Diese Webseite verwendet Cookies. Klickt auf den folgenden Button für weitere Informationen! Datenschutz
Ok

Sechs Tipps für Hochtouren-Einsteiger

14. Februar 2017 | David Wolf | wanderwuetig-blog.de

Salomon S-LAB X ALP Launch in Chamonix - ©bergleben.de

Steiles Gletschergehen

Copyright: bergleben.de

Wer sich an Gletscher- beziehungsweise Hochtouren heranwagt, sollte die Basics für eine solche Tour kennen. David Wolf hat von wanderwuetig-blog.de hat an einem Basiskurs teilgenommen und klärt hier auf, welche Tipps man als Hochtouren-Einsteiger auf jeden Fall beachten sollte...

 

Basis-Ausrüstung besorgen

Zur Basis-Ausrüstung von Gletscher- beziehungsweise Hochtouren gehören:

- Bedingt oder voll steigeisenfeste Bergstiefel
- Steigeisen
- Eispickel (kein leichter Pickel fürs Eisklettern!)
- Tourenstöcke
- Klettergurt
- Halbseil (am besten imprägniert, damit es sich bei Regen nicht mit Wasser vollsaugt)
- Helm
- Safe-Lock-HMS-Karabiner zum Einbinden
- Zwei Verschlusskarabiner
- Zwei bis drei normale Karabiner
- Gletscherbrille (Kategorie 4)
- Höhenmesser

Hinzu kommen noch weitere Ausrüstungsgegenstände wie Bandschlinge und Prusikschnüre oder gegebenenfalls Eisschrauben. Diese kommen unter anderem bei Absturzsicherungen und zur Rettung aus Gletscherspalten zum Einsatz. Hier gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Anbieter und Materialien. Am besten lässt man sich im Outdoor-Einzelhandel fachkundig beraten. Gleiches gilt für die passende Outdoor-Kleidung für Touren auf Gletschern und in größeren Höhen über 3.500 Meter.

Zum Schuhwerk: Bedingt steigeisenfeste Bergstiefel sollten es schon sein, denn sie haben einen steiferen Aufbau beziehungsweise eine steifere Sohle. Hier kommen Steigeisen mit kombinierter Bindung (Fersenkipphebel hinten, Riemen vorne) zum Einsatz. Voll steigeisenfeste Schuhe haben mehrere fix am Schuh angebrachte Haltepunkte für Hebelbindungen. Sie sind vom Aufbau her noch fester und steifer. Diese Variante ist allerdings in der Regel hochpreisiger, und für Anfänger von Gletschertouren muss es nicht unbedingt gleich diese Kategorie sein.

Nicht zu empfehlen sind normale Bergwanderschuhe mit biegsamer Sohle. Zwar lassen sich im Einzelfall auch hier Leichtsteigeisen mit Riemen anbringen, aber durch die Elastizität der Schuhsohle können sich die Steigeisen lockern und Tourengeher finden auf steilen Schneefeldern oder auf Blankeis mitunter keinen sicheren Halt.

 

Frühzeitig anreisen und an die Höhe gewöhnen

Die Akklimatisation vor der eigentlichen Gletschertour ist einer der wichtigsten Punkte während der Vorbereitung. Immerhin geht es auf Höhen von über 3.500 Meter, meistens aber auf 4.000 Meter und mehr. Mindestens twei Tage vor dem eigentlichen Gipfeltag sollte man also anreisen und ein oder zwei leichtere Bergtouren auf rund 3.000 Meter Höhe absolvieren, damit sich der Körper langsam an die Höhe und den geringeren Sauerstoffgehalt in der Luft gewöhnt. Ein weiterer Vorteil dieser Strategie: Tourengeher gewöhnen sich schon mal ans Auf- und Absteigen und starten nicht von null auf hundert.

Eine Übernachtung in der Ausgangshütte zum Gipfel empfiehlt sich schon allein wegen der Akklimatisation, denn diese Hütten liegen in der Regel auf rund 3.000 Metern, wie zum Beispiel die Similaunhütte oder die Payerhütte in Südtirol. Außerdem lassen sich hier am Abend vor der Gletschertour die wichtigsten Punkte der Tour noch einmal in Ruhe besprechen. Hüttenwirte, die die Gegend in der Regel sehr gut kennen, können außerdem wertvolle Tipps und Hinweise zur aktuellen Beschaffenheit des Gletschers geben. Selbst konditionell starke Bergtouren-Geher sollten eine Gletschertour mit Gipfelziel nicht direkt vom Tal aus angehen.

Wer wegen des Höhenunterschiedes vielleicht prinzipiell nicht gut schlafen kann, sollte umso frühzeitiger ins Bett gehen, um dem Körper die notwendige Ruhe zu gönnen.

 

Bilder

Alle anzeigen

Am Tourentag frühzeitig aufbrechen

Gletscher- beziehungsweise Hochtouren beginnen in der Regel relativ früh. Je nach Anstiegsdauer gehen Bergsteiger ab 4 Uhr morgens los. Der Grund für dieses frühe Aufbrechen ist die Konsistenz des Schnees, der – je nach Sonneneinstrahlung – schon vormittags sulzig wird. Damit steigt die Gefahr des Einbrechens in Gletscherspalten. Außerdem geht man auf steilen Schneefeldern im pappigen Schnee mit Steigeisen kraftintensiv - besser ist es, wenn der Schnee noch hart gefroren ist.

 

Richtige Technik beim Steigeisengehen anwenden

Das Gehen mit Steigeisen ist nicht unbedingt schwierig, aber gewöhnungsbedürftig. Wichtig ist, etwas breitere, ausladendere Schritte zu machen. So umgeht man, sich selbst auf die Füße zu treten und möglicherweise zu stolpern. Gerade auf steileren Schneefeldern kann das gefährlich werden. Darauf achten sollte man auch, sich mit den Zacken der Steigeisen nicht in den Hosen zu verfangen. Das reißt nicht nur Löcher in den Stoff, sondern kann ebenfalls zum Stolpern führen.

Auf dem Weg über ein steiles Schneefeld (30 Grad Neigung und mehr) ist absolute Konzentration gefragt. Gerade in den Morgenstunden sind vorhandene Trittspuren anderer Bergsteiger in der Regel noch gefroren beziehungsweise vereist. Beim Queren des Schneefelds sollten Tourengeher daher nur auf ihre Schritte achten und einen Fuß vorsichtig vor den anderen setzen. Merkregel: 1. Pickel – 2. Fuß – 3. Fuß! Eine hilfreiche Technik dabei ist, die einzelnen Schritte leise vor sich hinzusagen. Dies unterstützt die Konzentration.

In solch einem Gelände ist es zudem von Bedeutung, sich nicht durch Stimmen anderer Bergsteiger ablenken zu lassen. Menschen neigen dazu aufzuschauen, wenn sie Stimmen hören. Dies kann dazu führen, dass man sich nicht mehr auf den sicheren Stand konzentriert. In abschüssigem Gelände heißt das: Sturzgefahr!


Auf gespanntes Seil achten

Das Seil zwischen den einzelnen Teilnehmern einer Seilschaft sollte immer leicht gespannt sein, nicht durchhängen oder gar auf dem Boden schleifen. Ein Grund ist die Gefahr, mit den Steigeisen auf das Seil zu treten und es mit den spitzen Zacken zu beschädigen. Ein anderer Grund der Spannung im Seil ist ein möglicher Sturz des Vorder- oder Hintermannes in eine Gletscherspalte. Dieser lässt sich deutlich leichter abfangen, wenn die Falltiefe durch ein gespanntes Seil möglichst gering bleibt.

Der Abstand zwischen zwei Personen in einer Seilschaft sollte nicht kleiner als 8 Meter sein. So bleibt bei einem möglichen Sturz in eine Spalte ausreichend Bremsweg. Merkregel: Je weniger Teilnehmer, desto größer der Abstand! Dabei ist eine größere Seilschaft (ab 5 Personen) einer kleinen vorzuziehen. Ins Seil bindet man sich mit einem Achterknoten ein, der mit einem Verschlusskarabiner am Gurt eingehängt wird.


Beim Abrutschen auf Schnee oder Eis in den Liegestütz kommen

Wer auf einem Schneefeld stürzt und abrutscht, muss versuchen, so schnell wie möglich in die Liegestützposition zu kommen. Das heißt: So schnell wie möglich umdrehen und die Hände und Füße in den Schnee stoßen, um eine Bremswirkung einzuleiten. Bei Eis- oder Firnfeldern kommt dabei der Pickel zum Einsatz. Dabei geht es darum, den Pickel so schnell wie möglich in den Firn zu rammen, um auf diese Weise die Bremswirkung zu erzielen.

 

Werbung

Newsletter

Hier kannst du dich für unseren Bergleben.de-Newsletter anmelden!

Umfrage

Werbung

Bergleben auf Instagram