Alpine Schutzgebiete: Neue internationale Einrichtung in Chambéry

M2b Redaktion am 12.07.2006 - 13:00 Uhr
Mit einer feierlichen Unterschrift und der Einweihung der neuen Räumlichkeiten in Chambéry hat die französische Ministerin für Ökologie und Nachhaltige Entwicklung, Nelly Olin, die Übertragung der Verwaltung des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete (ALPARC) von der französischen Regierung auf das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention besiegelt.

"ALPARC" vereint mehr als 800 großflächige Schutzgebiete
Das Alpine Netzwerk der Schutzgebiete "ALPARC" wurde 1995 von Frankreich mit Unterstützung Sloweniens gegründet, und vereint mehr als 800 großflächige Schutzgebiete der Alpen. Dabei trägt das Netzwerk direkt zur Umsetzung des Protokolls "Naturschutz und Landschaftspflege" der Alpenkonvention bei. Jener Staatsvertrag wurde 1991 von den acht Alpenstaaten und der Europäischen Union unterzeichnet.

"Task Force ALPARC" ist an das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention angegliedert
Die neue "Task Force ALPARC" ist in Chambéry (Frankreich) ansässig, aber angegliedert an das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention mit Sitz in Innsbruck (Österreich). Sie arbeitet in Räumlichkeiten, die von der Stadt Chambéry im neuen "Haus der Parke und der Berge" zur Verfügung gestellt wurden, und wird weiterhin von Frankreich finanziert.

Potenzial des Alpinen Netzwerkes der Schutzgebiete wird durch neue Struktur wesentlich gestärkt
Louis Besson, Bürgermeister von Chambéry und ehemaliger Minister, der zu dieser Zeremonie eingeladen hatte, äußerte sich sehr zufrieden über die Präsenz der internationalen Organisation ALPARC in seiner Stadt.

Mit der Teilnahme von Jean-Jack Queyranne, Präsident der Region Rhône Alpes, Joël Giraud, Abgeordneter in der Nationalversammlung und Vizepräsident der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, sowie eines Vertreters des interministeriellen Beauftragten für Raumplanung und Wettbewerbsfähigkeit der Regionen (DIACT) waren alle französischen Finanzgeber der neuen Struktur anwesend.

Michael Vogel, Präsident des Internationalen Lenkungsausschusses des Netzwerks ALPARC und Direktor des Nationalparks Berchtesgaden (Deutschland), sowie Ruggero Schleicher-Tappeser, Generalsekretär der Alpenkonvention, erklärten sich sehr zufrieden darüber, dass man es mit dieser stabileren und internationaleren Konstruktion geschafft habe, das Potenzial des Alpinen Netzwerkes der Schutzgebiete wesentlich zu stärken.

Guido Plassmann, Direktor der Task Force und Promotor des Netzwerkes seit seinen Anfängen, freut sich über die in Chambéry zur Verfügung stehende Arbeitsumgebung mit ihrer Verkehrs- und Tagungsinfrastruktur und dem "Haus der Parke und der Berge", das eine ganze Reihe weiterer Einrichtungen beherbergen wird, die im Umfeld der Berge und der Alpen tätig sind.

Einrichtung im Dienste der alpinen Umwelt
Kurz vor seiner zweijährigen Präsidentschaft der Alpenkonvention, die im November diesen Jahres beginnt, stellt Frankreich damit seinen Partnern in der Alpenkonvention eine Einrichtung im Dienste der alpinen Umwelt zur Verfügung. Die Initiative zeigt, dass Frankreich sich verstärkt für die konkrete Umsetzung der Alpenkonvention einsetzt, die gleichzeitig den Schutz unseres gemeinsamen Natur- und Kulturerbes sowie eine koordinierte Strategie zur nachhaltigen Entwicklung dieses Lebensraumes zum Ziel hat, der mehr als 13 Millionen Einwohner in acht Ländern zählt.

Angliederung von ALPARC erlaubt noch engere Koordinierung konkreter Aktivitäten
Die Angliederung der Task Force ALPARC, die von der Ministerkonferenz der Alpenkonvention (Alpenkonferenz) 2004 beschlossen wurde, erlaubt nun eine noch engere Koordinierung der konkreten Aktivitäten, die von dieser Konvention empfohlen werden.

Zu den Aktivitäten der Task Force zählen insbesondere die Durchführung internationaler Projekte zum Erhalt von Fauna, Flora und alpiner Habitate, die Förderung eines nachhaltigen Tourismus unter der Beteiligung lokaler und regionaler Projekte mit dem Ziel von Qualitätsverbesserungen des Angebotes, sowie die Förderung von regionalen Produkten der Schutzgebiete.

In diesem Rahmen wurde ALPARC auch damit beauftragt, einen grenzübergreifenden ökologischen Verbund zu schaffen, der es erlaubt, ein durchgehendes Netz ökologischer Korridore in den Alpen einzurichten, dessen Kern das bestehende Netzwerk von Schutzgebieten ist. Hierbei gibt es auch eine Zusammenarbeit mit benachbarten Bergmassiven.

Des Weiteren werden Aktivitäten für die Öffentlichkeit entwickelt, wie beispielsweise die Ausstellung "Mythische Berge", Studienreisen, internationale Fortbildungen für Schutzgebietsverwalter, Konferenzen und Seminare zu verschiedenen Managementfragen der Schutzgebiete, sowie Studien und Expertisen betreffend der großen ökologischen Fragestellungen der Alpen.

Online-Informationen
- Netzwerk Alpiner Schutzgebiete: www.alparc.org
- Alpenkonvention: www.alpconv.org
- Französisches Umweltministerium: www.ecologie.gouv.fr
- Stadt Chambéry: www.mairie-chambery.fr

Quelle
Pressemitteilung vom 10. Juli 2006
Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention

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