Portrait Johanna Ernst (AUT)
bergleben.de am 29.09.2008 - 10:02 Uhr
© ©Lukas Ennemoser
Steckbrief
Name: Johanna Ernst,
Spitzname: Lotte
Geburtstag: 16.11.1992
Wohnsitz: Birgitz, Tirol
Nation: Österreich
Verein: ÖAV Zweig Innsbruck
Disziplin: Lead, Boulder
Trainer: Reini Scherer, Rupi Messner
Hobbies: Schach, Skifahren, Biken
Grad: 11-/ 11 Kletterzentrum Tivoli/Innsbruck
Mit acht Jahren kam Johanna durch Zufall zum Klettern. Gemeinsam mit ihrer 15 Monate älteren Schwester und ihren Eltern war sie damals in einem Familienurlaub in Osttirol, wo an einem aktiven Tag das Klettern auf dem Programm stand. Der damalige Bergführer erkundigte sich bei dem jungen Talent, wie lange sie den schon klettere. Nachdem er erfuhr, dass sie das erste Mal klettern würde, staunte der Experte nicht schlecht.
Erster Erfolg
Von der positiven Meinung des Kletterführers angespornt, entschlossen sich die Eltern, Johanna den Klettersport ausüben zu lassen. Trotz des Hobbys Fechtsport, dem sie schon seit sechs Jahren verschrieben war.
Johanna wurde wegen ihrer Körpergröße im damaligen Kletterverein nur "geduldet", daraufhin nahm ihr Vater das Training selbst in die Hand und somit kamen auch die ersten Erfolge. 2002 gewann sie den steirischen Juniorcup.
Nicht entmutigen lassen
Voller Erwartung fuhr sie zu den österreichischen Schülermeisterschaften nach Imst/Tirol, wo sie zur Kenntnis nehmen musste, dass hier auf einem anderen Niveau geklettert wurde. Sie wurde 18. von 32 Teilnehmern. Etwas frustriert, jedoch nicht entmutigt arbeitete die junge Kletterin weiter. Ein wichtiger entscheidender Faktor, auch für die späteren Erfolge, war ein gezieltes Mentaltraining.
500 Kilometer zum Training
Ab 2003 verbesserten sich die Platzierungen und Johanna errang immer öfter erste Plätze. Nationaltrainer Reinholt Scherer wurde auf sie aufmerksam und erstellte auf Ersuchen ihres Vaters Trainingspläne. Seine Bemühungen veranlassten die Eltern, den Verein zu wechseln und Johanna startete als Legionärin für den ÖAV Zweig Innsbruck.
Die Kletteranlagen in der Steiermark reichten inzwischen für ihr Leistungsniveau aus, so dass sie fast jedes zweite Wochenende die weite Strecke nach Innsbruck zum Training anreiste.
Bestleistungen
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, Johanna gewann 2004 die österreichischen Staatsmeisterschaften der Schülerklasse, von da an ging es steil bergauf. Sie gewann die Landes- und Staatsmeisterschaften der Junioren von nun an in Serie. Erstes internationales Aufsehen erregte sie 2005 bei dem Rock Junior in Arco, wo sie alle Routen Top stieg. Ab 2006 durfte sie erstmal in der Jugendeuropacup-Serie teilnehmen und gewann ebenfalls alles in Serie. Den in sie gesteckten Erwartungen bei der WM in Imst 2006 wurde sie voll gerecht und gewann in überlegener Manier in ihrer Altersklasse. Auch in der nächst höheren Klasse hätte sie gewonnen, da hier die gleiche Routenführung gewählt wurde und Johanna am weitesten, bis knapp unter Top kam.
Genug Zeit für das Training
Das Training wurde im Anschluss immer aufwendiger und sie fuhr fast jedes Wochenende nach Innsbruck. Während der Fahrt wurden Hausaufgaben erledigt oder einfach geschlafen. Diesen Aufwand betrieb Johanna fast zwei Jahre lang, bis man sich entschloss, nach Tirol um zuziehen. Johanna besucht jetzt das Sport-BORG in Innsbruck, wo ausreichend Zeit für das Training zur Verfügung steht. Johanna gilt derzeit als riesiges Talent im Klettersport, ihre Stärken liegen vor allem im mentalen Bereich, der schier unendlichen Kraftausdauer und der Visualisierung der Routen.
Weltcup-Gesamtsiegerin 2008:
In der Weltcup-Saison 2008, ihrer ersten im "Konzert der Großen", zeigte Johanna Ernst gleich ihre Ausnahmestellung und wurde Gesamtsiegerin. In allen Lead-Weltcups, die sie bestritt, erreichte sie das Treppchen. Gleich bei ihrem Weltcup überhaupt im chinesischen Quinghai blieb sie siegreich. Mit 15 Jahren wurde sie die jüngte Gesamtweltcup-Siegerin in der Geschichte des Kletter-Weltcups.
Eine neue Herausforderung für 2008 bedeutet der Start im Weltcup und mehr Zeit im Fels.
Fotoserie: Portrait Johanna Ernst (AUT)
Name: Johanna Ernst,
Spitzname: Lotte
Geburtstag: 16.11.1992
Wohnsitz: Birgitz, Tirol
Nation: Österreich
Verein: ÖAV Zweig Innsbruck
Disziplin: Lead, Boulder
Trainer: Reini Scherer, Rupi Messner
Hobbies: Schach, Skifahren, Biken
Grad: 11-/ 11 Kletterzentrum Tivoli/Innsbruck
Mit acht Jahren kam Johanna durch Zufall zum Klettern. Gemeinsam mit ihrer 15 Monate älteren Schwester und ihren Eltern war sie damals in einem Familienurlaub in Osttirol, wo an einem aktiven Tag das Klettern auf dem Programm stand. Der damalige Bergführer erkundigte sich bei dem jungen Talent, wie lange sie den schon klettere. Nachdem er erfuhr, dass sie das erste Mal klettern würde, staunte der Experte nicht schlecht.
Erster Erfolg
Von der positiven Meinung des Kletterführers angespornt, entschlossen sich die Eltern, Johanna den Klettersport ausüben zu lassen. Trotz des Hobbys Fechtsport, dem sie schon seit sechs Jahren verschrieben war.
Johanna wurde wegen ihrer Körpergröße im damaligen Kletterverein nur "geduldet", daraufhin nahm ihr Vater das Training selbst in die Hand und somit kamen auch die ersten Erfolge. 2002 gewann sie den steirischen Juniorcup.
Nicht entmutigen lassen
Voller Erwartung fuhr sie zu den österreichischen Schülermeisterschaften nach Imst/Tirol, wo sie zur Kenntnis nehmen musste, dass hier auf einem anderen Niveau geklettert wurde. Sie wurde 18. von 32 Teilnehmern. Etwas frustriert, jedoch nicht entmutigt arbeitete die junge Kletterin weiter. Ein wichtiger entscheidender Faktor, auch für die späteren Erfolge, war ein gezieltes Mentaltraining.
500 Kilometer zum Training
Ab 2003 verbesserten sich die Platzierungen und Johanna errang immer öfter erste Plätze. Nationaltrainer Reinholt Scherer wurde auf sie aufmerksam und erstellte auf Ersuchen ihres Vaters Trainingspläne. Seine Bemühungen veranlassten die Eltern, den Verein zu wechseln und Johanna startete als Legionärin für den ÖAV Zweig Innsbruck.
Die Kletteranlagen in der Steiermark reichten inzwischen für ihr Leistungsniveau aus, so dass sie fast jedes zweite Wochenende die weite Strecke nach Innsbruck zum Training anreiste.
Bestleistungen
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, Johanna gewann 2004 die österreichischen Staatsmeisterschaften der Schülerklasse, von da an ging es steil bergauf. Sie gewann die Landes- und Staatsmeisterschaften der Junioren von nun an in Serie. Erstes internationales Aufsehen erregte sie 2005 bei dem Rock Junior in Arco, wo sie alle Routen Top stieg. Ab 2006 durfte sie erstmal in der Jugendeuropacup-Serie teilnehmen und gewann ebenfalls alles in Serie. Den in sie gesteckten Erwartungen bei der WM in Imst 2006 wurde sie voll gerecht und gewann in überlegener Manier in ihrer Altersklasse. Auch in der nächst höheren Klasse hätte sie gewonnen, da hier die gleiche Routenführung gewählt wurde und Johanna am weitesten, bis knapp unter Top kam.
Genug Zeit für das Training
Das Training wurde im Anschluss immer aufwendiger und sie fuhr fast jedes Wochenende nach Innsbruck. Während der Fahrt wurden Hausaufgaben erledigt oder einfach geschlafen. Diesen Aufwand betrieb Johanna fast zwei Jahre lang, bis man sich entschloss, nach Tirol um zuziehen. Johanna besucht jetzt das Sport-BORG in Innsbruck, wo ausreichend Zeit für das Training zur Verfügung steht. Johanna gilt derzeit als riesiges Talent im Klettersport, ihre Stärken liegen vor allem im mentalen Bereich, der schier unendlichen Kraftausdauer und der Visualisierung der Routen.
Weltcup-Gesamtsiegerin 2008:
In der Weltcup-Saison 2008, ihrer ersten im "Konzert der Großen", zeigte Johanna Ernst gleich ihre Ausnahmestellung und wurde Gesamtsiegerin. In allen Lead-Weltcups, die sie bestritt, erreichte sie das Treppchen. Gleich bei ihrem Weltcup überhaupt im chinesischen Quinghai blieb sie siegreich. Mit 15 Jahren wurde sie die jüngte Gesamtweltcup-Siegerin in der Geschichte des Kletter-Weltcups.
Eine neue Herausforderung für 2008 bedeutet der Start im Weltcup und mehr Zeit im Fels.
![]() |
![]() |
![]() |










