Peter Schlickenrieder schafft dritte Alpenüberquerung: 2500 Kilometer und 16.000 Höhenmeter in sieben Tagen
bergleben.de am 22.01.2010 - 14:35 Uhr
Peter Schlickenrieder hat es geschafft. Innerhalb von sieben Tagen gelang ihm seine dritte Alpenüberquerung. Dabei durchquerte er mit seinem Team vier Länder und brachte ca. 2500 Kilometer und 16.000 Höhenmeter hinter sich. Die Tour stand unter dem Motto "Skibergsteigen umweltfreundlich", mit welchem er nicht nur für einen schonenden Umgang mit der Umwelt warb, sondern auch die gleichnamige Aktion des DAV unterstützte. Wir haben für euch einen Rückblick über die einzigartige Tour und ihre Etappen.
Erste Etappe: Madonna di Campiglio – Pejo/Val di Sole
Los ging es für Peter Schlickenrieder und sein Team, bestehend aus Martin Leitner, Dietmar Rexhausen und Bergführer Patrick Jost, am 14. Januar in Madonna di Campiglio im Herzen des Naturparks Adamello Brenta. 35 Kilometer und 1600 Höhenmeter galt es zu überwinden. Dabei kamen die Vier trotz Schlickenrieders gerade überstandener Bronchitis schnell voran und ihnen offenbarte sich die atemberaubende Landschaft der Dolomiten. Die weitere Strecke führte das Team am Lago Alto vorbei und über den Passo del Omett. Mit dem auf 2520 Metern befindlichen Passo Gardene überquerten sie den höchsten Punkt der Etappe. Nach weiteren Bergseen erreichten die Skibergsteiger die schroffe Berglandschaft des Valle di Pejo und am späten Nachmittag ihr Etappenziel, das idyllische italienische Bergdorf Pejo.
Zweite Etappe: Pejo - Sulden
Die zweite Etappe war um gefährlicher als die Erste, was Schlickenrieder einige Sorgen bereitete. Nach zunächst zehn Kilometern zu Fuß auf der geräumten Fahrstraße erreichte das Team endlich alpines Gelände. Zur Sicherheit seilten sich Schlickenrieder und Co. für den weiteren Weg gegenseitig an und rüsteten sich zusätzlich mit Helm, Klettergurt und Eispickel aus. Nachdem die Vier durch einen geschützten Wald liefen, tat sich ihnen an einem Steilhang eine große Schneewechte auf. Bergführer Jost fuhr voran um den Weg zu testen. Als er jedoch gegen das Schneebrett trat, löste er damit eine kleine Lawine aus. Schlickenrieder, der in dem Moment mit der Kamera filmte, bemerkte diese jedoch nicht. Erst in letzter Sekunde sprang er durch die lauten Rufe Josts zurück. Nach diesem Schock überlegte das Team die Etappe abzubrechen, entschied sich dann aber, den Aufstieg an anderer Stelle erneut zu versuchen. Im zweiten Versuch gelang es ihnen, den Gipfel des 3769 Meter hohen Monte Cevedalo zu erreichen. Durch den Umweg war vor allem Schlickenrieder äußerst erschöpft, da er sich zu spät wärmer angezogen hatte und deshalb an einer Unterkühlung litt. Auch Leitner und Rexhausen hatten Probleme. Einzig und allein Patrick Jost ging es gut. Aufgrund der Schwächungen gönnte man sich auf dem Gipfel eine kleine Pause und genoss die fantastische Aussicht. Zum Abluss der Etappe wurde das Team mit einer wunderbaren Pulverschnee-Abfahrt nach Sulden belohnt.
Etappe Drei: Sulden - Scuol
Weitaus entspannter verlief die dritte Etappe. Im Hochgebirge um den Monte Cevedalo kamen die Vier zügig voran und genossen die gute Stimmung und das grandiose Panorama. Die Abfahrt vom Piz Chavalatsch konnten sie besonders genießen, da keine Lawinengefahr bestand und keine steilen Hänge zu meistern waren. Trotz des hohen Tempos schafften Schlickenrieder und seine drei Teammitglieder den Aufstieg zum S-Charjöchl nicht mehr bis zum Sonnenuntergang. Für den Olympia-Silbermedaillengewinner von 2002 war die Etappe besonders anstrengend, da er mehrmals zum Fotografieren anhalten musste und somit zeitweise fast zehn Minuten Rückstand hatte. Durch die weiten Flächen bestand jedoch immer Blickkontakt zu den anderen Dreien und auf dem Gipfel des S-Charjöchl traf man sich, um die Abfahrt gemeinsam zu bestreiten. Nach insgesamt 62 Kilometern fuhren alle Vier in Scuol ein.
Vierte Etappe: Scuol - Ischgl
Die vierte Etappe begann bei sonnigem Wetter. Nach ca. zwei Stunden schlug dieses jedoch plötzlich um und die Männer gerieten in einen Schneesturm, der die Sicht auf wenige Meter beschränkte. Sich zu orientieren fiel bei diesen Verhältnissen besonders schwer. Zudem stieg die Lawinengefahr innerhalb kurzer Zeit. An einem Steilhang hörte Jost ein lautes Knacken unter seinen Skiern, woraufhin er sofort zurücksprang. Den weiteren Weg gingen alle "wie auf rohen Eiern" weiter. Nach einigen Metern entschied man sich, die Route zu ändern, um die eigene Sicherheit nicht zu gefährden. Ein Weiterkommen ohne GPS-Gerät wäre aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse dennoch unmöglich gewesen. Am Ende erreichte das Team mit großer Verzögerung, aber sicher die Heidelberger Hütte.
Fünfte Etappe: Ischgl – St. Anton am Arlberg
Nach der anstrengenden vierten Etappe begann die fünfte mit einer 20 Kilometer langen Abfahrt von der Heidelberger Hütte nach Ischgl. Wegen der heftigen Schneefälle der letzten Nacht musste die Route jedoch verlegt werden. Durch das Skigebiet Richtung Landeck stieg das Team über das Lattejoch auf 2800 Meter und von dort aus über die Gebirgskette. Aufgrund der hohen Lawinengefahr musste man weiterhin absolut vorsichtig sein. Auf der Rossscharte gönnten sich die Kameraden eine kurze Pause bis es weiter hinab ins Skigebiet von St. Anton am Arlberg ging. Für Schlickenrieder ist dieses Skigebiet das "non plus ultra" für Skifahrer. Jedoch machten sich die Anstrengungen der letzten Tage langsam bemerkbar. "Obwohl die Etappe insgesamt nicht wirklich lang war, merkten wir langsam unsere Müdigkeit und dass die Batterien langsam ihren Saft verlieren", so der ehemalige Skilangläufer am Ende des Tages.
Sechste Etappe: St. Anton am Arlberg – Warth
Trotz der Müdigkeit der letzten Tage ging es früh morgens mit der sechsten Etappe weiter. Drei Täler und somit auch drei Aufstiege galt es heute zu bewältigen. Der Erste führte hinauf zum Vallugagra auf 2646 Meter und von dort ins Tal nach Zürs, wo sich das Team eine lange Pause gönnte. Die weitere Strecke führte hauptsächlich über Skipisten. Die Vier kamen zügig voran und erreichten noch vor Sonnenuntergang den Saloberkopf (2043 Meter). Dort bot sich ihnen erneut ein traumhaftes Alpenpanorama. Der Abstieg zum Etappenziel Warth verlief problemlos. Als Krönung des erfolgreichen Tages gönnten sich alle im Hotel einen umfangreichen Saunagang und nun begann auch die Euphorie einzusetzen, nur noch 1300 Höhenmeter überwinden zu müssen.
Siebte Etappe: Warth/Hochtannbergpass - Oberstdorf
Nach einem ausgiebigen Frühstück machte man sich auf zur finalen Etappe. Mit einer Länge von ca. 25 Kilometern fiel diese vergleichsweise kurz aus. Auch das Wetter war perfekt, um die Tour zu einem guten Abschluss zu bringen. Bereits vom Hochalppass war das finale Ziel zu erkennen. Die Abfahrt führte das Team nach Baad. Von dort aus ging es zum letzten Anstieg der Tour auf den 2000 Meter hohen Steinmandl. Hier war ein Treffen mit dem DAV Team und Schirmherr des DAV-Projektes Hans Kammerlander vereinbart. Doch es wartete eine große Überraschung auf die vier Kameraden. Neben Bergsteigerlegende Kammerlander und dem DAV Team standen mehr als 30 Medienvertreter und eine Masse von Menschen auf dem sonst so einsamen Gipfel. Zur Feier des Tages wurde dort eine Flasche Sekt im Bergsteigerstil mit Eispickel geköpft und mit allen angestoßen. Danach stand für Schlickenieder, Rexhausen, Leitner und Jost noch ein Pressegespräch in der Schwarzwasserhütte an, in dem sie den Journalisten von ihren Erlebnissen berichteten. Vor der Verabschiedung ließ man die Tour endgültig mit ein paar Bier ausklingen.
Erste Etappe: Madonna di Campiglio – Pejo/Val di Sole
Los ging es für Peter Schlickenrieder und sein Team, bestehend aus Martin Leitner, Dietmar Rexhausen und Bergführer Patrick Jost, am 14. Januar in Madonna di Campiglio im Herzen des Naturparks Adamello Brenta. 35 Kilometer und 1600 Höhenmeter galt es zu überwinden. Dabei kamen die Vier trotz Schlickenrieders gerade überstandener Bronchitis schnell voran und ihnen offenbarte sich die atemberaubende Landschaft der Dolomiten. Die weitere Strecke führte das Team am Lago Alto vorbei und über den Passo del Omett. Mit dem auf 2520 Metern befindlichen Passo Gardene überquerten sie den höchsten Punkt der Etappe. Nach weiteren Bergseen erreichten die Skibergsteiger die schroffe Berglandschaft des Valle di Pejo und am späten Nachmittag ihr Etappenziel, das idyllische italienische Bergdorf Pejo.
Zweite Etappe: Pejo - Sulden
Die zweite Etappe war um gefährlicher als die Erste, was Schlickenrieder einige Sorgen bereitete. Nach zunächst zehn Kilometern zu Fuß auf der geräumten Fahrstraße erreichte das Team endlich alpines Gelände. Zur Sicherheit seilten sich Schlickenrieder und Co. für den weiteren Weg gegenseitig an und rüsteten sich zusätzlich mit Helm, Klettergurt und Eispickel aus. Nachdem die Vier durch einen geschützten Wald liefen, tat sich ihnen an einem Steilhang eine große Schneewechte auf. Bergführer Jost fuhr voran um den Weg zu testen. Als er jedoch gegen das Schneebrett trat, löste er damit eine kleine Lawine aus. Schlickenrieder, der in dem Moment mit der Kamera filmte, bemerkte diese jedoch nicht. Erst in letzter Sekunde sprang er durch die lauten Rufe Josts zurück. Nach diesem Schock überlegte das Team die Etappe abzubrechen, entschied sich dann aber, den Aufstieg an anderer Stelle erneut zu versuchen. Im zweiten Versuch gelang es ihnen, den Gipfel des 3769 Meter hohen Monte Cevedalo zu erreichen. Durch den Umweg war vor allem Schlickenrieder äußerst erschöpft, da er sich zu spät wärmer angezogen hatte und deshalb an einer Unterkühlung litt. Auch Leitner und Rexhausen hatten Probleme. Einzig und allein Patrick Jost ging es gut. Aufgrund der Schwächungen gönnte man sich auf dem Gipfel eine kleine Pause und genoss die fantastische Aussicht. Zum Abluss der Etappe wurde das Team mit einer wunderbaren Pulverschnee-Abfahrt nach Sulden belohnt.
Etappe Drei: Sulden - Scuol
Weitaus entspannter verlief die dritte Etappe. Im Hochgebirge um den Monte Cevedalo kamen die Vier zügig voran und genossen die gute Stimmung und das grandiose Panorama. Die Abfahrt vom Piz Chavalatsch konnten sie besonders genießen, da keine Lawinengefahr bestand und keine steilen Hänge zu meistern waren. Trotz des hohen Tempos schafften Schlickenrieder und seine drei Teammitglieder den Aufstieg zum S-Charjöchl nicht mehr bis zum Sonnenuntergang. Für den Olympia-Silbermedaillengewinner von 2002 war die Etappe besonders anstrengend, da er mehrmals zum Fotografieren anhalten musste und somit zeitweise fast zehn Minuten Rückstand hatte. Durch die weiten Flächen bestand jedoch immer Blickkontakt zu den anderen Dreien und auf dem Gipfel des S-Charjöchl traf man sich, um die Abfahrt gemeinsam zu bestreiten. Nach insgesamt 62 Kilometern fuhren alle Vier in Scuol ein.
Vierte Etappe: Scuol - Ischgl
Die vierte Etappe begann bei sonnigem Wetter. Nach ca. zwei Stunden schlug dieses jedoch plötzlich um und die Männer gerieten in einen Schneesturm, der die Sicht auf wenige Meter beschränkte. Sich zu orientieren fiel bei diesen Verhältnissen besonders schwer. Zudem stieg die Lawinengefahr innerhalb kurzer Zeit. An einem Steilhang hörte Jost ein lautes Knacken unter seinen Skiern, woraufhin er sofort zurücksprang. Den weiteren Weg gingen alle "wie auf rohen Eiern" weiter. Nach einigen Metern entschied man sich, die Route zu ändern, um die eigene Sicherheit nicht zu gefährden. Ein Weiterkommen ohne GPS-Gerät wäre aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse dennoch unmöglich gewesen. Am Ende erreichte das Team mit großer Verzögerung, aber sicher die Heidelberger Hütte.
Fünfte Etappe: Ischgl – St. Anton am Arlberg
Nach der anstrengenden vierten Etappe begann die fünfte mit einer 20 Kilometer langen Abfahrt von der Heidelberger Hütte nach Ischgl. Wegen der heftigen Schneefälle der letzten Nacht musste die Route jedoch verlegt werden. Durch das Skigebiet Richtung Landeck stieg das Team über das Lattejoch auf 2800 Meter und von dort aus über die Gebirgskette. Aufgrund der hohen Lawinengefahr musste man weiterhin absolut vorsichtig sein. Auf der Rossscharte gönnten sich die Kameraden eine kurze Pause bis es weiter hinab ins Skigebiet von St. Anton am Arlberg ging. Für Schlickenrieder ist dieses Skigebiet das "non plus ultra" für Skifahrer. Jedoch machten sich die Anstrengungen der letzten Tage langsam bemerkbar. "Obwohl die Etappe insgesamt nicht wirklich lang war, merkten wir langsam unsere Müdigkeit und dass die Batterien langsam ihren Saft verlieren", so der ehemalige Skilangläufer am Ende des Tages.
Sechste Etappe: St. Anton am Arlberg – Warth
Trotz der Müdigkeit der letzten Tage ging es früh morgens mit der sechsten Etappe weiter. Drei Täler und somit auch drei Aufstiege galt es heute zu bewältigen. Der Erste führte hinauf zum Vallugagra auf 2646 Meter und von dort ins Tal nach Zürs, wo sich das Team eine lange Pause gönnte. Die weitere Strecke führte hauptsächlich über Skipisten. Die Vier kamen zügig voran und erreichten noch vor Sonnenuntergang den Saloberkopf (2043 Meter). Dort bot sich ihnen erneut ein traumhaftes Alpenpanorama. Der Abstieg zum Etappenziel Warth verlief problemlos. Als Krönung des erfolgreichen Tages gönnten sich alle im Hotel einen umfangreichen Saunagang und nun begann auch die Euphorie einzusetzen, nur noch 1300 Höhenmeter überwinden zu müssen.
Siebte Etappe: Warth/Hochtannbergpass - Oberstdorf
Nach einem ausgiebigen Frühstück machte man sich auf zur finalen Etappe. Mit einer Länge von ca. 25 Kilometern fiel diese vergleichsweise kurz aus. Auch das Wetter war perfekt, um die Tour zu einem guten Abschluss zu bringen. Bereits vom Hochalppass war das finale Ziel zu erkennen. Die Abfahrt führte das Team nach Baad. Von dort aus ging es zum letzten Anstieg der Tour auf den 2000 Meter hohen Steinmandl. Hier war ein Treffen mit dem DAV Team und Schirmherr des DAV-Projektes Hans Kammerlander vereinbart. Doch es wartete eine große Überraschung auf die vier Kameraden. Neben Bergsteigerlegende Kammerlander und dem DAV Team standen mehr als 30 Medienvertreter und eine Masse von Menschen auf dem sonst so einsamen Gipfel. Zur Feier des Tages wurde dort eine Flasche Sekt im Bergsteigerstil mit Eispickel geköpft und mit allen angestoßen. Danach stand für Schlickenieder, Rexhausen, Leitner und Jost noch ein Pressegespräch in der Schwarzwasserhütte an, in dem sie den Journalisten von ihren Erlebnissen berichteten. Vor der Verabschiedung ließ man die Tour endgültig mit ein paar Bier ausklingen.
Kommentar eingeben:
ANZEIGE
-
Große Höhen - Nepaltreffen Ruhrgebiet
04.09.2010 -
Weltcup Klettern - Puurs (BEL) 2010
24.09.2010
Termine
ANZEIGE
Weitere Fragen und Antworten zum Thema Klettern finden Sie auf www.sportlerfrage.net










