Der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck (40) ist nach übereinstimmenden Angaben der Himalayan Times und einigen Quellen aus dem Basislager am Mount Everest am Sonntagmorgen nahe Camp 1 des Western Cwm ums Leben gekommen. Steck war alleine nahe des Nuptse auf Akklimatisationstour für sein großes Projekt, eine Everest-Lhotse-Traverse. Steck wollte zusammen mit Tenzing (Tenji) Sherpa den Everest besteigen und im Anschluss über den nie wiederholten West Ridge/Hornbein Couloir zum Lhotse queren. Wie genau es zum tödlichen Absturz kam, ist noch unklar.

Steck galt als einer der fittesten und besten Solo-Bergsteiger überhaupt. Er erreichte die Gipfel mehrerer 8000er, stellte Speedrekorde in den Nordwänden des Eigers und des Matterhorns auf. 2015 bestieg er alle 82 Viertausender der Alpen und legte die Strecken zwischen den Bergen mit dem Fahrrad zurück. 2013 gelang ihm eine vielbeachtete (und aufgrund fehlender Beweise umstrittene) Solobegehung der Südwestwand der Annapurna, für die er seinen zweiten Piolet d´Or erhielt.

Stecks Leistungen wurden in der Szene anerkannt und bewundert, er galt als enorm zielstrebig und Pionier in Sachen Höhen- und Solo-Bergsteigen. Allerdings war er auch in mehrere Vorfälle verwickelt, die ihm Kritik einbrachten. So kam es 2013 nach einem Vorfall am Berg zu lebensbedrohlichen Handgreiflichkeiten im Mount Everest-Basislager, als eine Gruppe von Sherpas Steck, Simone Moro und Jonathan Griffin angriffen. 2014, nach dem Tod von Sebastian Haag am Shishapangma, erhob Seilschaftsmitglied Martin Maier Vorwürfe gegen Steck und Benedikt Böhm. Steck erhielt aber auch viel Lob und mediale Anerkennung, so zum Beispiel nach seinem Rettungsversuch des spanischen Bergsteiger Iñaki Ochoa de Olza im Jahr 2008, der ihm den Prix Courage einbrachte.

Ueli Steck wohnte bei Interlaken in der Schweiz zusammen mit seiner Ehefrau. Er hatte keine Kinder und wurde 40 Jahre alt.

 

 

Auf der Facebook-Seite von Ueli Steck wurde der Tod des Alpinisten mittlerweile bestätigt: "Ueli Steck ist beim Versuch, den Mount Everest und den Lhotse zu besteigen, ums Leben gekommen. Seine Familie hat heute von seinem Tod Kenntnis erhalten. Die genauen Umstände sind derzeit noch unbekannt..."

Viele Bergsteiger, Kletterer und Bergsportfirmen reagierten bestürzt auf den Tod des 40-Jährigen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

<iframe src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FJonGriffithPhotography%2Fposts%2F1561331613912045%3A0&width=500" width="500" height="559" style="border:none;overflow:hidden" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true"></iframe>

 

Update 01.05.:

Ueli Stecks Leiche wurde mit einem Hubschrauber nach Kathmandu geflogen. Steck verunglückte anscheinend bei einer Solo-Tour am Nuptse. Er stürzte wohl zwischen Lager 1 und 2 in den Tod, auf ca. 6000-6500 Meter Höhe.