Hotline 0800 100 87 65 (nur Deutschland)
Quellen
- www.Horizonte2004.de
- www.K-G-K.com
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fon: +49 (0) 89 - 30 76 66-3
fax: +49 (0) 89 - 30 76 66-50
ISDN-Leonardo: +49 (0) 89 - 30 76 66-55
web: www.K-G-K.com
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