Sommerurlaub in den Bergen: So schützt ihr euch vor Sonne, Wind und Wetter
bergleben.de am 01.06.2010 - 15:57 Uhr
Wandern, Trekking, Klettern, Biken – Sommeraktivurlaub in den Bergen ist nicht nur bei der älteren Bevölkerungsschicht trendy, sondern zieht auch immer mehr jüngere Menschen in seinen Bann. Doch ob Jung oder Alt, wer sich in den Bergen bewegt, sollte dies nicht ganz unvorbereitet tun – nicht nur Lawinen, Abstürze oder Steinschlag können gefährlich sein. Auch Sonne, Wind und Wetter zählen zu den Gefahrenpotenzialen.
Sonne – schön, aber gefährlich
Der typische Anfängerfehler: Eure Wander- oder Biketour führt euch in höhere Gefilde, wo die Temperaturen niedriger sind als im Tal. Hier wird die Sonne nicht mehr als so stark empfunden und der Sonnenbrand ist quasi vorprogrammiert. Denn pro 1.000 Höhenmeter steigt die Sonneneinstrahlung um 15 Prozent und auch bei Bewölkung oder Nebel ist die Sonne meist stärker als im Tal! Schutz ist also unumgänglich. Und so seid ihr sicher in den Bergen unterwegs: Das Auftragen einer Sonnencreme (je nach Hauttyp mindestens Lichtschutzfaktor 15, besser 30 oder 50) gehört zur Pflichtübung eines Bergsportlers - 30 Minuten vor Start der Tour solltet ihr die besonders gefährdeten Stellen wie Gesicht, Hals, Arme und Beine damit einreiben. Die empfindlichen Lippen nicht vergessen! Doch mit Sonnencreme alleine ist es noch nicht getan, wenn ihr euch lange im Freien bewegt. Eine Mütze, ein Kopftuch oder Hut gehören in euren Rucksack und dürfen auch verwendet werden – die Gefahr eines Sonnenstichs in den Bergen ist nicht zu unterschätzen. Prophylaktisch solltet ihr in jedem Fall eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleisten, mit der ihr starken Kopfschmerzen vorbeugt. Zudem ist es ratsam, die Mittagssonne zwischen 12:00 und 16:00 Uhr so gut es geht zu meiden. Doch damit nicht genug Schutz vor der Sonne: Nicht nur wenn noch Schnee liegt, solltet ihr unbedingt eine Sonnenbrille mit qualitativ guten Gläsern tragen, die einen UV400-Schutz (Schutzstufe 4/EN3) bieten. In Gletschergebieten, im Schnee und allgemein im Gebirge ist die Gefahr einer Hornhaut-Schädigung oder eines Sonnenbrands an den Augenlidern allgegenwärtig. Augenärzte warnen sogar vor den UV-Strahlen, die zwischen Sonnenbrille und Gesicht eindringen und empfehlen, diese Lücken durch Kappen oder Mützen zu bedecken.
Wind – die unterschätzte Gefahr
Wind ist nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er im Winter der "Baumeister der Lawinen" ist, in den Bergen eine beachtenswerte Gefahr. Im Sommer ist vor allem der Wind-Chill-Faktor dafür verantwortlich, dass Outdoor-Sportler von ihrer Tour nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch eine Erkältung mit nach Hause nehmen. 50 km/h Wind, die in den Bergen leicht möglich sind, machen aus 13 Grad Außentemperatur nämlich mal schnell gefühlte drei Grad – und je schneller der Wind weht, desto tiefer empfinden wir die Temperatur. Typisch ist auch diese Situation: Nach einem langen Aufstieg zu Fuß oder mit dem Bike kommt man nass geschwitzt oben auf dem Gipfel an, kühlt schnell aus und begibt sich dann gegebenenfalls noch mit feuchten Klamotten auf die rasende Abfahrt oder den windigen Abstieg – da ist die Verkühlung vorprogrammiert. Deshalb: Kleidung mit atmungsaktiven, windabweisenden, schnell trocknenden Materialien bevorzugen. Diese könnt ihr nach dem Aufstieg während der Gipfelpause kurz ausziehen und innerhalb weniger Minuten sind sie im Gegensatz zum klassischen Baumwoll-Shirt trocken. Natürlich solltet ihr zu diesem Zweck immer etwas Wechselkleidung dabei haben. Wenn es sich anbahnt, richtig ungemütlich zu werden: Tragt nicht nur eure bequeme und angenehme Softshell, sondern packt auch einen Windbreaker in euren Rucksack – denn Softshells haben meist eine richtige Schwäche, und das ist der Wind- und Regenschutz. Ob eure Softshell eine geringe Winddurchlässigkeit besitzt, könnt ihr am eigenen Körper ausprobieren. Setzt euch auf eurer Fahrrad und fahrt einen Berg eurer Wahl einmal mit etwa 50 km/h runter – so bekommt ihr einen guten Eindruck, ob es durch das Softshell-Material oder die anfälligen Nähte zieht. Ist euch das zuviel der Testerei, könnt ihr auch dem CFM-Wert vertrauen, den die Hersteller angeben: CFM-Wert 0 entspricht absoluter Wasser- und somit auch Winddichte. Bei CFM 1 bis 10 merkt man den Wind gar nicht bis kaum, ohne dass sich die Jacke extrem schnell aufheizt und man stark schwitzt. Ab dem Wert 10 sorgt der Wind für eine Kühlung des Körpers, ab CFM-Wert 20 ist ein zusätzliches windschützendes Kleidungsteil auf jeden Fall empfehlenswert.
Wetter – immer im Blick behalten
Dass das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, müssten eigentlich alle Outdoor-Sportler wissen. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren und auch tödlichen Unfällen, die durch Wetterstürze oder Gewitter hervorgerufen werden. Bei der Tourenplanung sollte daher auf jeden Fall der regionale Wetterbericht studiert oder Auskunft bei den örtlichen Tourismusbüros eingeholt werden, um zu erfahren, wie die Situation am Berg ist. Eine frühzeitige Routenplanung und gutes Kartenmaterial mit Kennzeichnung von Schutzhütten, in die man sich im Notfall zurückziehen kann, verhindern überraschende Notlagen. Gerade bei starkem Nebel können GPS-Gerät und Kompass sehr hilfreich sein, um nicht völlig die Orientierung zu verlieren. Kommt im Gebirge ein Gewitter auf, ist die erste Maxime: runter von Graten oder Hochebenen und weg von Bäumen, Drahtseilen, Liftstützen. Denn hier ist man Anziehungspunkt für Blitzschläge. Zudem sollte man bei ernsten Anzeichen einer Schlechtwetterfront den Rückzug antreten und nicht weiter aufsteigen. Vorsicht bei Kälte und Nässe: Sind die Muskeln nicht richtig aufgewärmt und man friert, kommt es schneller zu Fehltritten – vor allem, wenn man sich auf nassen Steinen bewegt. Ausrutscher mit anschließenden Abstürzen sind neben Herzversagen die häufigste Todesursache von Wanderern. Sollte man aufgrund von Fehlplanungen, schlechtem Wetter oder Verletzungen nicht in der Lage sein, vor der Dunkelheit eine Hütte oder das Tourziel zu erreichen, sollte man nicht weitergehen, wenn man keine Lichtquelle dabei hat. Die Absturzgefahr ist je nach Terrain sehr groß. Lieber in den sauren Apfel beißen und im Notbiwak (Biwacksack in den Rucksack packen!) auf die ersten Lichtstrahlen warten.
Die abschließenden drei bergleben.de-Tipps
1. Je besser man plant und je mehr Eventualitäten man berücksichtigt, desto sicherer die Tour!
2. Lieber ein Kleidungsstück zuviel einpacken, als eines zu wenig dabei zu haben.
3. Prägt euch den gegangenen Weg ein – falls ihr in eine Notsituation kommt, solltet ihr trotz Nebels oder starken Regens zumindest die grobe Richtung wissen.
Trotz aller Gefahren solltet ihr euch nicht von eurer Bergtour abschrecken lassen. Die meisten Trips enden nämlich nicht mit einem Unfall, sondern mit tollen Erlebnissen in der schönen Bergwelt. Viel Spaß auf eurer Sommertour!
Sonne – schön, aber gefährlich
Der typische Anfängerfehler: Eure Wander- oder Biketour führt euch in höhere Gefilde, wo die Temperaturen niedriger sind als im Tal. Hier wird die Sonne nicht mehr als so stark empfunden und der Sonnenbrand ist quasi vorprogrammiert. Denn pro 1.000 Höhenmeter steigt die Sonneneinstrahlung um 15 Prozent und auch bei Bewölkung oder Nebel ist die Sonne meist stärker als im Tal! Schutz ist also unumgänglich. Und so seid ihr sicher in den Bergen unterwegs: Das Auftragen einer Sonnencreme (je nach Hauttyp mindestens Lichtschutzfaktor 15, besser 30 oder 50) gehört zur Pflichtübung eines Bergsportlers - 30 Minuten vor Start der Tour solltet ihr die besonders gefährdeten Stellen wie Gesicht, Hals, Arme und Beine damit einreiben. Die empfindlichen Lippen nicht vergessen! Doch mit Sonnencreme alleine ist es noch nicht getan, wenn ihr euch lange im Freien bewegt. Eine Mütze, ein Kopftuch oder Hut gehören in euren Rucksack und dürfen auch verwendet werden – die Gefahr eines Sonnenstichs in den Bergen ist nicht zu unterschätzen. Prophylaktisch solltet ihr in jedem Fall eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleisten, mit der ihr starken Kopfschmerzen vorbeugt. Zudem ist es ratsam, die Mittagssonne zwischen 12:00 und 16:00 Uhr so gut es geht zu meiden. Doch damit nicht genug Schutz vor der Sonne: Nicht nur wenn noch Schnee liegt, solltet ihr unbedingt eine Sonnenbrille mit qualitativ guten Gläsern tragen, die einen UV400-Schutz (Schutzstufe 4/EN3) bieten. In Gletschergebieten, im Schnee und allgemein im Gebirge ist die Gefahr einer Hornhaut-Schädigung oder eines Sonnenbrands an den Augenlidern allgegenwärtig. Augenärzte warnen sogar vor den UV-Strahlen, die zwischen Sonnenbrille und Gesicht eindringen und empfehlen, diese Lücken durch Kappen oder Mützen zu bedecken.
Wind – die unterschätzte Gefahr
Wind ist nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er im Winter der "Baumeister der Lawinen" ist, in den Bergen eine beachtenswerte Gefahr. Im Sommer ist vor allem der Wind-Chill-Faktor dafür verantwortlich, dass Outdoor-Sportler von ihrer Tour nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch eine Erkältung mit nach Hause nehmen. 50 km/h Wind, die in den Bergen leicht möglich sind, machen aus 13 Grad Außentemperatur nämlich mal schnell gefühlte drei Grad – und je schneller der Wind weht, desto tiefer empfinden wir die Temperatur. Typisch ist auch diese Situation: Nach einem langen Aufstieg zu Fuß oder mit dem Bike kommt man nass geschwitzt oben auf dem Gipfel an, kühlt schnell aus und begibt sich dann gegebenenfalls noch mit feuchten Klamotten auf die rasende Abfahrt oder den windigen Abstieg – da ist die Verkühlung vorprogrammiert. Deshalb: Kleidung mit atmungsaktiven, windabweisenden, schnell trocknenden Materialien bevorzugen. Diese könnt ihr nach dem Aufstieg während der Gipfelpause kurz ausziehen und innerhalb weniger Minuten sind sie im Gegensatz zum klassischen Baumwoll-Shirt trocken. Natürlich solltet ihr zu diesem Zweck immer etwas Wechselkleidung dabei haben. Wenn es sich anbahnt, richtig ungemütlich zu werden: Tragt nicht nur eure bequeme und angenehme Softshell, sondern packt auch einen Windbreaker in euren Rucksack – denn Softshells haben meist eine richtige Schwäche, und das ist der Wind- und Regenschutz. Ob eure Softshell eine geringe Winddurchlässigkeit besitzt, könnt ihr am eigenen Körper ausprobieren. Setzt euch auf eurer Fahrrad und fahrt einen Berg eurer Wahl einmal mit etwa 50 km/h runter – so bekommt ihr einen guten Eindruck, ob es durch das Softshell-Material oder die anfälligen Nähte zieht. Ist euch das zuviel der Testerei, könnt ihr auch dem CFM-Wert vertrauen, den die Hersteller angeben: CFM-Wert 0 entspricht absoluter Wasser- und somit auch Winddichte. Bei CFM 1 bis 10 merkt man den Wind gar nicht bis kaum, ohne dass sich die Jacke extrem schnell aufheizt und man stark schwitzt. Ab dem Wert 10 sorgt der Wind für eine Kühlung des Körpers, ab CFM-Wert 20 ist ein zusätzliches windschützendes Kleidungsteil auf jeden Fall empfehlenswert.
Wetter – immer im Blick behalten
Dass das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, müssten eigentlich alle Outdoor-Sportler wissen. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren und auch tödlichen Unfällen, die durch Wetterstürze oder Gewitter hervorgerufen werden. Bei der Tourenplanung sollte daher auf jeden Fall der regionale Wetterbericht studiert oder Auskunft bei den örtlichen Tourismusbüros eingeholt werden, um zu erfahren, wie die Situation am Berg ist. Eine frühzeitige Routenplanung und gutes Kartenmaterial mit Kennzeichnung von Schutzhütten, in die man sich im Notfall zurückziehen kann, verhindern überraschende Notlagen. Gerade bei starkem Nebel können GPS-Gerät und Kompass sehr hilfreich sein, um nicht völlig die Orientierung zu verlieren. Kommt im Gebirge ein Gewitter auf, ist die erste Maxime: runter von Graten oder Hochebenen und weg von Bäumen, Drahtseilen, Liftstützen. Denn hier ist man Anziehungspunkt für Blitzschläge. Zudem sollte man bei ernsten Anzeichen einer Schlechtwetterfront den Rückzug antreten und nicht weiter aufsteigen. Vorsicht bei Kälte und Nässe: Sind die Muskeln nicht richtig aufgewärmt und man friert, kommt es schneller zu Fehltritten – vor allem, wenn man sich auf nassen Steinen bewegt. Ausrutscher mit anschließenden Abstürzen sind neben Herzversagen die häufigste Todesursache von Wanderern. Sollte man aufgrund von Fehlplanungen, schlechtem Wetter oder Verletzungen nicht in der Lage sein, vor der Dunkelheit eine Hütte oder das Tourziel zu erreichen, sollte man nicht weitergehen, wenn man keine Lichtquelle dabei hat. Die Absturzgefahr ist je nach Terrain sehr groß. Lieber in den sauren Apfel beißen und im Notbiwak (Biwacksack in den Rucksack packen!) auf die ersten Lichtstrahlen warten.
Die abschließenden drei bergleben.de-Tipps
1. Je besser man plant und je mehr Eventualitäten man berücksichtigt, desto sicherer die Tour!
2. Lieber ein Kleidungsstück zuviel einpacken, als eines zu wenig dabei zu haben.
3. Prägt euch den gegangenen Weg ein – falls ihr in eine Notsituation kommt, solltet ihr trotz Nebels oder starken Regens zumindest die grobe Richtung wissen.
Trotz aller Gefahren solltet ihr euch nicht von eurer Bergtour abschrecken lassen. Die meisten Trips enden nämlich nicht mit einem Unfall, sondern mit tollen Erlebnissen in der schönen Bergwelt. Viel Spaß auf eurer Sommertour!
Weiterführende Informationen:
| Buff Headwear |
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