Hart, härter - Ultra Bike Marathon 2011: 14. Auflage die extremste aller Zeiten
bergleben.de am 20.06.2011 - 11:13 Uhr
© Black Forest Ultra Bike Marathon
„Wir sind halt eine Outdoor-Sportart!“ hatte Walter Hasper genau vor einem Jahr augenzwinkernd kundgetan. Schüttete es doch die letzten Tage vor der Veranstaltung wie „in Eimern“. Ob der OK-Finanzchef damals schon ahnte, was den Teilnehmern des Black Forest Ultra Bike Marathons zwölf Monate später „blühen“ wird?
Schwarzwald zeigt sich von brutaler Seite
Denn die 14. Auflage des größten Mountainbike-Marathon in Mitteleuropa erwies sich am Sonntag als die extremste aller Zeiten: Hagelschauer sorgten in Bärental/Altglashütten für fieseste Bedingungen (und teilweise schneebedeckte Abschnitte). Dazu Temperaturen von gerade mal vier Grad Celsius. Obendrein noch ein heftiger, böiger Wind. Der Schwarzwald zeigte sich zum allerersten Mal von seiner ganz brutalen Seite. Kein Wunder, dass so viele Athleten wie nie zuvor „ausgestiegen“ sind. Von den 5.174 gemeldeten (neuer Teilnehmerrekord!) haben allein 395 Biker von vorneherein auf diesen „Höllenritt“ verzichtet. Und von den 4.779 Startern gaben gleich mehrere hundert Sportler das Rennen entnervt oder entkräftet auf. Für alle, die dann - meist - komplett durchgefroren und völlig verdreckt ins Ziel im Kirchzartener Sportstadion einrollten, galt der altbekannte Spruch von Mike Kluge. Das Mountainbike-Urgestein hatte 1997 bei der ersten Auflage des Ultra Bike fix und fertig ins Mikrofon geschnauft: „Jeder, der hier ankommt, ist ein Sieger!“
Schweizer Siege auf der Ultra-Distanz
Damit war der Ultra-Bike-Erkennungssong „Kleine Helden“, mit dem jede Startgruppe ins Rennen geschickt wurde, angesichts der äußeren Bedingungen in diesem Jahr mehr als untertrieben. Und auch das altbekannte Motto: „Keine Gnade für die Wade!“ rückte dieses Mal in den Hintergrund. Die 14. Auflage hatte für etliche Teilnehmer schon etwas von „Überlebenskampf“, der auch den Topathleten alles abverlangte. Auf der Ultra-Distanz (117 km / 3.150 Höhenmeter) kam Thomas Stoll (Osterfingen) am besten zurecht. Der Schweizer fuhr nach 4.34,16 Stunden als Erster ins Ziel. Zweiter wurde - wie im Vorjahr - der Italiener Mike Felderer (Appiano; 4.35,12 h). Rang drei ging an den Breitnauer Matthias Bettinger (4.42,01 h). Bei den Damen gewann eine Schweizerin, die mittlerweile in Südafrika lebt. Nach 5.41,55 Stunden riss Ariane Kleinhans (Stellenbosch) die Arme hoch – und ließ damit ihre Landsfrau Alexandra Clement (Altstätten; 6.05,48 h) sowie die Französin Danièle Troesch (Epfig; 6.07,15 h) hinter sich.
Heimsieg für Böhme
Auf der klassischen Marathon-Distanz (78 km / 2.050 Höhenmeter) freuten sich die Zuschauer über den Sieg eines Lokalmatadors. Tim Böhme (Freiburg) jubelte nach 2.58,11 Stunden - und verteidigte damit seinen Vorjahrestitel, vor Markus Kaufmann (Meckenbeuren; 2.58,15 h) und Matthias Pfrommer aus Calw (3.04.42). Bei den Damen gab es einen Schweizer Doppelsieg: Sofia Pezzatti (Biasca) gewann in 3.34,05 Stunden vor ihrer Landsfrau Nadia Walker (Altdorf; 3.41,28 h) und der Freiburgerin Sarah Zimmerlin (3.48,50 h). Die jeweils drei Erstplatzierten im Power-Track (89 km / 2.300 Höhenmeter) lauten: Heiko Gutmann (Münstertal; 3.24.25 h) vor Silva Cristobal (Santiago/ Chile; 3.26,00 h) und Andreas Muckenhirn (Münstertal; 3.26,04 h) sowie Milena Landtwing (St. Moritz/Schweiz; 3.53,52 Stunden) vor Martina Höllige (Bönnigheim, 4.22,42 h) und Rebecca Kaltenmeier (Freiburg, 4.26.38 h).
Harter Kampf auf Kurzdistanzen
Im Short-Track (43 km / 900 Höhenmeter) heißen die drei Sieger: Julian Schelb (Münstertal; 1.23,19 Stunden), Adrian Sauer (Oberkirch; 1.30,22 h) und Benjamin Merkel (Forbach; 1.30,22 h) sowie Hanna Klein (Freiburg) ; 1.38,35 Stunden), vor Tina Näger (Sigmarszell; 1.47,56 h) sowie zeitgleich Veronika Brüchle (Sigmarszell) und Lena Wehrle (Buchenbach) in jeweils 1.50,07 h. Den „Premierensieg“ auf dem neuen Speed-Track (52,4 km / 1.130 Höhenmeter) sicherte sich in einem „Fotofinish“ der Kirchzartener Fabian Strecker in 1.48,31,7 Stunden vor dem Freiburger Marcel Fleschhut (1.48.31,8). Dritter wurde Felix Euteneuer (Freiburg; 1.49.32 h). Die erste Speed-Track-Siegerin ist die Schwedin Alexandra Engen (Freiburg; 2.01,57 Stunden) vor Annette Rümmele (Todtnau; 2.16,21 h) und Rebekka Markert (Freiburg; 2.17,40 h).
Einsammeln der Sitzengebliebenen
Und die einzigen, die beim „Kälterennen 2011“ trotzdem richtig ins Schwitzen kam, waren die Mitglieder des Feuerwehrstabs des Organisationskomitees. Mussten sie doch - um ihre gewohnt perfekte Organisation aufrecht zu erhalten - die vielen im Schwarzwald „sitzen gebliebenen“ Biker wieder einsammeln, hauptsächlich aus den Gemeinden Hinterzarten, Menzenschwand und Bernau. Erhard Eckmann nahm‘s mit Galgenhumor. Der OK-Chef: „Da konnten sich die regionalen Transportunternehmen unverhofft über Aufträge freuen.“ Abgerundet wurde das dreitägige Mountainbike-Fest vom traditionellen Six-Pack-Race am Freitag sowie dem Kids-Cup am Samstag. Dabei kämpften 238 Kinder und Jugendliche um die Titel „Stars von morgen“.
Weitere Informationen: www.ultra-bike.de
Schwarzwald zeigt sich von brutaler Seite
Denn die 14. Auflage des größten Mountainbike-Marathon in Mitteleuropa erwies sich am Sonntag als die extremste aller Zeiten: Hagelschauer sorgten in Bärental/Altglashütten für fieseste Bedingungen (und teilweise schneebedeckte Abschnitte). Dazu Temperaturen von gerade mal vier Grad Celsius. Obendrein noch ein heftiger, böiger Wind. Der Schwarzwald zeigte sich zum allerersten Mal von seiner ganz brutalen Seite. Kein Wunder, dass so viele Athleten wie nie zuvor „ausgestiegen“ sind. Von den 5.174 gemeldeten (neuer Teilnehmerrekord!) haben allein 395 Biker von vorneherein auf diesen „Höllenritt“ verzichtet. Und von den 4.779 Startern gaben gleich mehrere hundert Sportler das Rennen entnervt oder entkräftet auf. Für alle, die dann - meist - komplett durchgefroren und völlig verdreckt ins Ziel im Kirchzartener Sportstadion einrollten, galt der altbekannte Spruch von Mike Kluge. Das Mountainbike-Urgestein hatte 1997 bei der ersten Auflage des Ultra Bike fix und fertig ins Mikrofon geschnauft: „Jeder, der hier ankommt, ist ein Sieger!“
Schweizer Siege auf der Ultra-Distanz
Damit war der Ultra-Bike-Erkennungssong „Kleine Helden“, mit dem jede Startgruppe ins Rennen geschickt wurde, angesichts der äußeren Bedingungen in diesem Jahr mehr als untertrieben. Und auch das altbekannte Motto: „Keine Gnade für die Wade!“ rückte dieses Mal in den Hintergrund. Die 14. Auflage hatte für etliche Teilnehmer schon etwas von „Überlebenskampf“, der auch den Topathleten alles abverlangte. Auf der Ultra-Distanz (117 km / 3.150 Höhenmeter) kam Thomas Stoll (Osterfingen) am besten zurecht. Der Schweizer fuhr nach 4.34,16 Stunden als Erster ins Ziel. Zweiter wurde - wie im Vorjahr - der Italiener Mike Felderer (Appiano; 4.35,12 h). Rang drei ging an den Breitnauer Matthias Bettinger (4.42,01 h). Bei den Damen gewann eine Schweizerin, die mittlerweile in Südafrika lebt. Nach 5.41,55 Stunden riss Ariane Kleinhans (Stellenbosch) die Arme hoch – und ließ damit ihre Landsfrau Alexandra Clement (Altstätten; 6.05,48 h) sowie die Französin Danièle Troesch (Epfig; 6.07,15 h) hinter sich.
Heimsieg für Böhme
Auf der klassischen Marathon-Distanz (78 km / 2.050 Höhenmeter) freuten sich die Zuschauer über den Sieg eines Lokalmatadors. Tim Böhme (Freiburg) jubelte nach 2.58,11 Stunden - und verteidigte damit seinen Vorjahrestitel, vor Markus Kaufmann (Meckenbeuren; 2.58,15 h) und Matthias Pfrommer aus Calw (3.04.42). Bei den Damen gab es einen Schweizer Doppelsieg: Sofia Pezzatti (Biasca) gewann in 3.34,05 Stunden vor ihrer Landsfrau Nadia Walker (Altdorf; 3.41,28 h) und der Freiburgerin Sarah Zimmerlin (3.48,50 h). Die jeweils drei Erstplatzierten im Power-Track (89 km / 2.300 Höhenmeter) lauten: Heiko Gutmann (Münstertal; 3.24.25 h) vor Silva Cristobal (Santiago/ Chile; 3.26,00 h) und Andreas Muckenhirn (Münstertal; 3.26,04 h) sowie Milena Landtwing (St. Moritz/Schweiz; 3.53,52 Stunden) vor Martina Höllige (Bönnigheim, 4.22,42 h) und Rebecca Kaltenmeier (Freiburg, 4.26.38 h).
Harter Kampf auf Kurzdistanzen
Im Short-Track (43 km / 900 Höhenmeter) heißen die drei Sieger: Julian Schelb (Münstertal; 1.23,19 Stunden), Adrian Sauer (Oberkirch; 1.30,22 h) und Benjamin Merkel (Forbach; 1.30,22 h) sowie Hanna Klein (Freiburg) ; 1.38,35 Stunden), vor Tina Näger (Sigmarszell; 1.47,56 h) sowie zeitgleich Veronika Brüchle (Sigmarszell) und Lena Wehrle (Buchenbach) in jeweils 1.50,07 h. Den „Premierensieg“ auf dem neuen Speed-Track (52,4 km / 1.130 Höhenmeter) sicherte sich in einem „Fotofinish“ der Kirchzartener Fabian Strecker in 1.48,31,7 Stunden vor dem Freiburger Marcel Fleschhut (1.48.31,8). Dritter wurde Felix Euteneuer (Freiburg; 1.49.32 h). Die erste Speed-Track-Siegerin ist die Schwedin Alexandra Engen (Freiburg; 2.01,57 Stunden) vor Annette Rümmele (Todtnau; 2.16,21 h) und Rebekka Markert (Freiburg; 2.17,40 h).
Einsammeln der Sitzengebliebenen
Und die einzigen, die beim „Kälterennen 2011“ trotzdem richtig ins Schwitzen kam, waren die Mitglieder des Feuerwehrstabs des Organisationskomitees. Mussten sie doch - um ihre gewohnt perfekte Organisation aufrecht zu erhalten - die vielen im Schwarzwald „sitzen gebliebenen“ Biker wieder einsammeln, hauptsächlich aus den Gemeinden Hinterzarten, Menzenschwand und Bernau. Erhard Eckmann nahm‘s mit Galgenhumor. Der OK-Chef: „Da konnten sich die regionalen Transportunternehmen unverhofft über Aufträge freuen.“ Abgerundet wurde das dreitägige Mountainbike-Fest vom traditionellen Six-Pack-Race am Freitag sowie dem Kids-Cup am Samstag. Dabei kämpften 238 Kinder und Jugendliche um die Titel „Stars von morgen“.
Weitere Informationen: www.ultra-bike.de
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