Diese Webseite verwendet Cookies. Klickt auf den folgenden Button für weitere Informationen! Datenschutz
Ok

Nervenkitzel mit Seeblick: Luftige Klettersteige über dem Gardasee

3. April 2017 | Stefan Herbke

Nervenkitzel mit Seeblick: Luftige Klettersteige über dem Gardasee  - ©Stefan Herbke

Ein wunderbarer Blick breitet sich aus

Copyright: Stefan Herbke

Nahezu ganzjährig können die Eisenwege in der Gardaseeregion begangen werden. Entsprechend beliebt sind die vielen Klettersteige, die Dank ihrer teils exponierten Linienführung und den damit verbundenen spektakulären Aus- und Tiefblicken bei Klettersteigliebhabern einen exzellenten Ruf genießen. Wir stellen einige Klettersteige am Gardasee vor!


Für Einsteiger: Via ferrata dei Colodri 
Der mächtige Felsbug des Colodri über dem schmucken Ort Arco bildet mit seinen senkrechten Abbrüchen das Mekka der Kletterer. Gleich daneben tummeln sich die Klettersteiggeher auf einem leichten Eisenweg, der geradezu ideal für Einsteiger und Kinder ist. Der diagonal durch die Wand führende Steig ist mit Drahtseilen und Eisenklammern bestens abgesichert, anstrengend ist nur die kurze Steilstufe am Schluss. Vom Campingplatz in Arco sind es nur wenige Meter bis zum Einstieg, der mit seinen kurzen Felsstufen typisch ist für den kompletten Klettersteig. Im Anschluss folgt ihr kurz einem Steig, der bereits von unten aus gut zu erkennen ist, dann führt eine lange Querung stetig ansteigend zu Felsplatten und -rampen, über die ihr die steile Felsstufe vor dem Ausstieg erreicht. Oberhalb wechselt ihr von der Senkrechten in die Waagerechte, genießt den Ausblick zum Gardasee und folgt den Markierungen zum Gipfelkreuz. Der schönste Weg zurück zum Ausgangspunkt führt über Santa Maria di Laghel mit Blick auf wunderschöne Olivenhaine in die malerische Altstadt von Arco. 
Zeit: 2.30 Std., Schwierigkeit:

Mori am Gardasee: Klettersteig Via attrezzata Monte Albano  - ©Stefan Herbke

Mori am Gardasee: Klettersteig Via attrezzata Monte Albano

Copyright: Stefan Herbke

Für Könner: Via attrezzata Monte Albano 
Nach mehrjähriger Sperre ist der 1976 angelegte Klettersteig auf den Monte Albano bei Mori seit dem Frühjahr 2014 wieder geöffnet. Die Sicherungen wurden komplett erneuert, teilweise wählt ihr sogar eine neue Route. Aber keine Angst, die luftigen Passagen mit imposantem Tiefblick auf die Dächer von Mori, für die der Sportklettersteig berühmt ist, blieben bestehen. Auch die Schlüsselstelle in Form einer senkrechten Wand gleich am Einstieg - die ersten Meter bis zum Beginn der Sicherungen erfordern leichte Kletterei - gibt es noch. Im Anschluss ist jedoch alles bestens abgesichert, wobei durch die Sanierung fast etwas zu viele Tritte gebohrt wurden. Der Vorteil: Beim Umhängen der Karabiner könnt ihr immer kraftsparend auf einem soliden Eisenbügel stehen. Nach dem anstrengenden Auftakt und den ersten ausgesetzten Quergängen folgt eine leichtere Passage hinüber zur senkrechten Schlusswand. Und die hat es in sich, vor allem die letzten Meter sind eine kraftraubende, teilweise leicht überhängende Kraxelei. Danach habt ihr es geschafft und steigt vom Plateau des Monte Albano auf einem bequemen Wanderweg seitlich der Felswand ab nach Mori. 
Zeit: 3.30 Std., Schwierigkeit:


Biacesa del Ledro, Gardasee: Klettersteig Via Ferrata F.  Susatti, Blick auf Riva  - ©Stefan Herbke

Biacesa del Ledro, Gardasee: Klettersteig Via Ferrata F. Susatti, Blick auf Riva

Copyright: Stefan Herbke



Der pure Genuss: Via Ferrata F. Susatti 
Die senkrechte Nordwand der Cima Capi bildet neben dem Felsmassiv der Rocchetta die imposante Kulisse von Riva. Beim Anblick ist es eigentlich kaum zu glauben, dass dieser Gipfel so leicht zu erreichen ist - zumindest für die, die schwindelfrei sind und etwas Klettersteigerfahrung mitbringen. Der Zustieg von Biacesa auf dem Sentiero dei Bech ist kurzweilig und liegt vormittags angenehm im Schatten. Erst auf dem Südostkamm der Cima Capi wechselt ihr in die Sonne, doch zum Glück weht hier in der Regel ein frischer Wind, der für erträgliche Temperaturen sorgt. Der Tiefblick auf den Gardasee ist großartig und der Blick nach oben zur Cima Capi sehr beruhigend. Nirgends senkrechte Wandabbrüche, stattdessen angenehm gestuftes Gelände mit kurzen Felspassagen, über die der Susatti-Klettersteig geschickt nach oben führt. Eine italienische Flagge ziert den höchsten Punkt der Cima Capi (909 m), die von Riva aus betrachtet überaus kühn und groß ausschaut, vom Gipfel aus gesehen dagegen ganz klein ist - alle Nachbargipfel sind deutlich höher. Für den Weiterweg entlang des Kammes, der ehemaligen Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg folgt, ist Schwindelfreiheit hilfreich, danach wechselt ihr auf die kurze Via ferrata M. Foletti, die eine bereits von der Cima Capi aus zu sehende Felswand quert. Kurz darauf erreicht man die Selbstversorgerhütte Arcioni und die Kapelle S. Giovanni, von der ein steiler Weg hinunter nach Biacesa führt. 
Zeit: 4 Std., Schwierigkeit:

Für heiße Tage: Ferrata Torrente Sallagoni 
An heißen Sommertagen muss man auf den Klettersteigen rund um Riva früh dran sein oder erst spät nachmittags starten, ansonsten werdet ihr in den sonnigen Felswänden regelrecht gegrillt. Oder ihr wählt die Ferrata Torrente Sallagoni, die unterhalb von Drena durch eine versteckte Schlucht führt. Nur wenige Meter sind es vom Parkplatz bis zum Einstieg und doch seht ihr den Taleinschnitt mit dem Klettersteig erst, wenn man direkt davor steht. Der kleine Bach und die schattige Schlucht sorgen für angenehme Temperaturen, das straff gespannte Drahtseil und die künstlichen Tritte dafür, dass man die regelrecht glattpolierten Felswände oberhalb des Baches überhaupt entlang klettern kann. Ohne die Sicherungen würdet ihr keinen Zentimeter abheben, natürliche Tritte und Griffe gibt es nicht. Spannend leitet der Steig in die Schlucht, die mit jedem Meter enger und dunkler wird, teilweise kann man mit den Armen beide Wände gleichzeitig berühren. Die Schwierigkeiten des Steigs sind überschaubar, dennoch erfordern einige Passagen etwas Kraftaufwand, vor allem beim Umhängen der Karabiner. Nach der zweiten Seilbrücke führt ein Ausstieg hinauf zum Castello di Drena, geübte Geher können der Schlucht aber auch bis zu ihrem Ende folgen. Ein spannender Abschnitt, bei dem ihr teilweise von Stein zu Stein springend dem Bach folgt. Bei hohem Wasserstand ein durchaus schwieriges Unterfangen, bei dem sich schon so mancher nasse Füße geholt hat. 
Zeit: 2-2.30 Std., Schwierigkeit:


Riva am Gardasee: Klettersteig Via dell'Amicizia: Spannende Klettereinheiten bieten sich hier - ©Stefan Herbke

Riva am Gardasee: Klettersteig Via dell'Amicizia: Spannende Klettereinheiten bieten sich hier

Copyright: Stefan Herbke


Der Klassiker: Via dell'Amicizia 
Das ist mal ein Geschenk: Zur Feier ihres 100. Geburtstages im Jahr 1972 schenkte die Società degli Alpinisti Trentini (SAT) sich und den Bergen einen Klettersteig. Die Via dell'Amicizia ist damit einer der ältesten Klettersteige der Region - und einer der beliebtesten. Die Ferrata führt mitten durch die markanten Felsabbrüche der Cima SAT, die direkt über Riva aufragt. Eigentlich handelt es sich bei dem Gipfel nur um einen 1276 Meter hohen Vorsprung im mächtigen Massiv der Rocchetta, doch bei einer Ausgangshöhe von gerade einmal 70 Metern kommt ihr auf dieser Tour doch ganz schön ins Schwitzen - auch weil der Aufstieg durch die bereits in der Früh komplett in der Sonne liegende Ostflanke führt. Der Großteil der Tour folgt steilen Wegen und Steigen, erst oberhalb der nur an Wochenenden bewirtschafteten Capanna S. Barbara unterhalb der kleinen, von Riva deutlich zu sehenden, gleichnamigen Kapelle, startet der für seine ewig langen Leitern berühmte Klettersteig. Die überwinden senkrecht bis leicht überhängend die Felsabbrüche und ermöglichen so atemberaubende Tiefblicke nach Riva und zum Gardasee. Der Abstieg führt euch über den Weg 404 steil zurück zur Hütte und über die Festung Bastione mit einer sehnsüchtig erwarteten Einkehrmöglichkeit ins Tal. 
Zeit: 6-6.30 Std., Schwierigkeit: B/C 

Weitere Informationen findet ihr hier: 
Trentino Marketing, Via Romagnosi 11: 38122 Trento, Italien, www.visittrentino.it/de 

Ingarda Trentino Azienda per il Turismo SpA: 38066 Riva del Garda (TN), Largo Medaglie d'oro, 5, Italien, Tel. 0039/0464/554444, www.gardatrentino.it 

Werbung

Newsletter

Hier kannst du dich für unseren Bergleben.de-Newsletter anmelden!

Umfrage

Werbung

Bergleben auf Instagram