Klettern am Scharfenstein bei Kassel: Idylle pur in Nordhessen
bergleben.de am 08.06.2010 - 15:44 Uhr
© Tim Bartzik/Kletterzentrum Nordhessen
Ob Kasseler, Kasselaner, Kasseläner oder einfach nur Nordhesse, wer im Norden des Sechs-Millionen-Bundeslandes in der Mitte Deutschlands dem Klettersport frönen möchte, der hat nicht die größte Auswahl an Spots. Da ist nördlich von Kassel, schon hinter der Grenze zu Niedersachsen, der Göttinger Wald mit einigen schönen Felsen. Am "Michelskopf" und in der Nähe von Volkmarsen gibt es begrenzte Klettermöglichkeiten. In das Sauerland, den Ith oder den Thüringer Wald ist der Weg weit. Und so bleibt der belebten Kletterszene in Nordhessen oft nur eine Chance, einen Kurztrip zu Naturfelsen zu unternehmen: der Scharfenstein bei Gudensberg.
Märchenwelt Scharfenstein
Weniger als 20 Kilometer fährt man von Kassel mit Auto auf der A49 Richtung Süden, bis man an den Autobahnparkplatz "Scharfenstein" kommt. Klingt nicht besonders idyllisch, so direkt an der Autobahn. Doch das täuscht: Die Autos hört man nur in der Ferne, vor allem auch, weil die schönsten Ecken am Scharfenstein auf der abgewandten Seite liegen. Und die Felsformationen sind beinahe märchenhaft. Über die Jahrhunderte brachen von den Basaltformationen, die insgesamt bis auf etwa 300 Meter über den Meeresspiegel reichen, zahlreiche große Felsbrocken ab. Von Moos und Pflanzen bewachsen, zaubern sie am Fuße der Klettertouren eine sagenhafte Stimmung. Vor allem bei Schönwetter in den Abendstunden kann man hier mit Blick auf das Umland tolle Momente erleben.
Rundblick
Einen tollen Rundblick vom Scharfenstein findet ihr hier.
Klettern am Scharfenstein
Das Klettern am Scharfenstein ist aufgrund des zum Teil brüchigen, scharfkantigen Basaltgesteins, das zudem recht glatt ist, ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dennoch gibt es unter den etwa 50 Routen einige spannende Highlights, vor allem im fünften, sechsten und siebten Schwierigkeitsgrad. Vom Parkplatz geht man in fünf Minuten über Trampelpfade zur Ostseite des Fels – leider ist der Weg nicht besonders schön, was wohl den zahlreichen Ausflüssen der LKW- und PKW-Fahrer geschuldet ist. Auf dieser Seite des Scharfensteins gibt es nur wenige, eher uninteressante Touren, die man aber zum Warmwerden klettern kann (Schwierigkeiten 3/4+). Schnell sollte man sich aber links um die Front des Scharfensteins bewegen, um in den Kessel des "Gebirges" zu gelangen – denn hier finden sich die schönsten Kletterrouten.
Rechte Kesselwand und schiefe Anna
Die höchste Wand des Scharfensteins mit etwa 25-30 Metern ist die rechte Kesselwand, die man nach fünf Minuten Fußmarsch erreicht. Zur rechten, über dem Mahnmal für einen 2008 abgestürzten und verstorbenen Bergsportler, befindet sich das Graswändchen – trotz der niedrigen Schwierigkeit von 5- eine sehr lohnenswerte Tour mit, für das Gebiet unüblichen, Löchern und wunderbaren Strukturen. Die Absicherung ist hier gut, an anderen Ecken des Scharfensteins können die Hakenabstände schon mal recht groß sein, an manchen Stellen sind auch Klemmkeile nötig. Links vom Graswändchen liegen die ebenfalls spannenden Routen "Extremistenkante 6+" mit einem kniffligen Einstieg und der typischen Plattenkletterei auf kleinen Tritten und Leisten sowie die langen, leichten, aber schönen Routen "Verschneidung 4-" und "Wändchen 3+". An der "Schiefen Anna", einem 15 Meter hohen, beeindruckenden Basaltturm, geht es dann etwas mehr zur Sache. Der Klassiker ist hier die 5+-Route über die Westwand bis auf den nur einen Quadratmeter großen "Gipfel" des Turmes. Achtung: Beim Einrichten eines Top-Ropes sollte der Umlenker unbedingt über die Kante verlängert werden. Weiter rechts finden sich die Routen "Wango Wango", "Bomber und Paganini", "Mensch ärgere dich nicht" (alle 7) und "Cheyenne" (7+) – zum Teil anspruchsvoll gesichert und für ängstliche Kletterer, die ihren ersten 7er klettern wollen, wohl eher ungeeignet. Noch ein Stück weiter, links der Schiefen Anna, kommen auch die Profis, zum Beispiel bei einer anspruchsvollen Risstour an der nord-westlichen Schuppenverschneidung oder am Elefantenbuckel, auf ihre Kosten.
Mehr zum Klettern am Scharfenstein erfahrt ihr unter www.kletterninkassel.de, www.iclimb.de und im demnächst erscheinenden "Kletterführer Scharfenstein" von Tim Bartzik, von dem ihr im angehängten pdf-Dokument erste Eindrücke bekommt. Wir wünschen viel Spaß beim Ausflug an den Scharfenstein und hoffen, dass ihr die idyllische Felsformation so verlasst, wir ihr sie vorgefunden habt.
Märchenwelt Scharfenstein
Weniger als 20 Kilometer fährt man von Kassel mit Auto auf der A49 Richtung Süden, bis man an den Autobahnparkplatz "Scharfenstein" kommt. Klingt nicht besonders idyllisch, so direkt an der Autobahn. Doch das täuscht: Die Autos hört man nur in der Ferne, vor allem auch, weil die schönsten Ecken am Scharfenstein auf der abgewandten Seite liegen. Und die Felsformationen sind beinahe märchenhaft. Über die Jahrhunderte brachen von den Basaltformationen, die insgesamt bis auf etwa 300 Meter über den Meeresspiegel reichen, zahlreiche große Felsbrocken ab. Von Moos und Pflanzen bewachsen, zaubern sie am Fuße der Klettertouren eine sagenhafte Stimmung. Vor allem bei Schönwetter in den Abendstunden kann man hier mit Blick auf das Umland tolle Momente erleben.
Rundblick
Einen tollen Rundblick vom Scharfenstein findet ihr hier.
Klettern am Scharfenstein
Das Klettern am Scharfenstein ist aufgrund des zum Teil brüchigen, scharfkantigen Basaltgesteins, das zudem recht glatt ist, ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dennoch gibt es unter den etwa 50 Routen einige spannende Highlights, vor allem im fünften, sechsten und siebten Schwierigkeitsgrad. Vom Parkplatz geht man in fünf Minuten über Trampelpfade zur Ostseite des Fels – leider ist der Weg nicht besonders schön, was wohl den zahlreichen Ausflüssen der LKW- und PKW-Fahrer geschuldet ist. Auf dieser Seite des Scharfensteins gibt es nur wenige, eher uninteressante Touren, die man aber zum Warmwerden klettern kann (Schwierigkeiten 3/4+). Schnell sollte man sich aber links um die Front des Scharfensteins bewegen, um in den Kessel des "Gebirges" zu gelangen – denn hier finden sich die schönsten Kletterrouten.
Rechte Kesselwand und schiefe Anna
Die höchste Wand des Scharfensteins mit etwa 25-30 Metern ist die rechte Kesselwand, die man nach fünf Minuten Fußmarsch erreicht. Zur rechten, über dem Mahnmal für einen 2008 abgestürzten und verstorbenen Bergsportler, befindet sich das Graswändchen – trotz der niedrigen Schwierigkeit von 5- eine sehr lohnenswerte Tour mit, für das Gebiet unüblichen, Löchern und wunderbaren Strukturen. Die Absicherung ist hier gut, an anderen Ecken des Scharfensteins können die Hakenabstände schon mal recht groß sein, an manchen Stellen sind auch Klemmkeile nötig. Links vom Graswändchen liegen die ebenfalls spannenden Routen "Extremistenkante 6+" mit einem kniffligen Einstieg und der typischen Plattenkletterei auf kleinen Tritten und Leisten sowie die langen, leichten, aber schönen Routen "Verschneidung 4-" und "Wändchen 3+". An der "Schiefen Anna", einem 15 Meter hohen, beeindruckenden Basaltturm, geht es dann etwas mehr zur Sache. Der Klassiker ist hier die 5+-Route über die Westwand bis auf den nur einen Quadratmeter großen "Gipfel" des Turmes. Achtung: Beim Einrichten eines Top-Ropes sollte der Umlenker unbedingt über die Kante verlängert werden. Weiter rechts finden sich die Routen "Wango Wango", "Bomber und Paganini", "Mensch ärgere dich nicht" (alle 7) und "Cheyenne" (7+) – zum Teil anspruchsvoll gesichert und für ängstliche Kletterer, die ihren ersten 7er klettern wollen, wohl eher ungeeignet. Noch ein Stück weiter, links der Schiefen Anna, kommen auch die Profis, zum Beispiel bei einer anspruchsvollen Risstour an der nord-westlichen Schuppenverschneidung oder am Elefantenbuckel, auf ihre Kosten.
Mehr zum Klettern am Scharfenstein erfahrt ihr unter www.kletterninkassel.de, www.iclimb.de und im demnächst erscheinenden "Kletterführer Scharfenstein" von Tim Bartzik, von dem ihr im angehängten pdf-Dokument erste Eindrücke bekommt. Wir wünschen viel Spaß beim Ausflug an den Scharfenstein und hoffen, dass ihr die idyllische Felsformation so verlasst, wir ihr sie vorgefunden habt.
Weiterführende Informationen:
Kletterführer Scharfenstein - Ausschnitt
(
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| www.kletterinkassel.de |
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