Ein hochwertiger Schlafsack ist sowohl für Hobbycamper als auch Extremsportler ein unverzichtbarer Begleiter. Mit der richtigen Wärmeleistung wärmt er ideal und bringt euch gut durch kalte Nächte. Das perfekte Modell zu finden, ist dabei gar nicht so einfach. Dies beginnt bei der Wahl der richtigen Füllung und setzt sich über die Prüfung der wichtigsten Qualitätskriterien fort. Vor allem Daunen genießen den Ruf, besonders gut zu isolieren. Gerade bei diesem natürlichen Füllmaterial solltet ihr jedoch vorsichtig sein, denn wie bei vielen anderen Dingen werden auch hier manchmal minderwertige Produkte zu einem hohen Preis angeboten. Gerald Bacher vom Ratgeber Daunenfeder.com verrät euch, wie ihr nicht die Falle tappt.


Daunen oder Kunstfaser: Welches Material wärmt besser?

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Wahl der richtigen Füllung. Sowohl Daune als auch Kunstfaser haben beide ihre Vor- und Nachteile. Bei Kunstfasern ist positiv anzumerken, dass sie besonders pflegeleicht sind, auch in feuchtem Zustand noch isolieren und sehr schnell trocknen. Für viele ist auch der Preis ein Kriterium, welches für Kunstfasern spricht. Im Vergleich zum Daunenprodukt ist jedoch das Gewicht der Kunstfaser etwas höher!

Ein geringes Gewicht verspricht hingegen ein gutes Schlafklima bei maximaler Komprimierbarkeit und einer extrem hohen Wärmeleistung. Nicht zuletzt deshalb sind vor allem ultraleichte Daunenschlafsäcke so beliebt! Allerdings sind Daunen auch empfindlich gegenüber Nässe und hoher Luftfeuchtigkeit. Es gilt also individuell abzuwägen, ob ein Daunen- oder Kunstfaserschlafsacke die geeignete Lösung für euch ist.  

Fazit: Wenn ihr in trockenen, aber besonders eisig-kalten Gebieten unterwegs seid, seid ihr mit echten Daunen in Bezug auf die Wärmeleistung auf der richtigen Seite!

 

Die sechs wichtigsten Qualitätskriterien für Daunenschlafsäcke

Habt ihr euch für Daunen entschieden, ist das Auswahlverfahren jedoch noch nicht vorbei. Denn Daune ist nicht gleich Daune – hier gibt es enorme Unterschiede hinsichtlich Qualität und Tierschutz! Hier erfahrt ihr, auf welche Qualitätskriterien es bei der Wahl eures zukünftigen Daunenschlafsacks ankommt.


1) Daunenarten in Daunenschlafsäcken

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Daunenarten: Enten-, Gänse- und Eiderdaunen. Diese unterscheiden sich bezüglich ihrer Qualität, ihrer Füllkraft und damit auch ihrem Preis. Eiderdaunen, die von der isländischen Eiderente stammen, sind besonders selten und sehr teuer. Sie werden eigentlich nur in Spezialanfertigungen verwendet. Unter allen Daunenarten bieten sie die besten Werte in Bezug auf Wärme und Isolation, und das bei dem geringstem Gewicht.

Die meisten Schlafsäcke sind jedoch mit Enten- oder Gänsedaunen gefüllt. Erstere sind die günstigste Daunenvariante und haben im Vergleich zu den anderen Daunenarten ein etwas höheres Gewicht und ein größeres Packmaß.


2) Das perfekte Mischverhältnis von Daunen und Federn

In die meisten Daunenschlafsäcke werden zusätzlich noch Federn beigemischt. Zwar sorgen Daunen für die Wärmeleistung, Federn haben jedoch den Vorteil, dass sie dem Schlafsack mehr Stabilität verleihen. Damit die Wärmeleistung jedoch nicht darunter leidet, sollte der Federanteil sehr gering sein. Ideal ist ein Daunen-Federn-Verhältnis von 95:5, aber auch 90% Daunen und 10% Federn sind absolut in Ordnung.


3) Bauschkraft und Temperaturangaben

Die Bauschkraft des Schlafsacks wird in Cuin angegeben. Diese Zahl sagt aus, wie stark Daunen wieder „aufstehen“, nachdem sie komprimiert wurden. Ein hoher Cuin-Wert zeugt also von einer hohen Wärmeleistung. Gute Schlafsäcke sollten mindestens einen Wert von über 650 Cuin aufweisen. Alles unter 500 Cuin ist nicht empfehlenswert!

Ein weiterer Wert, den ihr unter die Lupe nehmen solltet, ist die Temperaturangabe des Daunenschlafsacks. Denn jeder Schlafsack ist auf einen speziellen Temperaturbereich ausgelegt, der von Modell zu Modell variiert. Meist sind drei Temperaturbereiche angegeben:

  • Komfort: In diesem Temperaturbereich verbringt ihr mit dem Schlafsack eine angenehme Nacht.
  • Limit: Kälter sollte es nicht sein.
  • Extrem: Nur Hartgesottene überstehen bei diesen Temperaturen eine Nacht in diesem Modell.

 

4) Eure individuellen Bedürfnisse und Einsatzzwecke

Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn es macht definitiv einen Unterschied, ob ihr den Schlafsack braucht, um eine Expedition ins Hochgebirge zu bestreiten, oder um im Frühjahr oder Sommer draußen zu zelten. Des Weiteren macht es einen Unterschied, ob ihr den Schlafsack häufiger oder eher selten verwendet. In letzterem Fall lohnt sich eine Investition in einen teuren Daunenschlafsack nicht, während ihr für häufige, kalte Touren schon ein bisschen mehr investieren solltet.


5) Die richtige Größe und Form

Die Größe des Schlafsacks ist ebenfalls individuelle Geschmackssache. Wenn ihr besonders groß und breiter gebaut seid, braucht ihr natürlich andere Maße als kleine Menschen. Dann habt ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Formen:

  • Mumienschlafsack: Er ist der natürlichen Anatomie des menschlichen Körpers nachempfunden und ist daher oben breiter als unten. So entsteht weniger Luftzwischenraum und der Schlafsack wärmt besser.
  • Deckenschlafsack: Er hat eine wesentlich geringere Leistung, ermöglicht aber eine höhere Bewegungsfreiheit.
  • Eischlafsack: Er ist ein Kompromiss aus den beiden obigen Formen und eignet sich gut für Menschen, die gerne mit angewinkelten Beinen schlafen.

Generell gilt: Je enger der Schlafsack geschnitten ist, umso wärmer hält er auch! Dennoch solltet ihr euch darin nicht eingeengt fühlen.


6) Der Tierschutz

Eine Praktik, die zum Glück immer seltener, aber leider doch noch gepflegt wird, ist der sogenannte Lebendrupf, welchem die Tiere bis zu sechs Mal im Leben ausgesetzt sind. Es ist eine grausame Tortur für jedes Tier, weshalb ihr keinen Hersteller unterstützen solltet, der diese Praktiken toleriert. In der EU ist der Lebendrupf zwar verboten, aber Hersteller finden immer wieder Schlupflöcher, um die Richtlinien zu umgehen.

Achtet bei der Wahl eures Schlafsacks auf Gütesiegel wie „Traumpass“, welches gewährleistet, dass nur Daunen aus Totrupf verwendet wurden. Setzt im besten Fall auf Produkte aus Deutschland oder generell der D-A-CH Region. Anscheinend nicht 100%ig verlassen kann man sich Gütesiegel wie Responsible Down Standard (RDS), mit dem viele Hersteller werben: die PETA deckte noch 2016 auf, dass viele Daunenproduzenten aus China (hier kommen ca. 80% der weltweit verwendeten Daune her) trotz RDS-Zertifizierung Lebendrupf vornehmen und Tiere dabei qualvoll ums Leben kommen.

 

 

Abschließende Checkliste für den passenden Schlafsack

  • Bauschkraft beachten: Mindestens 650 Cuin sollten es schon sein
  • Achtet auf ein möglichst niedriges Gewicht und ein gutes Packmaß
  • Ist die Füllung reichhaltig und gut verteilt?
  • Achtet auf die richtige Temperatur für eure Bedürfnisse
  • Ist das Material gut und komfortabel verarbeitet?
  • Stammen die verwendeten Daunen aus Deutschland bzw. der D-A-CH-Region oder trägt das Produkt das Traumpass Siegel?
  • Passt das Verhältnis von Daunen und Federn?

 

Über den Autor:

Gerald Bacher berichtet auf seinem Ratgeber für Daunen www.daunenfeder.com über verschiedene Daunenarten und das in diesem Bereich so wichtigem Thema Tierschutz. Bei Daunenfeder finden Besucher außerdem informative Artikel über Produktqualität, seriöse Daunen-Hersteller und Pflege von Daunenprodukten.,


Weiterführende Links:

Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustrie e.V

Daunapedia