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Richtiges Verhalten bei Gewitter: Was tun bei Blitz und Donner in den Bergen?

9. Juni 2004 | bergleben.de

Gewitter - ©Dirk Vorderstraße

Gewitter

Copyright: Dirk Vorderstraße

Gewitter kommen in der warmen Jahreszeit von Mai bis September am häufigsten vor - genau dann, wenn man auch gerne im Freien klettert und wandert. Bei Gewitter und Blitzschlag gibt es im Gebirge jedoch keinen gefährlicheren Ort als einen Klettersteig. Die Drahtseile zur Sicherung wirken in dieser Situation genauso wie ein Blitzableiter.

Gefahrenpunkte

Klettersteige sind besonders gefährlich, weil man durch das Drahtseil noch weit entfernt von der Einschlagstelle eines Blitzes getroffen werden kann. Weitere blitzschlaggefährdete Orte im Gebirge sind alle über ihre Umgebung herausragenden Punkte wie Gipfel, Graterhebungen oder einzeln stehende Bäume. Bei Gewitter sollten derartige Stellen also stets gemieden werden.

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Fatale Fehler beim Schutz-Suchen

Gewitter bringen in der Regel auch Regen mit sich, der im Gebirge mit intensiven Kälteeinfluss verbunden ist. In dieser Situation kommt schnell das Bedürfnis auf, sich unterzustellen. Dabei kann man selbst jedoch schnell zur sogenannten 'Kurzschlussbrücke' werden - vom Blitz gestreift werden. Da sich ein Blitz an der Erd- oder Felsoberfläche über die kürzeste Strecke - oder den Weg des geringsten elektrischen Widerstandes - weiter fortpflanzt, kann man unter einem Überhang, in einer Nische oder einem Höhleneingang stehend schnell zu einem Teil dieser 'Strecke' werden. Hier gilt es deshalb gegen seinen natürlichen Drang, sich unterstellen zu wollen, zu handeln.

Sicherste Position am Berg

Die sicherste Position befindet sich im sogenannten Schattendreieck. Hierbei handelt es sich um ein gedachtes Dreieck von etwa 15 Meter Seitenlänge, angefangen etwa zwei Meter von der Felswand entfernt. Wer in diesem Bereich steht oder sitzt, den sollte ein Blitz nicht streifen. Wenn möglich also abseits der Drahtsicherung hinkauern. Bei der Vorhersage einer Gewittergefahr sollte man Klettersteige grundsätzlich meiden, da die Gefahr vom Blitz gestreift oder getroffen zu werden, an einem Klettersteig nie völlig aufgehoben werden kann.

Anzeichen erkennen

Um eine Situation zu vermeiden, in der man am Berg in ein Gewitter gerät, sollte man am Abend und am Morgen vor Tourstart den Wetterbericht ausführlich studieren und verstehen. Ist eine Gewittergefahr gegeben, gilt es seine Tourplanung darauf abzustimmen. Hat der Wetterbericht ein erhöhtes Gewitterrisiko angekündigt, sollte man so früh wie möglich aufbrechen, da diese Gewitter eher in der zweiten Tageshälfte auftreten. Dann kann es aber schnell gehen. „Oft dauert es nur eine halbe Stunde, bis aus einer leichten Bewölkung ein handfestes Gewitter losbricht“, sagt Steffi Adler, Landesausbilderin bei der Bergwacht. Weitere Anzeichen für schlechter werdendes Wetter sind zum Beispiel ein extrem starkes Morgenrot und die typischen Ambosswolken: Türmen sich die Wolken nach oben und breiten sich an der Spitze ähnlich wie ein Amboss aus, deutet das auf ein drohendes Gewitter hin. Auch die auseinander gezogenen Zirruswolken (Federwolken) sind Anzeichen für kommendes schlechtes Wetter.

Quellen
- Pit Schubert, 'Klettersteiggehen - Ausrüstung, Technik, Sicherheit', 1. Auflage 2003, ISBN 3-7633-6019-0
- Paul Werner, 'Klettersteig Atlas - Alpen', 2. Auflage 1994, ISBN 3-7633-8089-2

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