24 Stunden von Duisburg 2009: Votec Racing Team nicht zu schlagen

bergleben.de am 10.08.2009 - 08:50 Uhr
24 Stunden von Duisburg 2009
Die Vorjahressieger vom Votec Racing Team sammelten auch 2009 bei den 24 Stunden von Duisburg präsentiert von den Stadtwerken Duisburg die meisten Runden. 95 mal umkurvten sie am Wochenende den 6,8 Kilometer langen Kurs im Landschaftspark Nord. Bester Einzelfahrer war erneut Michael Grobe aus Mülheim, der 77 Runden absolvierte. Bei den Damen siegte überraschend Sabine Hempel mit 62 Runden. Insgesamt waren 1650 Mountainbiker am Start.

Favoriten setzen sich durch
Ralph Berner, Daniel Eiermann, Finn Heitmann und Mirko Volk ließen keinen Zweifel daran, dass sie ihren Vorjahreserfolg wiederholen würden. Der Olympia-Zehnte von Atlanta 1996, Ralph Berner, fuhr den Start und setzte sich sofort an die Spitze. Mit dem Cross-Spezialisten Finn Heitmann waren die Votec-Biker noch stärker besetzt als 2008 und waren in der Lage Stunde um Stunde den Vorsprung zu vergrößern und Daniel Eiermann aus Freiburg durfte schließlich vor einer begeisterten Kulisse, die allen Teilnehmern einen überaus emotionalen Zieleinlauf schenkte, das Werk vollenden. Ralf Berner aus Michelstadt fuhr zudem die schnellste Durchschnittsrundenzeit. Das Quartett brachte es am Ende auf 95 Runden, drei mehr als 2008. Das Powerslide-Racingteam war mit seinen 95 Runden allerdings auch hervorragend aufgestellt. Auf Rang drei landete MTBvD-Poison-German-A, die es immerhin auf 93 Runden brachten. „Die Betreuung ist bei einem 24-Stunden-Rennen sehr wichtig. Wenn man nicht fährt muss man sich ausruhen können. Wir waren bestens versorgt“, erklärte Ralph Berner. Der Routinier bekannte aber, dass die Konkurrenten nie locker ließen. Dennoch gelang es der Votec-Vier eine Runde heraus zu fahren und man konnte damit auch bei zwei Defekten ruhig agieren. Finn Heitmann, 2005 Deutscher U23-Meister im Cross-Sport, legte die schnellste gefahrene Runde hin und war mit ein Garant für den vierten Votec-24-Stunden-Sieg in Serie (2x Duisburg, 2x München). In zwei Wochen soll der Fünfte folgen. Dann will das Quartett bei der inoffiziellen 24-Stunden-Weltmeisterschaft siegreich sein.

Hundertmarck führt Team zum Sieg
In der Mixed-Wertung lagen nicht unerwartet die vier Sportler vorne, die unter dem Titel „Herzlichst Zypern“ an den Start gingen. Ex-Telekom-Profi und Triathlet Kai Hundertmarck (Kelsterbach) absolvierte seine 25 Runden mit einer hohen, der viertbesten Durchschnittsgeschwindigkeit und legte damit die Grundlage für die 90 Runden. Das waren zwei mehr als das Bike-Team Baumberge Mix hinter sich brachte. Die „Zyprioten“ konnten sich sogar noch einen Reifendefekt und einen längeren Fußmarsch von Frederik Zierke erlauben. Eine weitere Runde weniger hatten die Meisterjäger auf Rang drei. Drei Damen-Teams kämpften in der Vierer-Wertung um den Sieg. Letztlich war der eine eindeutige Angelegenheit von Burn Baby, die 79 Runden in den Staub des Landschaftsparks legten. Der RSC Tretlager Deluxe hatte fünf Runden weniger auf dem Konto, das Team Focus 2Rad Meyer brachte 60 Runden aufs Papier.


Deutlicher Solo-Sieg
Solobiker Michael Grobe ließ sich von den schnellen Anfangsstunden des unerfahrenen Stefan Schairer aus Albstadt aus der Reserve locken. Es dauerte aber vier Stunden, ehe er den Schwaben überholen konnte. Nicht viel später schüttelte er auch den Vorjahres-Dritten Felix Breske (Kiel) langsam ab. Es waren am Ende 77 Runden, die Grobe absolvierte, drei mehr als Breske und fünf mehr als Bastian Hagemann, der Dritter wurde. „Es war ein Risiko das Tempo am Anfang mitzugehen“, bekannte Grobe. Ob er eine Krise erlebt hätte? Er nickte eifrig. „Eine Menge Krisen, aber das gehört dazu. Es gibt immer genügend Gründe, ein Rennen vorzeitig zu beenden.“ Letztlich sei die mentale Stärke das Entscheidende. „Vor einem Jahr war es einfacher“, bekannte er aber dennoch und attestierte seinen Konkurrenten eine starke und hartnäckige Leistung. Bei den Damen musste sich die zweifache Siegerin Nicola Nesselberger aus Homburg der Einheimischen Sabine Hempel geschlagen geben. Hempel strampelte 62 Runden ab und ließ die rundengleiche Nesselberger um 18:23 Minuten hinter sich. Hempel übernahm erst in der Nacht die Führung, nachdem sie mit Hilfe ihres Teams eine Krise überstanden hatte. „Die haben mich wieder flott gemacht. Danach war es, als hätte ich eine Duracell eingelegt“, erzählte die Duisburgerin, die sich aber erst ganz langsam von ihrer Kontrahentin absetzen konnte. Die 27-Jährige fährt erst seit diesem Jahr Radrennen, nachdem sie verletzungsbedingt von der Leichtathletik aufs Rad umgestiegen war. „Eigentlich war es ein Spaß hier als Solistin zu starten. Aber mein Freund hat das ernst genommen und, dann habe ich es gemacht. Ich hatte ja nichts zu verlieren“, so Hempel, die auch die Unterstützung durch die Zuschauer an der Strecke lobte („das ist Duisburg“).

Gute Leistungen bei Zweier-Teams
Die Zweier-Teams der Männer wurden nach 84 Runden durch einen Abstand von 6:59 Minuten zwischen dem A-Team Aachen (Lars Ahlersmeyer/Andreas Kuntz) und dem ASV Duisburg (André Kupig/Thorsten Reckelkamm) entschieden. Kupig hatte 2008 als Einzelstarter auch schon den zweiten Platz belegt. Auf Rang drei kam der Radverein Schwalbe Trier (82 Rd.) ins Ziel. In der Mixed-Wertung lagen Julia Hanebuth/Mark Ostendarp (Grosse Scheibe Lette Mix) mit 82 Runden zwei Schleifen vor dem Team Focus 1 (Frank Erbse/Angelina Siefert), die ihrerseits nach 24 Stunden weitere sieben Runden Differenz auf M&M (Maren Flender/Matthias Flender) hatten. Die beiden einzigen reinen Damen-Paarungen Meike Kleinschmidt/Andrea Schulte (Sauerland Express 2) und MTBvD-Rhein/Ruhr (Anneliese Barmscheidt/ Kirsten Merten) fuhren 46, respektive 28 Runden.

Achter-Formationen
Die Auseinandersetzung zwischen den Achter-Teams war eine knappe Angelegenheit. Zumindest bis fünf Stunden vor Schluss. Dann baute das lange führende Team Wüster Radladen seinen geschmolzenen Vorsprung wieder aus und fuhr zu einem sicheren Sieg. Dahinter kämpfte Vorjahressieger DIN-Team gegen Watzup-Duisburg um den zweiten Platz. Die Mountainbiker vom Wüster Radladen erreichten mit 94 Runden die insgesamt drittbeste Marke der 24 Stunden von Duisburg, präsentiert von den Stadtwerken Duisburg. WatzUp Duisburg, das jetzt Cycle-Culture heißt, kam auf eine Runde weniger, lag allerdings nur rund sieben Minuten hinter den Siegern. Das Dinslakener DIN-Team benötigte für die gleiche Anzahl von Runden nur 51 Sekunden länger. „Wir waren vor kurzem im Friedensdorf Oberhausen und die Begegnung mit den kriegsverletzten Kindern hat Vieles gerade gerückt. Ich weiß wofür ich mich hier quäle“, meinte Andreas Blohm vom DIN-Team, der mit seiner Equipe eine Charity-Aktion zugunsten des Friedensdorfs durchführte und deshalb umso motivierter in die Pedale trat. Die Achter-Mixed-Wertung konnte das Team 7-hills für sich entscheiden. 80 Runden radelten die Sieger herunter und lagen damit nach 24 Stunden ziemlich genau eine Runde vor Heart Attack, das seinerseits zwei Runden zwischen sich und die Altbausanierung Hoff brachte. Die „Mädels“ hatten dieses Jahr in der Achter-Damenwertung Konkurrenz und zwar hartnäckige Konkurrenz. Das Racingteam Fleckner wies am Ende nur eine Runde Rückstand auf (66:65), hatte aber in der Praxis lediglich elf, zwölf Minuten Rückstand. Aus 17 Firmenteams setzte sich die achtköpfige Crew von Fahrradies Racing mit stolzen 90 gefahrenen Runden durch. Auf Platz zwei landete Regine GmbH mit 85 Runden vor Haniel.de, deren nur sieben Fahrer es auf insgesamt 77 Runden brachte und damit die rundengleichen Stadtwerke Duisburg um nur sieben Minuten hinter sich ließen.

Das Fazit
Bei der SKYDER SPORTPROMOTION war man am Sonntag nach dem Event hochzufrieden. „Wir hatten einen deutlichen Zuschauerzuwachs und das Feedback der Teilnehmer war wieder hervorragend. Mit Unterstützung der Stadtwerke Duisburg konnten wir unseren Standard in logistischer Hinsicht weiter verbessern und das ist nicht zuletzt Grundlage für eine erfolgreiche Veranstaltung. Auch wenn das Rennen zum vierten Mal unter unserer Regie stattfand, die Kulisse und die Atmosphäre im Landschaftspark ist und bleibt einzigartig“, zog SKYDER-Chef Stephan Salscheider Bilanz.
Guido Christiani, Geschäftsführer von Sponsor König Pilsner zeigte sich begeistert vom Event. Er genoss in einem Viererteam die stimmungsvolle Atmosphäre. Ähnlich äußerte sich auch die Event-Managerin vom Sutterverlag- Die Gelben Seiten, Sandra Marotta, die ein Firmenteam betreute.
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Ergebnis: 24 Stunden von Duisburg

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