21. Juni 2008 - Gipfelerfolg für Luis Stitzinger und sein Team am Nanga Parbat
Luis Stitzinger am 24.06.2008 - 15:54 Uhr
Während der Nacht plagen starke Winde das Lager und seine Besatzung. Die auf 24 Uhr geplante Aufbruchszeit wird nach Rücksprache über Funk zweimal auf eine Stundespäter verschoben. 2 Uhr ist es dann ganz ruhig, als alle gestiefelt und gespornt vor ihren Zelten stehen. Aber auch nur ganz kurz, denn nach Aufbruch beginnt es plötzlich heftig zu graupeln. Zweifel am richtigen Gipfeltag werden wach, doch was hilft es. Ist der Zug erst einmal ins Rollen geraten, kann ihn nichts mehr aufhalten. Abwechselnd spuren wir durch die Bazhin-Mulde bis an den Fuß des Gipfeltrapez. Eine ansteigende Querung durch knietiefen Schnee führt uns bis an einen Felsrücken im rechten Bereich der Gipfelwand. Nun geht es durch Schneerinnen steiler hinauf, bis das Gelände zunehmend kombinierter wird. Nahezu unbemerkt geben nach und nach Mitstreiter auf, bis nur noch Rainer und Thomas (Amical), die beiden Italiener (die sich beim Spuren stets dezent im Hintergrund halten) und wir sechs, Flo, Joe, Helga und Jürgen, Alix und ich (DAV Summit Club), übrig sind. Nach einer kurzen Wetterverschlechterung, ziehen sich die Wolken plötzlich wieder zurück und der Gipfel liegt in seiner vollen Pracht vor uns. Doch der Weg ist noch weit, die Zeit aber bereits weit fortgeschritten. Immer noch ein Absatz im anstrengenden kombinierten Gelände, das kleine Klettereinlagen erfordert, die Höhenmeter scheinen nicht verstreichen zu wollen. Schließlich erscheint er dann aber in greifbarer Nähe – der Gipfel: Drei Kuppen, zwei aus Schnee, eine aus Fels. Die am weitesten rechts muss es sein, ein Firnhaken ziert die höchste Erhebung.
Fassungslos liegen wir uns in den Armen, wir haben es tatsächlich geschafft. Wir sind ganz oben! Es war ohne Frage ein harter Kampf, der nur ganz knapp zu unseren Gunsten ausgegangen ist. Wäre der Wind nur etwas stärker gewesen, die Kräfte etwas geringer, so hätten auch wir aufgeben müssen. In den Minuten, auf die sämtliche Planung und Mühen von Tagen und Wochen hin abzielen, ist man dann viel zu überfordert, um so etwas wie „Gipfelglück“ oder „absolute Erfüllung“ empfinden zu können. Die Anspannung ist noch nicht vorbei, der lange und anspruchsvolle Abstieg, die schwindenden Kräfte erfordern nach wie vor volle Aufmerksamkeit. Unsere Gedanken sind aber bei unseren Freunden, die – wenn nicht körperlich, dafür geistig – mit uns hier am Gipfel vereint sind: Ralf Marsula (der bereits im Basislager aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste), Tobias Habig (der kurz vor Reisebeginn überraschend wegen einer schweren Operation absagen musste – wir hoffen es ist alles gut gelaufen!) und Matthias Robl (ein guter Freund und Kollege, der kurz vor Beginn der Expedition bei einem schweren Kletterunfall den Tod fand – wir können es noch immer nicht fassen und werden dich vermissen!). Ein ganz besonderer Dank gebührt natürlich auch Charly Gabl ohne dessen präzise Wetterprognose der erfolgreiche Ausgang dieses Tages undenkbar gewesen wäre!
Das immer mehr ins rötlich gleitende Abendlicht legt während des Abstiegs einen romantischen Schleier über die nackte Tatsache, dass es bereits sehr spät ist. Zum Glück sind wir bereits über die technisch anspruchsvollen Passagen hinweg, als es dunkel wird. Die Querung zum Lager ist jedoch noch lang, Fehltritte in der unversicherten, steilen Schneeflanke nicht erlaubt. Die ersten Gipfelstürmer treffen gegen 22 Uhr im Lager ein, die letzten rund eineinhalb Stunden später. Zügig kriechen alle in die Schlafsäcke.
Fassungslos liegen wir uns in den Armen, wir haben es tatsächlich geschafft. Wir sind ganz oben! Es war ohne Frage ein harter Kampf, der nur ganz knapp zu unseren Gunsten ausgegangen ist. Wäre der Wind nur etwas stärker gewesen, die Kräfte etwas geringer, so hätten auch wir aufgeben müssen. In den Minuten, auf die sämtliche Planung und Mühen von Tagen und Wochen hin abzielen, ist man dann viel zu überfordert, um so etwas wie „Gipfelglück“ oder „absolute Erfüllung“ empfinden zu können. Die Anspannung ist noch nicht vorbei, der lange und anspruchsvolle Abstieg, die schwindenden Kräfte erfordern nach wie vor volle Aufmerksamkeit. Unsere Gedanken sind aber bei unseren Freunden, die – wenn nicht körperlich, dafür geistig – mit uns hier am Gipfel vereint sind: Ralf Marsula (der bereits im Basislager aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste), Tobias Habig (der kurz vor Reisebeginn überraschend wegen einer schweren Operation absagen musste – wir hoffen es ist alles gut gelaufen!) und Matthias Robl (ein guter Freund und Kollege, der kurz vor Beginn der Expedition bei einem schweren Kletterunfall den Tod fand – wir können es noch immer nicht fassen und werden dich vermissen!). Ein ganz besonderer Dank gebührt natürlich auch Charly Gabl ohne dessen präzise Wetterprognose der erfolgreiche Ausgang dieses Tages undenkbar gewesen wäre!
Das immer mehr ins rötlich gleitende Abendlicht legt während des Abstiegs einen romantischen Schleier über die nackte Tatsache, dass es bereits sehr spät ist. Zum Glück sind wir bereits über die technisch anspruchsvollen Passagen hinweg, als es dunkel wird. Die Querung zum Lager ist jedoch noch lang, Fehltritte in der unversicherten, steilen Schneeflanke nicht erlaubt. Die ersten Gipfelstürmer treffen gegen 22 Uhr im Lager ein, die letzten rund eineinhalb Stunden später. Zügig kriechen alle in die Schlafsäcke.
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