Kleiner aber feiner Bike-Ergometer: Der Wahoo Kickr im Test

bergleben.de am 07.11.2013 - 19:05 Uhr
Kleiner aber feiner Bike-Ergometer: Der Wahoo Kickr im Test © Felgenhauer/bergleben.de
Die Wintermonate sind meist lang, kalt und nass. Wer seine Radform dennoch nicht verlieren will, ist meist auf Indoor-Training angewiesen. Ergometer mit Schnittstelle zum PC oder Tablet sorgen für Abwechslung und Spaß beim Training. Wir haben den Wahoo Kickr für euch getestet, der genau das bieten soll.

Das sagt der Hersteller:

Mit dem eigenen Rad zu Hause ambitioniert und leistungssteigernd trainieren? Für viele noch so begeisterte Radsportler eine Qual. Der neue Power Trainer KICKR von Wahoo Fitness ermöglicht ein überwachtes Hometraining mittels iPhone oder iPad das Riesen Spaß macht und ganz nebenbei auch gezielt zu besseren Leistungen führt. Mittels den ANT+ oder Bluetooth Smart Sensoren empfängt das iPhone Signale für ein gesteuertes Training. Einsetzbar ist der neue Hometrainer bei allen gängigen Mountainbikes und Rennrädern mit Reifen in unterschiedlichsten Größen. Dazu einfach Hinterrad entnehmen, das eigene Rad befestigen und losrollen. Der KICKR verspricht insbesondere eine extrem präzise Leistungsanalyse dank Wahoo Accu Power und extrem ruhige, nahezu geräuschlose Trainingsfahrten mittels Wisper Tech. Echt authentisch ist das Straßenfeeling beim Rollen - ein echter Kick für jeden Heimtrainierenden. Auch wer unterwegs ist kann trainieren. Der Trainer ist komplett zusammenklappbar und somit mobil und transportabel.

Das sagt die Bergleben-Redaktion:

Out of the box
Der Wahoo Kickr kommt gut verpackt und vormontiert per Paketdienst. Man muss ihn nur aus der Verpackung nehmen, die beiden Stützen ausklappen, den Adapter je nach Rad (MTB oder Rennrad) links oder rechtsherum einsetzen und den Rahmen ohne Hinterrad einspannen. Stecker in die Steckdose und los könnte es gehen. Allerdings fehlt noch die Verbindung zum Tablet oder PC und hier kommen wir zum größten Manko des Kickr. Bevor eine Verbindung über Bluetooth 4.0 oder Ant+ (zwei gängige Übertragungsstandards) hergestellt werden kann, muss für die Nutzung mit einem PC ein Firmware-Update durchgeführt werden. Dies ist nur mit einem Mobilprodukt von Apple (iPhone 4s oder neuer, iPad 3. Generation oder neuer, iPad mini, iPod Touch 5. Generation oder neuer) und der kostenlosen Wahoo Fitness App möglich. Man kann den Wahoo Kickr natürlich auch direkt mit diesen Geräten nutzen, wir wollen ihn jedoch mit einem Windows Rechner testen. Deswegen leihen wir uns kurz ein Iphone aus und führen das Update durch. Nun sollte dem Training nichts mehr im Wege stehen.


Im Praxiseinsatz
So richtig Spaß macht das Training erst mit einer Software, mit der man bestimmte Strecken abfahren kann, die man als GPS-Track selbst aufgezeichnet oder im Internet gefunden hat. Noch besser sind sogenannte Real Life Videos. Diese bestehen aus dem GPS-Track und einem synchronisierten Video, das in der mit dem Ergometer erzielten Geschwindigkeit abläuft. Wir nutzen dazu die kostenpflichtige Plattform virtualtraining.eu, die wir euch in einer weiteren Produktvorstellung ausführlich zeigen werden, und ein Video von reallifevideo.de. Beim Starten einer ersten Trainingseinheit mit der Software dann der nächste Rückschlag. Nach wenigen Sekunden Treten schnellt der Widerstand plötzlich extrem nach oben und ein Fahren ist nicht mehr möglich. Erst die Kalibrierung mittels einer Testversion einer weiteren Software (PeriPedal) bringt schließlich den Durchbruch. Beim zweiten Versuch beginnt die Trainingseinheit mit angenehmem Widerstand. Im Verlauf der Trainingseinheit steigt schließlich der Spaßfaktor. Jeder kleine Hügel, der im Video und Streckenprofil zu sehen ist, wird durch eine Erhöhung des Widerstands am Kickr an den Fahrer weitergegeben. Dieser muss dann wie in der Realität entweder runterschalten und eine langsamere Geschwindigkeit in Kauf nehmen, oder mehr Watt aufs Pedal bringen. Umgekehrt verhält es sich in den Abfahrten. Dank des Schwungrads des Wahoo Kickr kommt ein sehr realitätsnahes Fahrgefühl auf und da der Antrieb direkt über Kette und am Kickr montierter Kasette erfolgt, gibt es auch kein Durchrutschen oder unrealistisch hohe Widerstände wie bei Rollentrainern. Auch bei geringer Trittfrequenz in Anstiegen von um die zwölf Prozent war das Fahrgefühl sehr realitätsnah. Kleines Manko im Vergleich zu anderen Ergometern: Der Wahoo Kickr wird speziell bei hoher Trittfrequenz doch etwas lauter. Deswegen wird man damit von der Familie sicher in den Keller verbannt. Aber dort kann man sich dann ungestört verausgaben.

Fazit

Das Preis-Leistungsverhältnis beim Wahoo Kickr ist sehr gut. Man bekommt hier einen Ergometer-Trainer (zum Einspannen des eigenen Rads wohlgemerkt) zum Preis eines ähnlich ausgestatteten Rollentrainers. Sieht man einmal von den Startschwierigkeiten für Windows-Rechner-Besitzer ab (Apple-Jünger haben diese Probleme nicht), erfüllt der Kickr voll seine Erwartungen. Eine knapp 90-minütige Trainingseinheit vergeht dank Real Life Video wie im Flug und kommt in Bezug auf die Realität sehr nahe an eine Outdoor-Einheit heran. Für technisch Versierte gibt es deshalb eine uneingeschränkte Kaufempfehlung der Redaktion.

Fakten

Gewicht: 22kg
Widerstand: bis 2.000 Watt (bis gefühlt 15 Prozent Steigung)
Datenübertragung: Ant+ und/oder Bluetooth Smart
VK-Preis: 1.199,98 Euro

Hier findet ihr weitere Infos zum Wahoo Kickr und eine Bestellmöglichkeit: www.nc-17shop.de