Ergonomisches Mountainbiken: Der passende Sattel

bergleben.de am 20.02.2012 - 13:23 Uhr
Ergonomisches Mountainbiken: Der passende Sattel © Mahmut
Auch wenn beim Mountainbiken schwerpunktmäßig deine Beine gefordert sind, ist ein zweites Körperteil besonderen Belastungen ausgesetzt: dein Gesäß. An einem guten Sattel solltest du allein schon aus Komfortgründen nicht sparen.

Sitzbein- oder Schambeinbelaster?

Viele Mountainbiker klagen beim Fahren über ein schmerzendes Gesäß. Was die einen als „Kollateralschaden“ abtun, belastet die anderen so stark, dass sie den Spaß am Training verlieren. Dabei lässt sich für jeden Typen eine Lösung finden. Zunächst einmal kann man zwei Typen von Mountainbikern unterscheiden: die Sitzbein- und die Schambeinbelaster. Bei den Sitzbeinbelastern müssen die Gesäßknochen die Hauptlast tragen, bei den Schambeinbelastern ist der Druck im vorderen Sattelbereich besonders groß, weil sie von Natur aus ein nach vorne gekipptes Becken haben. Entscheidend für einen bequemen Sitz ist daher, dass man den richtigen Typ Sattel für sich findet. Der Härtegrad spielt dabei allerdings nicht die entscheidende Rolle. Im Gegenteil: Weiche Sattel drücken oft stärker gegen Nervenbahnen, Sehnen oder Gefäße. Das führt zu Schmerzen, im schlimmsten Fall sogar zu Taubheitsgefühlen.

Der richtige Sattel: der Abstand muss stimmen

Entscheidend für den passenden Sattel ist in erster Linie dein Sitzknochenabstand. Diesen kannst du im Fachgeschäft ermitteln lassen. Wichtig: Frauen haben aufgrund ihrer Anatomie einen breiteren Sitzknochenabstand als Männer. Ein gutes Indiz für einen passenden Sattel ist, wenn du beim Probesitzen die Sitzknochen spürst – das gilt allerdings nur, sofern du ein Sitzbeinbelaster bist. Wer zu der Gruppe der Schambeinbelaster gehört, benötigt zusätzlich noch eine Aussparung im Dammbereich. Wer nicht zum Händler gehen möchte, um den Abstand zwischen den Sitzknochen zu ermitteln, kann auch folgenden simplen Selbst-Test anwenden: Lege ein Stück Wellpappe auf eine Tischkante. Direkt gegenüber stellst du einen Stuhl. Setz dich nun auf die Pappe, die Füße stellst du angewinkelt auf der Sitzfläche des Stuhls ab. Bleib etwa eine Minute lang in dieser Position sitzen, anschließend kannst du den Abstand zwischen den Sitzknochen bequem nachmessen. Der richtige Abstand ist aber auch eine Typfrage. Je sportlicher deine Sitzposition, desto größer ist der Druck auf den Dammbereich. Dementsprechend benötigen Racer weniger hohe Sitzhöcker. Doch auch der Komfort spielt eine Rolle. Tourenfahrer etwa sollten nicht den Abstand der Sitzknochen als Referenz für die Breite ihres Sattels wählen, sondern die Breite der Außenkanten, die sich auf der Wellpappe abgezeichnet haben. Generell gilt: Je sportlicher der Fahrer, desto schmaler der Sattel. Ein weiterer Mosaikstein für ein gutes Fahrgefühl ist selbstredend die Radhose. Verwende Gesäßcreme und trage idealerweise nur Radhosen ohne Nähte an den Sitzpolstern.

Autor: Marco Heibel

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