Das Bergsportjahr 2008 (Teil 2) - Klettern & Skitourensport: Albrecht siegt in Alta Badia
M2b Redaktion am 27.12.2008 - 18:25 Uhr
Unglücke, Lawinen, Katastrophen – das war glücklicherweise nicht alles, was im Jahr 2008 im Bergsport passiert ist. Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks sollen nicht die Tragödien, sondern die Höchstleistungen im Mittelpunkt stehen. Welche Top-Athleten überragten in dieser Saison ihre Konkurrenten in den internationalen Wettkämpfen? Welche Kletterer und Skitourensportler waren die Aufsteiger, die Verlierer und die Pechvögel der Saison? Lest mehr in unserem zweiten Teil des Jahresrückblicks...
Skitourencup kämpft mit Wetterkapriolen
Wie so oft bei Outdoorsportarten hatte der DAV Skitourencup zu Beginn des Jahres 2008 mit zahlreichen Wetterkapriolen zu kämpfen. Die Veranstalter der Hochgrat Skiralley freuten sich zwar über die rege Teilnahme in Oberstaufen. Hohe Temperaturen am Tag, wenig Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht sorgten aber für eine knallharte und eisige Strecke, zahlreiche Stürze und Platzwunden. Am Hochgrat präsentierte sich der italienische Spitzenathlet Mezzanotte als bester Allrounder. Deutsche Meister im Singlerace wurden Altmeister Franz Grassl und Barbara Gruber, die sich vor allem im Aufstieg das nötige Polster für die schwierigen Abfahrten erlief. Beim Team-Wettkampf am Jenner, rückblickend das Highlight der nationalen Wettkampfserie, wurde den Organisatoren der Sektion Berchtesgaden hingegen strahlender Sonnenschein und beste Schneebedingungen beschert. 120 Teams kämpften sich zum Jenner und stürzten sich waghalsig in die schwere Abfahrt – am Ende standen wieder die Grassls ganz oben. Franz Grassl und Stefan Klinger sicherten sich den Tagessieg und den Team-Titel, bei den Damen konnten Steffi Koch und Franz Frau Judith Grassl triumphieren. Am Dammkar schließlich zum Ende der Cup-Saison ließ der Nebel die Läufer schnell im Nichts verschwinden. Am Ende konnten aber alle Teilnehmer im Ziel an der Bergstation auf der Karwendelspitze begrüßt werden. Als Erste waren es Andreas Strobel und erneut Barbara Gruber, die das Zielband durchliefen und somit Deutsche Meister im Vertical Race 2008 wurden. International waren es vor allem die Mannschaften aus Frankreich, Italien und Spanien, die die Siege bei den Weltcups und der WM im Portes-du-Soleil unter sich ausmachten. Ob auch im Jahr 2009 Florent Perrier (FRA), Kilian Jornet (ESP) oder Laetitia Roux (FRA) die Szene dominieren werden, wird sich schon bald zeigen. Der erste Weltcup ist bereits vorbei, der DAV Skitourencup startet am 10. Januar erneut mit den Rennen am Hochgrat.
Kletter- und Bouldercups so beliebt wie nie
2008 erfreuten sich insbesondere die DAV Kletter- und Bouldercups an einem Ansturm von jungen Nachwuchskletterern aus Deutschland. Gleich zu Beginn gingen auf der ISPO fast 90 Boulderer bei der tollen Münchener Messeatmosphäre an den Start. Und auch der Kitzrock 08 , in Kooperation mit dem Österreichischen Kletterverband durchgeführt, sorgte vor allem mit dem Duell von Jonas Baumann (GER) und Weltcup-Sieger Kilian Fischhuber (AUT) für spektakuläre Action und begeisternden Sport. Nach vier Wettkämpfen der Boulderserie – insbesondere Überlingen war eine erneute Werbung für den Sport - wurden am Ende Andre Borowka und Natalie Sailer als Deutsche Meister gekürt.
Das Wettkampf-Sportklettern wurde in Deutschland 2008 ähnlich gut angenommen wie der Bouldersport. Nach drei Events in Dresden, Forchheim und Leipzig qualifizierten sich zwölf Herren und acht Damen für das Jahreshighlight: die Deutsche Meisterschaft in Pforzheim! Hier wurde schließlich der Generationswechsel, der sich bereits im letzten Jahr angedeutet hatte, endgültig vollzogen. Der Sieg von Seriensiegerin Juliane Wurm (mittlerweile 18 Jahre alt) war keine Überraschung, eher noch der Titelgewinn des erst 16-jährigen Jan Hojer, der sich dynamisch am höchsten schraubte. Das Ende der Bindhammer-Dynastie scheint somit im Jahr 2008 besiegelt zu sein – gelang doch Christian nach drei Siegen im Vorjahr in dieser Saison kein Cup-Erfolg und auch Andreas Bindhammer scheint das Onsight-Klettern in der Halle nicht mehr so gut zu liegen wie das Begehen der schwierigsten Felsrouten. 2009 sollte der Aufschwung des Hallenkletterns weiter fortgeführt werden – allerdings nicht, ohne über Veränderungen in den Wettkampfregeln nachzudenken. Zeitverzögerungen durch lästiges Routenschrauben oder lange Qualifikationen ohne Zuschauer- und Medieninteresse könnte man in Zukunft vermeiden.
Überfliegerin Ernst, ein spannendes Weltcupfinale und eine österreichische Dominanz
Auf internationaler Ebene etablierte sich das Klettern 2008 weiter als Leistungssport. Nicht nur die Strukturen werden professioneller, sondern auch das Training der Athleten. Der Weg zu Olympia wird weiter zielstrebig begangen - es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Vertikalkunst Sportarten wie Säbelfechten oder den dopingverseuchten Radsport aus dem Olympischen Programm verdrängt. Einen herben Rückschlag auf dem Weg zum Profisport musste der internationale Kletterverband IFSC allerdings durch die Absage des Boulder-Weltcups in Belgrad im Mai hinnehmen. Vorbesprechungen und Anschauungsunterricht beim Weltcup in Hall hatten nichts genützt, die Veranstalter waren nicht in der Lage, die Wände zeitgerecht aufzubauen. Ähnliches sollte in der WM-Saison 2009 nicht passieren, um den Sport nicht zurück ins Niemandsland zu befördern. Tolle Boulder-Wettkämpfe bekamen die Sportler und Zuschauer hingegen in Hall (AUT) und Montauban (FRA) geboten – ein weiteres Highlight war der erste Boulder-Weltcup in den USA seit 20 Jahren. Sportlich gesehen dominierten die Österreicher das Klettern in Absprunghöhe: Kilian Fischhuber und Anna Stöhr wurden souveräne Weltcup-Gesamtsieger. Bei der EM hingegen waren die Siege Jerome Meyer (FRA) und Natalja Gros (SLO) vorbehalten, die den beiden Österreicher die EM-Titel versagten.
Dennoch: Es war das Kletterjahr der Österreicher! Johanna Ernst , lediglich 15 Jahre alt, gewann nicht nur bei ihrem ersten Vorstiegs-Weltcup überhaupt, sondern stand am Ende der Saison als Gesamtsiegerin, Rock Masterin und Europameisterin an der Spitze der Kletterelite. Was für ein Karrierebeginn der jungen Birgitzerin! Der Lead-Weltcup der Herren war hingegen spannend wie selten: Jorg Verhoeven aus den Niederlanden setzte sich am Ende gegen den tschechischen Pechvogel Tomás Mrázek durch – dank seines zweiten Platzes beim Weltcup-Finale in Kranj (SLO). Mrázek verpasste somit nicht nur den Titel des Weltcup-Siegers, sondern auch den bei der EM. Denn Europameister 2008 wurde Patxi Usobiaga Lakunza (ESP), der Weltcup-Sieger der Jahre 2006 und 2007. Was in der Saison 2009 passieren wird, darauf darf man gespannt sein. Denn mit Adam Ondra (CZE) steigt dann das Wunderkind der Kletterszene in den Weltcup der "Großen" ein und wird aller Voraussicht nach gleich ganz oben mitklettern.
Aus deutscher Sicht gab es international bei den Senioren im Jahr 2008 (noch) nichts zu holen. Das beste Resultat gelang Jonas Baumann mit dem fünften Rang beim Boulder-Weltcup in Moskau. Juliane Wurm, die in Sydney genau wie Thomas Tauporn Jugend-Vizeweltmeisterin wurde, schrammte gleich mehrmals hauchdünn am Finale vorbei. In der Saison 2009 will das junge und hungrige deutsche Team erneut angreifen und sich wie die Österreicher in der Weltspitze etablieren.
Im dritten Teil des Jahresrückblicks lest ihr mehr zu Adam Ondra, Chris Sharma, neuen Dimensionen im Klettersport und den größten Bergerfolgen des Jahres 2008.
Skitourencup kämpft mit Wetterkapriolen
Wie so oft bei Outdoorsportarten hatte der DAV Skitourencup zu Beginn des Jahres 2008 mit zahlreichen Wetterkapriolen zu kämpfen. Die Veranstalter der Hochgrat Skiralley freuten sich zwar über die rege Teilnahme in Oberstaufen. Hohe Temperaturen am Tag, wenig Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht sorgten aber für eine knallharte und eisige Strecke, zahlreiche Stürze und Platzwunden. Am Hochgrat präsentierte sich der italienische Spitzenathlet Mezzanotte als bester Allrounder. Deutsche Meister im Singlerace wurden Altmeister Franz Grassl und Barbara Gruber, die sich vor allem im Aufstieg das nötige Polster für die schwierigen Abfahrten erlief. Beim Team-Wettkampf am Jenner, rückblickend das Highlight der nationalen Wettkampfserie, wurde den Organisatoren der Sektion Berchtesgaden hingegen strahlender Sonnenschein und beste Schneebedingungen beschert. 120 Teams kämpften sich zum Jenner und stürzten sich waghalsig in die schwere Abfahrt – am Ende standen wieder die Grassls ganz oben. Franz Grassl und Stefan Klinger sicherten sich den Tagessieg und den Team-Titel, bei den Damen konnten Steffi Koch und Franz Frau Judith Grassl triumphieren. Am Dammkar schließlich zum Ende der Cup-Saison ließ der Nebel die Läufer schnell im Nichts verschwinden. Am Ende konnten aber alle Teilnehmer im Ziel an der Bergstation auf der Karwendelspitze begrüßt werden. Als Erste waren es Andreas Strobel und erneut Barbara Gruber, die das Zielband durchliefen und somit Deutsche Meister im Vertical Race 2008 wurden. International waren es vor allem die Mannschaften aus Frankreich, Italien und Spanien, die die Siege bei den Weltcups und der WM im Portes-du-Soleil unter sich ausmachten. Ob auch im Jahr 2009 Florent Perrier (FRA), Kilian Jornet (ESP) oder Laetitia Roux (FRA) die Szene dominieren werden, wird sich schon bald zeigen. Der erste Weltcup ist bereits vorbei, der DAV Skitourencup startet am 10. Januar erneut mit den Rennen am Hochgrat.
Kletter- und Bouldercups so beliebt wie nie
2008 erfreuten sich insbesondere die DAV Kletter- und Bouldercups an einem Ansturm von jungen Nachwuchskletterern aus Deutschland. Gleich zu Beginn gingen auf der ISPO fast 90 Boulderer bei der tollen Münchener Messeatmosphäre an den Start. Und auch der Kitzrock 08 , in Kooperation mit dem Österreichischen Kletterverband durchgeführt, sorgte vor allem mit dem Duell von Jonas Baumann (GER) und Weltcup-Sieger Kilian Fischhuber (AUT) für spektakuläre Action und begeisternden Sport. Nach vier Wettkämpfen der Boulderserie – insbesondere Überlingen war eine erneute Werbung für den Sport - wurden am Ende Andre Borowka und Natalie Sailer als Deutsche Meister gekürt.
Das Wettkampf-Sportklettern wurde in Deutschland 2008 ähnlich gut angenommen wie der Bouldersport. Nach drei Events in Dresden, Forchheim und Leipzig qualifizierten sich zwölf Herren und acht Damen für das Jahreshighlight: die Deutsche Meisterschaft in Pforzheim! Hier wurde schließlich der Generationswechsel, der sich bereits im letzten Jahr angedeutet hatte, endgültig vollzogen. Der Sieg von Seriensiegerin Juliane Wurm (mittlerweile 18 Jahre alt) war keine Überraschung, eher noch der Titelgewinn des erst 16-jährigen Jan Hojer, der sich dynamisch am höchsten schraubte. Das Ende der Bindhammer-Dynastie scheint somit im Jahr 2008 besiegelt zu sein – gelang doch Christian nach drei Siegen im Vorjahr in dieser Saison kein Cup-Erfolg und auch Andreas Bindhammer scheint das Onsight-Klettern in der Halle nicht mehr so gut zu liegen wie das Begehen der schwierigsten Felsrouten. 2009 sollte der Aufschwung des Hallenkletterns weiter fortgeführt werden – allerdings nicht, ohne über Veränderungen in den Wettkampfregeln nachzudenken. Zeitverzögerungen durch lästiges Routenschrauben oder lange Qualifikationen ohne Zuschauer- und Medieninteresse könnte man in Zukunft vermeiden.
Überfliegerin Ernst, ein spannendes Weltcupfinale und eine österreichische Dominanz
Auf internationaler Ebene etablierte sich das Klettern 2008 weiter als Leistungssport. Nicht nur die Strukturen werden professioneller, sondern auch das Training der Athleten. Der Weg zu Olympia wird weiter zielstrebig begangen - es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Vertikalkunst Sportarten wie Säbelfechten oder den dopingverseuchten Radsport aus dem Olympischen Programm verdrängt. Einen herben Rückschlag auf dem Weg zum Profisport musste der internationale Kletterverband IFSC allerdings durch die Absage des Boulder-Weltcups in Belgrad im Mai hinnehmen. Vorbesprechungen und Anschauungsunterricht beim Weltcup in Hall hatten nichts genützt, die Veranstalter waren nicht in der Lage, die Wände zeitgerecht aufzubauen. Ähnliches sollte in der WM-Saison 2009 nicht passieren, um den Sport nicht zurück ins Niemandsland zu befördern. Tolle Boulder-Wettkämpfe bekamen die Sportler und Zuschauer hingegen in Hall (AUT) und Montauban (FRA) geboten – ein weiteres Highlight war der erste Boulder-Weltcup in den USA seit 20 Jahren. Sportlich gesehen dominierten die Österreicher das Klettern in Absprunghöhe: Kilian Fischhuber und Anna Stöhr wurden souveräne Weltcup-Gesamtsieger. Bei der EM hingegen waren die Siege Jerome Meyer (FRA) und Natalja Gros (SLO) vorbehalten, die den beiden Österreicher die EM-Titel versagten.
Dennoch: Es war das Kletterjahr der Österreicher! Johanna Ernst , lediglich 15 Jahre alt, gewann nicht nur bei ihrem ersten Vorstiegs-Weltcup überhaupt, sondern stand am Ende der Saison als Gesamtsiegerin, Rock Masterin und Europameisterin an der Spitze der Kletterelite. Was für ein Karrierebeginn der jungen Birgitzerin! Der Lead-Weltcup der Herren war hingegen spannend wie selten: Jorg Verhoeven aus den Niederlanden setzte sich am Ende gegen den tschechischen Pechvogel Tomás Mrázek durch – dank seines zweiten Platzes beim Weltcup-Finale in Kranj (SLO). Mrázek verpasste somit nicht nur den Titel des Weltcup-Siegers, sondern auch den bei der EM. Denn Europameister 2008 wurde Patxi Usobiaga Lakunza (ESP), der Weltcup-Sieger der Jahre 2006 und 2007. Was in der Saison 2009 passieren wird, darauf darf man gespannt sein. Denn mit Adam Ondra (CZE) steigt dann das Wunderkind der Kletterszene in den Weltcup der "Großen" ein und wird aller Voraussicht nach gleich ganz oben mitklettern.
Aus deutscher Sicht gab es international bei den Senioren im Jahr 2008 (noch) nichts zu holen. Das beste Resultat gelang Jonas Baumann mit dem fünften Rang beim Boulder-Weltcup in Moskau. Juliane Wurm, die in Sydney genau wie Thomas Tauporn Jugend-Vizeweltmeisterin wurde, schrammte gleich mehrmals hauchdünn am Finale vorbei. In der Saison 2009 will das junge und hungrige deutsche Team erneut angreifen und sich wie die Österreicher in der Weltspitze etablieren.
Im dritten Teil des Jahresrückblicks lest ihr mehr zu Adam Ondra, Chris Sharma, neuen Dimensionen im Klettersport und den größten Bergerfolgen des Jahres 2008.
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