Schneewandern mit dem "King of the Mountains": Reinhold Messner führt durch das Villnösstal + Video
bergleben.de am 07.11.2009 - 09:00 Uhr
© XnX GmbH
Er ist der Muhammad Ali des Alpinismus, der Pele des Bergsteigens, der Neil Armstrong der Achttausender. Reinhold Messner, der Mann, der als erster Mensch auf den 14 höchsten Bergen der Welt stand, ist der König des Bergsports. Und wann hat man schon mal die Chance, mit einem König auf Wanderung zu gehen? Wir hatten es am Freitag - beim International Mountain Summit in Brixen.
Tickets schnell vergriffen
Knapp hundert Leute sicherten sich die begehrten Tickets für einen Walk mit Reinhold Messner, die Veranstalter hätten wahrscheinlich auch 500 loswerden können. Und so traf man sich um 8.30 Uhr im Forum Brixen und setzte sich in zwei Busse, um in das schöne Villnösstal zu fahren. Und wie es sich für einen Gastgeber gehört, versicherte sich Messner noch einmal persönlich, ob es denn auch alle in die abfahrtsbereiten Busse geschafft hatten: "Alle drin? Dann kann es ja losgehen!" Es folgten 20 Minuten Fahrt bis zum Ende des Villnösstals, auf der auch dem letzten klar wurde, dass es heute eine Schneewanderung werden würde - um die 40 Zentimeter waren in den vergangenen Tagen gefallen. Angekommen am Parkplatz bei der Zanser Alm begann er dann: der Kampf um die Plätze nahe des Bergsteigeridols.
Kampf um die besten Plätze
"Immer schön langsam, ich gehe vor!" Messner walkte los. Und wer beim Start des Marsches zögerte, um bei kalten Temperaturen um die null Grad und leichten Schneefall sich noch eine Mütze anzuziehen, der sah ihn dann leider so schnell auch nicht wieder. Denn 100 Wanderer, die jeder 48 Euro dafür bezahlt hatten, mit Messner eine Tour unternehmen zu können, stapften auf engen Pfaden durch den Vilnösser Wald, teilweise durch knietiefen Schnee. Und dass da der „Platz an der Sonne“, nämlich in Hörweite des 65-Jährigen, nicht so schnell hergegeben wird, ist selbstverständlich. Doch auch ohne Nähe zum Bergsteiger-König begeisterte die Wanderung durch das verschneite Tal, vorbei an der fantastisch anmutenden Geislergruppe mit seinem Hauptgipfel Sass Rigais (3.025 Meter) und der Furchetta-Wand. Hier gelang Messner im Jahr 1967 die erste Winterbesteigung. Zur Geislergruppe und den Adolf-Munkel-Weg hat der Südtiroler auch eine ganz persönliche Beziehung - in diesem Tal wuchs er auf und sammelte seine ersten Erfahrungen als Felskletterer.
Das Volk folgt seinem König
Doch leider blieb der Blick auf die Bergkette die meiste Zeit verwehrt. Nur einmal kurz auf dem Weg zur Geisleralm riss es auf und die imposanten Gipfel zeigten sich den Schneewanderern. Aber spätestens bei der Mittagspause auf der Geisleralm bekamen dann alle Gäste den aus der Nähe zu sehen, wegen dem sie auf der Tour mit dabei waren: Reinhold Messner. Ein Foto schießen, seinen immer wieder faszinierenden Erzählungen lauschen und das Charisma des Grenzgängers kennenlernen - das stand hier ganz oben auf der To-Do-Liste. Und nach einer ausgiebigen, leckeren Jause und einer Chance, die kalten Finger aufzuwärmen, ging es weiter durch den Schnee. Weiter auf dem Rundweg zurück zur Zanseralm. 100 Menschen. Einer ging voraus. Und das wandernde Volk folgte seinem König.
Sebastian Lindemeyer
Tickets schnell vergriffen
Knapp hundert Leute sicherten sich die begehrten Tickets für einen Walk mit Reinhold Messner, die Veranstalter hätten wahrscheinlich auch 500 loswerden können. Und so traf man sich um 8.30 Uhr im Forum Brixen und setzte sich in zwei Busse, um in das schöne Villnösstal zu fahren. Und wie es sich für einen Gastgeber gehört, versicherte sich Messner noch einmal persönlich, ob es denn auch alle in die abfahrtsbereiten Busse geschafft hatten: "Alle drin? Dann kann es ja losgehen!" Es folgten 20 Minuten Fahrt bis zum Ende des Villnösstals, auf der auch dem letzten klar wurde, dass es heute eine Schneewanderung werden würde - um die 40 Zentimeter waren in den vergangenen Tagen gefallen. Angekommen am Parkplatz bei der Zanser Alm begann er dann: der Kampf um die Plätze nahe des Bergsteigeridols.
Kampf um die besten Plätze
"Immer schön langsam, ich gehe vor!" Messner walkte los. Und wer beim Start des Marsches zögerte, um bei kalten Temperaturen um die null Grad und leichten Schneefall sich noch eine Mütze anzuziehen, der sah ihn dann leider so schnell auch nicht wieder. Denn 100 Wanderer, die jeder 48 Euro dafür bezahlt hatten, mit Messner eine Tour unternehmen zu können, stapften auf engen Pfaden durch den Vilnösser Wald, teilweise durch knietiefen Schnee. Und dass da der „Platz an der Sonne“, nämlich in Hörweite des 65-Jährigen, nicht so schnell hergegeben wird, ist selbstverständlich. Doch auch ohne Nähe zum Bergsteiger-König begeisterte die Wanderung durch das verschneite Tal, vorbei an der fantastisch anmutenden Geislergruppe mit seinem Hauptgipfel Sass Rigais (3.025 Meter) und der Furchetta-Wand. Hier gelang Messner im Jahr 1967 die erste Winterbesteigung. Zur Geislergruppe und den Adolf-Munkel-Weg hat der Südtiroler auch eine ganz persönliche Beziehung - in diesem Tal wuchs er auf und sammelte seine ersten Erfahrungen als Felskletterer.
Das Volk folgt seinem König
Doch leider blieb der Blick auf die Bergkette die meiste Zeit verwehrt. Nur einmal kurz auf dem Weg zur Geisleralm riss es auf und die imposanten Gipfel zeigten sich den Schneewanderern. Aber spätestens bei der Mittagspause auf der Geisleralm bekamen dann alle Gäste den aus der Nähe zu sehen, wegen dem sie auf der Tour mit dabei waren: Reinhold Messner. Ein Foto schießen, seinen immer wieder faszinierenden Erzählungen lauschen und das Charisma des Grenzgängers kennenlernen - das stand hier ganz oben auf der To-Do-Liste. Und nach einer ausgiebigen, leckeren Jause und einer Chance, die kalten Finger aufzuwärmen, ging es weiter durch den Schnee. Weiter auf dem Rundweg zurück zur Zanseralm. 100 Menschen. Einer ging voraus. Und das wandernde Volk folgte seinem König.
Sebastian Lindemeyer
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