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Besser fotografieren: Zehn Tipps für bessere Outdoor-Fotos

23. Januar 2017 | Sebastian Lindemeyer

The dewdrop - ©VAUDE Visions | Kelvin Trautman

The dewdrop

Copyright: VAUDE Visions | Kelvin Trautman

Ob Wanderer, Biker oder Kletterer, der Fotoapparat ist bei vielen Outdoorsportlern auf Tour mit dabei. Das schöne Wetter, die Tourerlebnisse, der Gipfelsieg oder die leckere Brotzeit will natürlich festgehalten und zuhause vorgezeigt werden. Klar, nicht jeder hat das Talent zum Fotografieren und den Blick für schöne Motive. Aber mit ein paar Tricks und Kniffen können selbst blutige Anfänger mit günstigem Equipment tolle Fotos machen.

Wir geben euch zehn Tipps, damit in eurem Outdoor-Sommer mehr als nur verwackelte Schnappschüsse entstehen. Klickt euch durch und lasst euch inspirieren!

 

Tipp 1: Je kleiner, desto entspannter

Wer auf Tour ist, der schleppt ungern viel Equipment mit sich herum - denn schließlich bedeutet jedes zusätzliche Gewicht auch zusätzliche Anstrengung. Was nützt es, bei Jacke und Rucksack auf jedes Gramm zu schauen, wenn dann eine kiloschwere Kamera inklusive Objektiv auf die Berge getragen wird? Aber für Wanderer, Biker und Kletterer, die leicht unterwegs sein wollen, gilt: Jede Kamera ist besser als keine Kamera!

Eure Kameraausrüstung sollte klein und leicht genug sein, um auch gerne mitgenommen zu werden. Idealerweise ist sie so klein, dass sie schnell griffbereit ist, also quasi "jackentaschentauglich". Tipp: Kompaktkameras haben mittlerweile eine enorm gute Bildqualität erreicht, vor allem bei gutem Wetter können sie 1a-Bilder abliefern. Es muss also nicht immer eine Spiegelreflex mit verschiedenen Objektiven sein. Eine Auflistung aktueller Modelle mit Vor- und Nachteilen findet ihr in einem Test von Computerbild.



Tipp 2: Die richtige Kamera kaufen

Beim Kauf einer Kompaktkamera für Outdoor-Fotografie solltet ihr auf ein Modell mit großem Sensor achten, zum Beispiel ab 1/1,7 Zoll. Der Sensor ist etwa 50% größer als ein 1/2,3 Sensor, kann mehr des einfallenden Lichts aufnehmen und somit besser mit Dämmerung oder dunkleren Lichtverhältnissen umgehen. Nicht so wichtig ist die Auflösung: Ob ihr acht Megapixel, zehn Megapixel oder gar 14 Megapixel Auflösung bei eurem Modell vorfindet - ihr werdet im Ergebnis kaum einen nennenswerten Unterschied feststellen. Wichtiger ist da eher die Qualität des Objektivs: Für Panoramabilder und Landschaftsaufnahmen spielt das Weitwinkel eine wichtigere Rolle als das Tele. Achtet also nicht unbedingt darauf, einen möglichst vielfachen Zoom zu haben, sondern eher auf einen ordentlichen Weitwinkel. 24mm Brennweite bedeutet, dass man einen schönen weiten Winkel hat, um möglichst viel des Panoramas auf das Bild zu bekommen.

Auch die Lichtstärke des Objektivs ist wichtig: F2,0 ist dabei besser als F2,8 oder F4,0 - je kleiner der Wert, desto mehr Licht fällt auf den Sensor, desto kürzer ist die Belichtungszeit und desto eher könnt ihr auch bei dunklen Verhältnissen aus der Hand noch verwacklungsfreie Fotos machen. Ihr findet diese Angaben auf dem Objektiv der Kamera. Eine ausführliche Kaufberatung für Kompaktkameras, leicht verständlich und informativ, findet ihr hier.



Tipps 3: Systemkameras und Spiegelreflex - für noch bessere Fotos

Fast genauso leicht und kompakt wie Kompaktkameras sind spiegellose Systemkameras. Vorteile sind die Möglichkeit des Objektivwechsels (wie bei Spiegelreflexkameras) und die noch höhere Bildqualität bis hin zu DSLR-Niveau.

Entscheidet ihr euch für den Kauf einer Spiegelreflexkamera, gilt auch hier: Achtet auf geringes Gewicht und investiert mehr Geld in Objektive als in die Kamera selbst. Entscheidet ihr euch für ein Weitwinkel, ein Festbrennweitenobjektiv und ein Tele, dann habt ihr am Ende zwar die bestmöglichsten Fotos, aber seid auf Tour wahrscheinlich mehr mit dem Fotografieren als mit dem Tourerlebnis beschäftigt - und habt jede Menge zu tragen. Eine alternative Lösung ist ein flexibles Objektiv mit einer Brennweite von zB 24-200mm. Damit dürften Hobbyfotografen meist gut bedient sein, auch wenn solch großen Zoombereiche in der Bildqualität natürlich nicht an "spezialisierte" (Tele, Weitwinkel, Festbrennweite) Objektive heranreichen.

 

Tipp 4: Hingucken, Weglassen, Abdrücken

Fotografie ist auch die Kunst des Weglassens. Darum solltet ihr nicht nur darauf achten, was auf das Foto drauf soll, sondern genauso auf das, was man durch die Wahl eines anderen Ausschnitts weglassen kann: Liftmasten, Stromleitungen, Menschengruppen, Zäune ...



Tipp 5: Vorder- und Hintergrund

Ein "Fehler", den viele Hobbyfotografen machen, liegt in der Bildkomposition. Man sieht eine schöne Landschaft, zückt die Kamera, drückt ab und wundert sich später zuhause, dass das Bild langweilig aussieht und bei Weitem nicht so schön ist, wie es am Fotopunkt eigentlich war. Ein kleiner Tipp kann da viel bewirken: Weitwinkelaufnahmen sollten das Auge lenken, ihr könntet also darauf achten, dass nicht nur im Hintergrund die Landschaft zu sehen ist, sondern auch der Vordergrund interessant ist. Oft eignen sich Blumen, Bäume, Wegmarkierungen oder ähnliches hervorragend, um sie scharf oder unscharf im Bildvordergrund zu platzieren und dem Bild dadurch mehr Dynamik zu verleihen. Hier seht ihr drei Beispiele für das Spielen mit Vorder- und Hintergrund:

Die Bäume im Vordergrund bilden den Rahmen für das eigentliche Motiv, die Wanderer im Schnee - ©Norbert Eisele-Hein

Die Bäume im Vordergrund bilden den Rahmen für das eigentliche Motiv, die Wanderer im Schnee

Copyright: Norbert Eisele-Hein

Ohne die Blumen im Vordergrund wäre dieses Bild sehr gewöhnlich - ©bergleben.de/Sebastian Lindemeyer

Ohne die Blumen im Vordergrund wäre dieses Bild sehr gewöhnlich

Copyright: bergleben.de/Sebastian Lindemeyer

Stets beliebt: Wegmarkierungen - ©bergleben.de

Stets beliebt: Wegmarkierungen

Copyright: bergleben.de


Tipp 6: Abwechslung und ungewöhnliche Einstellungen

Will man eine Tour dokumentieren, gerät man schnell in eine eintönige Knipserei. Das wird später beim Anschauen der Bilder langweilig. Daher: Achtet auf Abwechslung! Panoramafotos, interessante Details am Wegesrand, falls möglich zum Beispiel auch mal eine Makroaufnahme einer Pflanze, Menschen, Equipment - versucht beim Fotografieren genauso vielfältig zu sein, wie es die Tour und die Landschaft sind.

Besonders spannend: Versucht doch mal außergewöhnliche Blickwinkel zu finden! Immer in Augenhöhe zu fotografieren ist zwar einfach, an diesen Fotos sieht sich das Auge aber schnell satt. Legt die Kamera doch mal auf den Boden, ins Gras, auf einen Felsvorsprung (dabei aber bitte Vorsicht!), schießt "aus der Hüfte", geht nah dran an ein Objekt oder haltet die Kamera weit über den Kopf - ihr werdet euch wundern, welch außergewöhnlichen Bilder da manchmal zustande kommen. Zum Beispiel so etwas hier:

 

Ein ungewohnter Blickwinkel, wenn die Kamera auf dem Boden steht - ©bergleben.de

Ein ungewohnter Blickwinkel, wenn die Kamera auf dem Boden steht

Copyright: bergleben.de

 

Tipp 7: Die Landschaft für sich sprechen lassen

Effekte wie HDR sollte man bei Outdoor- bzw. Landschaftsfotografie nur sparsam einsetzen. Gute Landschafts- und Bergfotografie bildet Natur möglichst unverfälscht ab. Daher: Lasst (im Normalfall) die Finger von irgendwelchen Spielereien mit Farbersetungsmodi oder ähnlichen Gimmicks, die manch eine Kamera anbietet. Fast immer interessant, vor allem bei gutem Wetter, sind Panoramen, da sie den klassischen Rundumblick ermöglichen. Damit bei Bildern, die gegen die Sonne fotografiert werden, keine hässlichen Flecken auf dem Foto sichtbar werden, sollte man insbesondere vor diesen Schüssen die Linse des Objektivs gründlich reinigen. Ein tolles Foto mit schmierigen Flecken oder Staubkörnern ist ein sehr ärgerliches Dilemma.



Tipp 8: Schöne Spiegelungen

Bergseen sind oft eine Chance für schöne Reflektionen, wie das folgende Bild zeigt. Hierbei kommt es auf den richtigen Standpunkt und den Winkel zum See an.

Spiegelungen sind oft ein spannendes Motiv - ©bergleben.de

Spiegelungen sind oft ein spannendes Motiv

Copyright: bergleben.de

 

Tipp 9: Kreativ fotografieren

Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, solltet ihr nicht nur von vorne fotografieren. Das Foto von hinten, wie die Gruppe zum Beispiel gerade einen Steig hochgeht oder über eine Kuppe radelt, kann eine schöne Abwechslung sein. Überhaupt gilt es, die Welt mit offenen Augen zu betrachten und stets einen Blick für die Szenerie zu haben. Gute Fotos machen sich eben nicht von selbst, ein wenig Zeit, Geduld und Muße muss man meist schon investieren. Das kann einmal heißen, dass man ein paar Meter vom Weg ins Gebüsch gehen muss, um einen schöneren Blickwinkel zu erhaschen, kann aber auch heißen, dass man morgens um halb6 schon unterwegs ist, um das schönste Licht zu erwischen. Hierzu sei übrigens gesagt: In grellem Sonnenlicht in der Mittagsstunde tut sich jeder Fotograf schwer, ein ansprechendes Foto hinzubekommen. Besser ihr seid morgens vor 10 Uhr oder abends zur goldenen Stunde (Goldene Stunde=die Stunde nach und vor Sonnenaufgang bzw. -untergang) mit eurer Kamera unterwegs.

 

Tipp 10: Nachbearbeitung - schöne Bilder noch schöner machen

Ihr wart auf Tour, habt eure schönsten Fotos in einen Ordner sortiert und wollt sie jetzt online stellen oder ausdrucken und in ein Fotoalbum kleben? Dann steckt doch vorher noch ein wenig Zeit in die Nachbearbeitung der Bilder, denn oft machen kleine Verbesserungen viel aus. Kostenlose Bearbeitungsprogramme, mit denen man die wichtigsten Änderungen machen kann, sind zum Beispiel IrfanView, Magix, FastStone Image Viewer, Gimp oder Picasa. Mehr kostenlose Freeware findet ihr hier. Soll es etwas professioneller sein, geht an der aktuellen Photoshop-Version von Adobe (Photoshop CC, Photoshop Elements oder Lightroom) wenig vorbei.

Es gibt eigentlich viele Bearbeitungstools, mit denen man das Bild leicht verändern und gleichzeitig den Charakter eines Bildes erhalten kann. Bei vielen Aufnahmen kann man mit einer Anpassung der Helligkeit und einer geringfügigen Erhöhung des Kontrastwertes eine Menge erreichen - dabei solltet ihr aber auf jeden Fall zurückhaltend sein.

Tipp: Am besten behaltet ihr das Originalbild, speichert die bearbeitete Version unter einem anderen Dateinamen ab (zB.: Bild1 und Bild1_bearbeitet) und vergleicht dann im Anschluss eure beiden "Versionen". So sieht man schnell, ob man es mit der Nachbearbeitung etwas übertrieben hat.

Auch ein automatische Anpassung des Tonwerts und das automatische Scharfzeichen kann in manchen Fällen positive Veränderungen bringen - meistens ist die Veränderung aber zu tiefgreifend, so dass das manuelle Anpassungen nötig sind. Auch mit der Farbintensität (Sättigung) sollte man vorsichtig hantieren. Die Sättigung zu erhöhen, überlädt das Bild oft mit Farben. Manchmal kann eher eine Verringerung der Sättigung mit einer gleichzeitigen leichten Erhöhung des Kontrasts einen sehr schönen Effekt haben.

Viel Spaß auf euren Touren und beim Fotografieren!

 

Hier noch ein paar Videos von echten Profis, die einige tolle Tipps loswerden:



 

 

 

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