Italienische Regierung erwägt Gesetzesentwurf: Harte Bestrafung für Lawinenauslöser?
Ralf Töpling / bergleben.de am 23.02.2010 - 09:21 Uhr
© flickr_gipics
Nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen in Italien mehrere Menschen durch Lawinenabgänge ums Leben gekommen sind, erwägt die italienische Regierung eine Gesetz, welches Haftstrafen für Auslöser von Lawinen ermöglicht. Dies berichten italienische Medien.
Zivilschutz fordert schärferes Vorgehen
Der italienische Zivilschutz hatte zuletzt wiederholt gefordert, das unachtsame Verhalten von Sportlern in den Bergen unter Strafe zu stellen. Zu oft würden Bergsteiger und Skifahrer Opfer ihrer verantwortungslos handelnden Mitmenschen, wird Zivilschutzchef Guido Bertolaso im Spiegel zitiert. Immer häufiger würden auch Bergwachtler, die in Not geratene retten wollten, in Gefahr gebracht.
Demnächst Carabiniere auf den Pisten?
Die italienische Regierung will mit hohen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen auf die vermehrten Lawinenauslösungen reagieren. Über das Vorhaben entscheidet demnächst der Senat. In Deutschland können unachtsam agierende Wintersportler bereits wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung strafrechtlich und zudem zivilrechtlich von Opfern belangt werden, wenn sie eine folgenschwere Lawine auslösen.
Experten sehen für drastische Strafen keine Veranlassung
Sollte man also bereits das Verlassen von gesicherten Pisten unter Strafe stellen, wie es in Italien nach den neuesten Überlegungen denkbar ist? Die Experten des Bergsports sprechen sich klar dagegen aus. DAV-Sprecher Thomas Bucher sagte gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt (OVB), dass verschärfte Strafen nicht zum Ziel führten und sie auf Aufklärung setzen würden. Michael Berner vom DSV erklärte im OVB: "Wir können nicht alles regeln, indem wir Sanktionen anorden. Die Wahnsinnigen hält man durch Gesetze nicht auf." Auch Extrembergsteiger Reinhold Messner sprach von einer "hysterischen Reaktion" der italienischen Regierung. Man brauche eine bessere Aufklärung darüber, "wo Tourismus aufhört und wo professioneller Bergsport anfängt", so Messner in italienischen Medien.
Wieder viele Lawinentote
Erst am Wochenende sind bei mehreren Lawinen in den Alpen mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. In Graubünden starben zwei deutsche Skitourengeher, die in einer neunköpfigen Gruppe laufend am Tomülpass ein Schneebrett ausgelöst hatten. Auch im nördlichen Italien bewegten sich wieder viele Menschen außerhalb gesicherter Pisten, drei Wintersportler starben im Valle d´Aosta und in Trentino.
Zivilschutz fordert schärferes Vorgehen
Der italienische Zivilschutz hatte zuletzt wiederholt gefordert, das unachtsame Verhalten von Sportlern in den Bergen unter Strafe zu stellen. Zu oft würden Bergsteiger und Skifahrer Opfer ihrer verantwortungslos handelnden Mitmenschen, wird Zivilschutzchef Guido Bertolaso im Spiegel zitiert. Immer häufiger würden auch Bergwachtler, die in Not geratene retten wollten, in Gefahr gebracht.
Demnächst Carabiniere auf den Pisten?
Die italienische Regierung will mit hohen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen auf die vermehrten Lawinenauslösungen reagieren. Über das Vorhaben entscheidet demnächst der Senat. In Deutschland können unachtsam agierende Wintersportler bereits wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung strafrechtlich und zudem zivilrechtlich von Opfern belangt werden, wenn sie eine folgenschwere Lawine auslösen.
Experten sehen für drastische Strafen keine Veranlassung
Sollte man also bereits das Verlassen von gesicherten Pisten unter Strafe stellen, wie es in Italien nach den neuesten Überlegungen denkbar ist? Die Experten des Bergsports sprechen sich klar dagegen aus. DAV-Sprecher Thomas Bucher sagte gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt (OVB), dass verschärfte Strafen nicht zum Ziel führten und sie auf Aufklärung setzen würden. Michael Berner vom DSV erklärte im OVB: "Wir können nicht alles regeln, indem wir Sanktionen anorden. Die Wahnsinnigen hält man durch Gesetze nicht auf." Auch Extrembergsteiger Reinhold Messner sprach von einer "hysterischen Reaktion" der italienischen Regierung. Man brauche eine bessere Aufklärung darüber, "wo Tourismus aufhört und wo professioneller Bergsport anfängt", so Messner in italienischen Medien.
Wieder viele Lawinentote
Erst am Wochenende sind bei mehreren Lawinen in den Alpen mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. In Graubünden starben zwei deutsche Skitourengeher, die in einer neunköpfigen Gruppe laufend am Tomülpass ein Schneebrett ausgelöst hatten. Auch im nördlichen Italien bewegten sich wieder viele Menschen außerhalb gesicherter Pisten, drei Wintersportler starben im Valle d´Aosta und in Trentino.
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