Lawinenunglück am Gasherbrum II
bergleben.de am 20.07.2007 - 15:03 Uhr
Am Mittwoch, dem 18. Juli 2007, ereignete sich am Gasherbrum II in Pakistan ein schwerer Lawinenunfall. Vier Teilnehmer einer Expedition von AMICAL alpin (Bühlertal), darunter der Expeditionsleiter, wurden verschüttet.
Ein Mitglied der Gruppe konnte zwar geborgen werden, erlag aber wenig später seinen schweren inneren Verletzungen. Ein weiterer Bergsteiger ist schwer verletzt. Ein viertes Gruppenmitglied wurde verschüttet und konnte bislang noch nicht geborgen werden. Bei den Verunglückten handelt es sich um drei Deutsche und einen Bergsteiger japanischer Herkunft.
Der Unfallhergang
Das Unfallgebiet liegt im Baltorogebiet / Karakorum / Pakistan. Die Expedition befand sich im Aufstieg zum Gasherbrum II (8.035 Meter), als sich oberhalb von Lager II auf circa 6.700 Metern eine Lawine löste. Alle vier Gruppenmitglieder, darunter der erfahrene Expeditionsleiter Dirk Groeger, wurden von der Lawine erfasst.
Als erstes traf die Lawine den vorausspurenden japanischen Teilnehmer, in direkter Folge wurden der Expeditionsleiter und ein schwarzwälder Teilnehmer, die gerade Fixseile anbrachten, mitgerissen; als letztes ein bayerischer Teilnehmer. Dieser, seitlich nachkommend, wurde von der Lawine über einen Höhenunterschied von fast 1.000 Höhenmetern - dazwischen ein 200 Meter hoher Felsabbruch - in die Tiefe gespült.
Die Folgen
Der circa 200 Meter breite und 400 Meter lange Lawinenkegel am Ende der Lawinenbahn wurde am Donnerstag durch einen amerikanischen Bergführer und andere Bergsteiger inspiziert - von dem verschütteten Teilnehmer fehlt weiterhin jede Spur. Die Angehörigen wurden am Nachmittag ausführlich informiert.
Der schwarzwälder Teilnehmer wurde nur schwach verschüttet, verstarb aber gestern kurz nach der Bergung an den Folgen schwerer, innerer Verletzungen. Nach Absprache mit seinen Angehörigen wurde er heute auf Höhe von Lager I würdevoll bestattet.
Erster Bergungsversuch des Japaners gescheitert
Der japanische Bergsteiger war nach 300 Metern Mitgerissenwerdens ebenfalls nur wenig verschüttet auf Höhe von Lager II auf einer Verflachung liegengeblieben. Seine inneren Verletzungen sind noch unklar. Ein Bergungsversuch durch einen Helikopter der pakistanischen Armee von Lager II (circa 6.400 Meter) blieb Mittwochabend erfolglos.
Gestern Morgen um 05:00 Uhr gelang es, den Japaner von Lager II nach Lager I (5.900 Meter) mit Hilfe einer vom Helikopter abgeworfenen Trage abzutransportieren.
Nachdem gestern Nachmittag von der zentralen Einsatzleitung dem Helikopter in Islamabad zunächst mitgeteilt wurde, dass eine Bergung aus der Höhe von Lager I derzeit nicht stattfinden könne, wurde der Abtransport des Japaners zu Fuß ins Basislager erwogen. Mit zahlreichen Rippenbrüchen und unbekannten inneren Verletzungen waren die Schmerzen für den Verletzten jedoch zu groß. Letztlich versprach nach erneuten Anrufen das Militär in Skardu einen erneuten Bergeversuch am heutigen Vormittag, der letztlich auch gelang. Auch der Expeditionsleiter konnte ausgeflogen werden. Beide Bergsteiger wurden zur Weiterbehandlung in das Militär-Krankenhaus von Skardu eingeliefert.
Vierter Bergsteiger nach wie vor vermisst
Von dem mit der Lawine am weitesten mitgerissenen bayrischen Bergsteiger fehlt - trotz intensiver Suche - weiterhin jede Spur. Es muss davon ausgegangen weden, dass er im 400 mal 200 Meter großen Lawinenkegel verschüttet bleibt.
Zwischenfall während Akklimatisationsphase
Bereits in der Akklimatisationsphase hatte es einen tödlichen Zwischenfall gegeben: Eine 42-jährige Österreicherin war nach dem Aufstieg ins Lager I wie vereinbart ins Basislager zurückgekehrt. Dort fand man sie am Abend jedoch tot in ihrem Zelt; sämtliche Reanimierungsmaßnahmen blieben erfolglos.
Trauer bei AMICAL alpin
AMICAL alpin spricht den Angehörigen der verstorbenen Expeditionsteilnehmer sein tiefstes Mitgefühl aus. Der Dank des Unternehmens gilt allen an Bergung und Suche beteiligten Bergsteigern am Gasherbrum II, ohne deren großartigen Einsatz die Bergung des japanischen Bergsteigers nicht möglich gewesen wäre.
Der Gasherbrum II (8.035 Meter) ist ein häufig begangener 8.000er. AMICAL alpin führte die Expedition zum Gasherbrum II bisher acht Mal durch.
Quelle
Pressmitteilungen vom 19. und 20. Juli, AMICAL alpin
Ansprechpartner: Andreas Sippel (Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer)
Fotoserie: Lawinenunglück am Gasherbrum II
Ein Mitglied der Gruppe konnte zwar geborgen werden, erlag aber wenig später seinen schweren inneren Verletzungen. Ein weiterer Bergsteiger ist schwer verletzt. Ein viertes Gruppenmitglied wurde verschüttet und konnte bislang noch nicht geborgen werden. Bei den Verunglückten handelt es sich um drei Deutsche und einen Bergsteiger japanischer Herkunft.
Der Unfallhergang
Das Unfallgebiet liegt im Baltorogebiet / Karakorum / Pakistan. Die Expedition befand sich im Aufstieg zum Gasherbrum II (8.035 Meter), als sich oberhalb von Lager II auf circa 6.700 Metern eine Lawine löste. Alle vier Gruppenmitglieder, darunter der erfahrene Expeditionsleiter Dirk Groeger, wurden von der Lawine erfasst.
Als erstes traf die Lawine den vorausspurenden japanischen Teilnehmer, in direkter Folge wurden der Expeditionsleiter und ein schwarzwälder Teilnehmer, die gerade Fixseile anbrachten, mitgerissen; als letztes ein bayerischer Teilnehmer. Dieser, seitlich nachkommend, wurde von der Lawine über einen Höhenunterschied von fast 1.000 Höhenmetern - dazwischen ein 200 Meter hoher Felsabbruch - in die Tiefe gespült.
Die Folgen
Der circa 200 Meter breite und 400 Meter lange Lawinenkegel am Ende der Lawinenbahn wurde am Donnerstag durch einen amerikanischen Bergführer und andere Bergsteiger inspiziert - von dem verschütteten Teilnehmer fehlt weiterhin jede Spur. Die Angehörigen wurden am Nachmittag ausführlich informiert.
Der schwarzwälder Teilnehmer wurde nur schwach verschüttet, verstarb aber gestern kurz nach der Bergung an den Folgen schwerer, innerer Verletzungen. Nach Absprache mit seinen Angehörigen wurde er heute auf Höhe von Lager I würdevoll bestattet.
Erster Bergungsversuch des Japaners gescheitert
Der japanische Bergsteiger war nach 300 Metern Mitgerissenwerdens ebenfalls nur wenig verschüttet auf Höhe von Lager II auf einer Verflachung liegengeblieben. Seine inneren Verletzungen sind noch unklar. Ein Bergungsversuch durch einen Helikopter der pakistanischen Armee von Lager II (circa 6.400 Meter) blieb Mittwochabend erfolglos.
Gestern Morgen um 05:00 Uhr gelang es, den Japaner von Lager II nach Lager I (5.900 Meter) mit Hilfe einer vom Helikopter abgeworfenen Trage abzutransportieren.
Nachdem gestern Nachmittag von der zentralen Einsatzleitung dem Helikopter in Islamabad zunächst mitgeteilt wurde, dass eine Bergung aus der Höhe von Lager I derzeit nicht stattfinden könne, wurde der Abtransport des Japaners zu Fuß ins Basislager erwogen. Mit zahlreichen Rippenbrüchen und unbekannten inneren Verletzungen waren die Schmerzen für den Verletzten jedoch zu groß. Letztlich versprach nach erneuten Anrufen das Militär in Skardu einen erneuten Bergeversuch am heutigen Vormittag, der letztlich auch gelang. Auch der Expeditionsleiter konnte ausgeflogen werden. Beide Bergsteiger wurden zur Weiterbehandlung in das Militär-Krankenhaus von Skardu eingeliefert.
Vierter Bergsteiger nach wie vor vermisst
Von dem mit der Lawine am weitesten mitgerissenen bayrischen Bergsteiger fehlt - trotz intensiver Suche - weiterhin jede Spur. Es muss davon ausgegangen weden, dass er im 400 mal 200 Meter großen Lawinenkegel verschüttet bleibt.
Zwischenfall während Akklimatisationsphase
Bereits in der Akklimatisationsphase hatte es einen tödlichen Zwischenfall gegeben: Eine 42-jährige Österreicherin war nach dem Aufstieg ins Lager I wie vereinbart ins Basislager zurückgekehrt. Dort fand man sie am Abend jedoch tot in ihrem Zelt; sämtliche Reanimierungsmaßnahmen blieben erfolglos.
Trauer bei AMICAL alpin
AMICAL alpin spricht den Angehörigen der verstorbenen Expeditionsteilnehmer sein tiefstes Mitgefühl aus. Der Dank des Unternehmens gilt allen an Bergung und Suche beteiligten Bergsteigern am Gasherbrum II, ohne deren großartigen Einsatz die Bergung des japanischen Bergsteigers nicht möglich gewesen wäre.
Der Gasherbrum II (8.035 Meter) ist ein häufig begangener 8.000er. AMICAL alpin führte die Expedition zum Gasherbrum II bisher acht Mal durch.
Quelle
Pressmitteilungen vom 19. und 20. Juli, AMICAL alpin
Ansprechpartner: Andreas Sippel (Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer)
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Verwandte Fotoserien:
Fotoserie: Impressionen vom Gasherbum II
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Weiterführende Informationen:
| Amical Alpin |
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