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Alles über Wanderschuhe: Teil eins - Materialcheck

8. März 2015 | bergleben.de

Wanderschuhe werden geschnürt - ©HANWAG / Till Gottbrath

Wanderschuhe

Copyright: HANWAG / Till Gottbrath

Was macht einen guten Wanderschuh aus? Diese Frage ist ohne Bezug auf den Wandernden gar nicht so einfach zu beantworten. Die Bedürfnisse der Wanderer sind nämlich ganz unterschiedlich. Leichtes oder alpines Gelände? Sommer- oder Winterwandern? Im Folgenden sagen wir euch, was ihr über Wanderschuhe und deren wichtigste Bestandteile wissen müsst, worauf ihr beim Kauf achten müsst und wie ihr die dann erworbenen Schuhe pflegen könnt. Im ersten Teil kümmern wir uns um den Schuh selbst.

Wanderschuh ist nicht gleich Wanderschuh

Wanderschuhe lassen sich in mehrere Klassen aufteilen, je nach Nutzung. Man unterscheidet also leichte Wanderschuhe für einfaches Gelände von Trekking- oder Wanderstiefeln für Mittelgebirgs- oder leichteren Alpentouren von den Bergstiefeln für anspruchsvolle Touren im alpinen und hochalpinen Bereich. Für alle Arten gibt es auf dem Markt eine breite Produktpalette - und damit für den Käufer die Qual der Wahl. Worauf könnt ihr also euren Kaufentscheid aufbauen?

Die Sohle

Unter den Wanderschuhen passiert eine ganze Menge. Zum einen sorgt der Abrollwiderstand der Sohle für den sicheren Tritt. Je schwieriger das Gelände, desto höher der Widerstand, könnte eine Regel lauten. Denn: Ist das Gelände leicht und der Weg kurz, dann kann der Fuß mehr Arbeit selbst übernehmen. Ist der Weg anspruchsvoll, dann soll der Schuh mehr machen. Zweiter Faktor für die Sohle ist die Torsionssteifigkeit. Im Bereich der leichten Schuhe solltet ihr auf eine gute Führung achten. Je bergiger und anspruchsvoller das Gelände ist, desto mehr ist Steifigkeit gefragt. Im alpinen Bereich, wo auch Steigeisen zum Einsatz kommen, muss dann eine verwindungssteife Sohle her. Bei dritten Faktor, der Dämpfung, gilt ein ähnliches Gefälle: Viel Dämpfung hilft den Gelenken auf leichten, ebenen Touren - hier darf sich der Schuh weich anfühlen. Je steiler und anspruchsvoller der Untergrund, desto mehr Wert wird auf guten Halt gelegt. Für Alpin-Stiefel ist das besonders wesentlich. Die Dämpfung wird über die Zwischen- oder Mittelsohle gesteuert. Das vierte und letzte Kriterium bei der Sohle ist ihr Profil: Es sorgt für die Haftung am Boden und sollte daher mit steigender Anforderung gröber werden. In Eis und Schnee helfen nur grobe und tiefe Profile. Schon bei leichterem Trekking sollte man auf einen ausgeprägten Absatz achten.

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Das Obermaterial

Auch für die Außenhaut des Schuhs gilt: Es muss sich mit den jeweiligen Anforderungen messen. Textile Gewebe wie Mesh oder Cordura eignen sich als leichte Stoffe für einfache Tageswanderungen - oder im Freizeitbereich. Die Nylonfasern sind leicht, flexibel und wasserabweisend sowie günstig. Sie verschleißen aber auch leicht. Sind längere oder anspruchsvollere Wanderungen das Ziel, dann bietet ein Lederschuh oder wenigstens eine Nylon-Leder Kombination klare Vorteile. Bei Leder wird in der Regel Nubukleder und Rauleder verwendet. Letzteres ist am langlebigsten und sehr stabil, aber auch schwer, steif und wenig luftdurchlässig. Es wird oft in Alpinstiefeln verwendet. Nubukleder ist leichter, flexibler und atmungsaktiver als Rauleder und doch noch sehr strapazierfähig. Es eignet sich daher sehr gut für Wanderschuhe zu normalen bis anspruchsvollen Wanderungen.

Das Innenfutter

Auch beim Innenfutter muss der Schuh viele Funktionen erfüllen: Schweiß soll abtransportiert werden, Feuchtigkeit von außen soll dagegen möglichst nicht eindringen. Das Innenfutter sollte zusammen mit der Außenhaut des Schuhs die richtige Kombination bilden. Zur Wahl stehen Leder, Nylon oder Mischvarianten, aber auch Gore-Tex-Membranen. Nylon oder ähnliche textile Gewebe sind bei leichten Wanderschuhen erste Wahl, wenn die Außenhaut sehr wasserabweisend und atmungsaktiv ist. Nylon oder Nylon-Leder-Kombinationen kommen auch für Trekkingstiefel in betracht, um das Gesamtgewicht des Schuhs zu reduzieren. Ein Gore-Tex Innenfutter sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit von Nähten oder der Außenhaut ins Innere des Schuhs gelangen kann: Erste Wahl also bei Schnee oder nassem Untergrund. Gore-Tex führt aber im Allgemeinen zu stärkerem Schwitzen am Fuß. Hier hat Leder seine Vorteile, macht den Schuh aber auch schwerer. Übrigens: Das verwendete Material lässt sich oft an den technischen Kürzeln bei der Schuhbezeichnung ablesen: LTH steht für Leder, GTX für Gore-Tex.

Wie teuer muss er sein?

Wanderschuhe gibt es in vielen Preisklassen. Als Faustregel: Brauchbare Leichtwanderschuhe gibt es ab 80 Euro, viel weniger solltet ihr euren Füßen nicht antun. Mit höheren Ansprüchen wächst dann auch der Preis. Ein hochwertiger Alpinstiefel kann leicht 350 Euro kosten. Auch hier gilt: Wer mehr wandert, sollte auch mehr investieren, um Spaß an seinem Hobby zu behalten. Dafür muss der Schuh aber vor allem passen - der Passform widmen wir uns im nächsten Teil.

 

Weiter zu Teil zwei: Wann passt der Wanderschuh?


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