Biken im Winter: Nützliche Tipps für die kalte Jahreszeit (Teil 1)

bergleben.de am 25.01.2012 - 09:04 Uhr
Biken im Winter © Eric/flickr.com
Wer auch im Winter nicht auf das Biken verzichten möchte, für den haben wir hier einige nützliche Tipps. Dabei gilt es zwei Bereiche zu beachten: Mensch und Material. Heute geht es erst einmal um den Bereich Mensch.

Richtige Kleidung gegen den Windchill-Effekt
Am besten ist es, wenn man gar nicht aufhört zu biken. Dann ist der Körper gleich an die neuen, kühleren Temperaturen gewöhnt. Wer dies nicht, muss sich erst wieder an die veränderten Außentemperaturen anpassen und sollte es bei den ersten Ausfahrten nicht übertreiben. Aber trotz alledem muss der Biker im Winter darauf achten, dass er die richtige Kleidung anzieht. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die gefühlte Außentemperatur nicht mit der tatsächlichen übereinstimmt. Wenn ihr vor der Ausfahrt auf einem Thermometer seht, dass es noch 4 Grad Celsius draußen sind, ändert sich die gefühlte Temperatur beim Biken je nach Geschwindigkeit immens. Schon bei 20 km/h habt ihr aufgrund des Windchill-Effektes eine Empfindungstemperatur von –5 Grad Celsius. Bei schneller Fahrt von 40 km/h fühlt ihr euch schon wie bei –10 Grad Celsius. Demnach solltet ihr ausreichend Schichten anziehen. Ohnehin ist hier das Zwiebelprinzip gefragt: viele Schichten, die dafür sorgen, dass der Schweiß nach außen transportiert wird und die Wärme eben nicht. Außerdem sollte man vor dem Wind geschützt sein. Wer viele Schichten anhat, kann auch unterwegs die ein oder andere ausziehen und hat dann, sollte es einem einmal kalt werden, noch etwas zum Anziehen. Das Stichwort lautet hier natürlich Funktionskleidung.

Energiereserven nicht vergessen
Zudem muss der Mensch im Winter darauf achten, dass er einen höheren Energieumsatz hat. So empfiehlt es sich immer Energiegel oder ähnliches mitzunehmen. Energieriegel sind nicht unbedingt die richtige Wahl, da diese schnell hart werden. Auch auf ausreichend Flüssigkeit achten, denn bei Kälte verdampft der Schweiß schneller, sodass der Körper über Schweiß und Atmung mehr Wasser abgibt. Diesen Verlust solltet ihr nicht mit Glühwein der ähnlichen alkoholischen Getränken ausgleichen, auch wenn der Reiz nach schneller Wärme sehr verlockend ist. Nach einer kurzen Wohlfühlphase schlägt das Resultat des Getränks eher in das Gegenteil.

Achtung vor Asthma!
Für die Atmung haben wir auch einen Tipp für euch parat: Fahrt bei kalten Temperaturen nicht ohne Atemschutz, also einem Tuch oder einer Gesichtsmaske. Ansonsten droht euch unter Umständen Belastungsasthma beziehungsweise schlimmsten Fall Asthma. Grund dafür ist die kalte, trockene Luft. So trocknen die Schleimhäute bei schneller werdender Atmung schneller aus und führen so zu den akuten Atembeschwerden nach der Belastung. Auch die Augen sind durch die kalte, trockene Luft gefährdet, sodass man immer mit Brille fahren sollte. Zudem schützt die Brille vor hochgeschleuderten Steinchen.

Hopsen und Laufen gegen kalte Füße
Wer während der Fahrt kalte Füße und Hände bekommt, sollte Pausen einlegen und dabei Laufen und Hopsen. So werden die Füße wieder durchblutet. Hier könnte es aber auch helfen, den Schuhverschluss etwas zu lockern. Für die Hände bietet sich Schütteln und Klatschen an. Bei den Handschuhen ist natürlich auf die Beweglichkeit der Finger zu achten, denn die Finger braucht man zum Bremsen und Schalten.

Wer gesehen werden will, sollte helle Farben tragen
Abschließend kommen wir noch einmal auf die Kleidung zurück. Während Windjacken meistens auch gegen Regen und Nässe schützen, sollte dies natürlich auch für Hose, Handschuhe und Schuhe gelten. Ein weiterer Tipp in der kalten, dunklen Jahreszeit betrifft die Kleidungsfarben: Wer auf dem Bike gesehen werden will, sollte helle Farben tragen. Graue, braune und schwarze Kleidung hebt sich im Herbst und Winter nur schlecht von der Umgebung ab. Grelle, helle Farben am besten mit Reflektoren sorgen dafür, dass der Biker früh erkannt wird. Das mindert das Unfallrisiko. Und wer es geschafft hat, unfallfrei und nicht erfroren im Ziel anzukommen, sollte nicht vergessen, die nasse Sportkleidung schnell gegen trockene auszutauschen. Zudem wärmt neben der warmen und entspannenden Dusche eine Tasse Tee von innen. Auch das Kohlenhydrat-Polster sollte nach der Anstrengung wieder aufgefüllt werden, damit man sich mit viel Lust, statt Frust auf die nächste Ausfahrt freuen kann.

Torben Stratenschulte

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