Viel Aufregung am Mont Blanc, dem höchsten Berg der Alpen. Nachdem in der vergangenen Woche dem Bürgermeister von Saint Gervais, Jean-Marc Peillex, in einer Presseerklärung der Kragen platzte und er schwere Vorwürfe gegen zahlreiche Bergtouristen erhob, die den Mont Blanc ohne entsprechende Ausrüstung und Know-How besteigen wollten, gilt ab sofort eine Pflicht zur Mitführung einer Mindestausrüstung. Diese enthalte Eispickel, warme Kleidung, Steigeisen, Sonnencreme und GPS oder Kompass. Wer ohne ausreichende Ausrüstung am Berg angetroffen wird, dem droht nun eine Geldstrafe in Höhe von 38 Euro.
 
Peillex hatte vor Wochenfrist fast schon wüst und zornig, bei einer offiziellen Presseerklärung eher selten, erklärt, dass die Mont Blanc Area kein Spielplatz und auch nicht Disneyland sei. Er nahm Bezug auf mehrere Fälle aus dem Jahr 2014, über die ausführlich medial berichtet worden sei, und erklärte, dass sich auch im Jahr 2017 nichts geändert hätte. So hätte zum Beispiel am Samstag vor zwei Wochen eine ungarische Familie versucht, den Mont Blanc mit ihren beiden neunjährigen Zwillingen zu besteigen. Glücklicherweise hätte sich die Familie von dem Vorhaben abbringen lassen und wäre kostenlos von einem Hubschrauber von der Refuge du Goûter ins Tal geflogen worden. Zudem echauffierte sich Peillex in dem Schreiben über eine Anfrage einer Eventmanagement-Firma, die Ende August einen Ultratrail zum Gipfel und wieder zurück ins Tal organisieren wollte, inkl. medialer Begleitung und Eventcharakter.
 
"Diese Projekte sind absolut inakzeptabel", so Peillex. "Der Mont Blanc ist kein Ort für Heldentaten und Rekorde und auch keine Geldautomat. Wer den Gipfel besteigen möchte, muss Demut und Respekt zeigen und sich gut auskennen, am besten sollte man in Begleitung eines Bergführers gehen. Die Franzosen bezahlen keine Steuern, um einen privaten Helikopter-Taxi-Service für diejenigen zu stellen, die unverantwortlich am Berg unterwegs sind. Das Streben nach Freiheit, auch in den Bergen, kann keine Entschuldigung dafür sein, sich alles zu erlauben."
 

Am Mont Blanc gab es in diesem Jahr bereits mehrere Todesfälle. Erst Anfang August erfroren zwei deutsche Bergsteiger nach einem Wetterumschwung, Ende Juli verunglückte ein Österreicher tödlich. Auch Bergsteiger aus Japan, Tschechien, Frankreich und Südkorea sind im Sommer 2017 am Mont Blanc bereits ums Leben gekommen.