11. LGT Alpin Marathon: Favoritensiege bei dichtem Nebel in Liechtenstein
bergleben.de am 14.06.2010 - 11:56 Uhr
© swiss-image.ch/Remy Steinegger
Simona Staicu aus Ungarn und Patrick Wieser aus dem schweizerischen Aadorf haben am vergangenen Samstag den 11. LGT Alpin Marathon gewonnen. Beide feierten einen klassischen Start-Ziel-Sieg, wenn auch in unterschiedlicher Deutlichkeit. Mit 985 Gemeldeten gab es as drittbeste Meldeergebnis in der Geschichte des beliebten Berglaufklassikers. 872 Teilnehmende wurden an einem der drei Bewerbe klassiert.
Patrick Wieser in 3:02:10 Stunden äußerst souverän
Mit dem Neuseeländer Jonathan Wyatt, dem mehrfachen Berglaufweltmeister, fehlte zwar dieses Jahr der überragende Läufer der letzten zwei Jahre. Doch in puncto Dominanz sprang ein anderer in die Bresche: Der 31-jährige Schweizer Patrick Wieser lief schon auf den ersten zehn flachen Kilometern auf und davon und ward nicht mehr gesehen im immer dichter werdenden Nebel in den Liechtensteiner Alpen. Überraschend war weniger sein Sieg, als vielmehr die Überlegenheit und die starke Zeit angesichts seines einsamen Rennens. 3:02:10 Stunden benötigte der Thurgauer für die über 1.870 Steigungsmeter. Wieser sorgte damit für die drittschnellste je gelaufene Zeit am LGT Alpin Marathon - nur Jonathan Wyatt war bei seinen Erfolgen 2008 und 2009 schneller gewesen.
Mountain-Marathon-Cup im Visier
Patrick Wieser ging mit seinem Leistungsausweis eines dritten Ranges 2008 am Jungfrau Marathon und eines zehnten Ranges am diesjährigen Zürich Marathon (2:21:25 Stunden) als klarer Favorit an den Start. Wieser wurde seiner Rolle vollauf gerecht, obwohl er sich eher in der Ebene wohl fühlt. Der Schweizer hat nach dem Verpassen der EM-Limite im Marathon (anlässlich des Zürich Marathon) umdisponiert und möchte den 4. Mountain-Marathon-Cup bestreiten, zu dem nebst dem LGT Alpin Marathon der Zermatt Marathon und der Jungfrau Marathon zählen. Wieser befindet sich nun nach seinem Vorsprung von über 16 Minuten auf den Zweiten Jan Blaha aus Tschechien und den drittplatzierten Italiener Lorenzo Trincheri in einer komfortablen Situation, diese beliebte Cupserie zu gewinnen. Blaha, Trincheri und der Deutsche Thomas Geisenberger (4.) lieferten sich auf den letzten Kilometern einen harten Kampf um die Podestplätze und liefen binnen wenigen Sekunden hintereinander ins Ziel. Bester Einheimischer wurde der Balzner Josef Vogt als Neunter, nachdem er im Vorjahr noch Vierter gewesen war.
Spannendes Finale bei den Frauen
So stark besetzt wie noch nie war das Rennen der Frauen. Vier ehemalige Siegerinnen standen zwei Streckenneulinge gegenüber: Die Ungarin Simona Staicu und Jasmin Nunige aus Davos Platz kamen mit den Referenzen früherer Siege beim Jungfrau- beziehungsweise Swissalpine Marathon und enttäuschten bei ihrem Debüt in Liechtenstein nicht. Staicu übernahm wie Patrick Wieser bei den Männern früh die Initiative und ließ zu Beginn der großen Steigung von Vaduz weg in die Berge die Vermutung aufkommen, sie laufe einem ungefährdeten Sieg entgegen. Hinter der Jungfrau Marathon-Siegerin von 2006 und 2008 nahmen Claudia Landolt (Wil SG) und Jasmin Nunige die Positionen ein. Die 39-jährige Landolt und die 37-jährige frühere Spitzenlangläuferin und Olympiateilnehmerin Nunige rückten der Führenden näher, je länger das Rennen dauerte. Besonders Nunige wurde auf den nahrhaften letzten Kilometern im Malbuner Talkessel immer stärker und wurde Claudia Landolt gefährlich. Staicu hingegen bekundete gegen Ende Mühe mit den Abwärtspassagen und sah ihren angepeilten Streckenrekord (3:30:16 Stunden) in die Ferne gerückt, nachdem sie fünf Kilometer vor dem Ziel noch auf Rekordkurs gelegen hatte. Schließlich lief dieses Trio in der Reihenfolge Staicu, Landolt und Nunige mit nur 18 Sekunden Differenz ins Ziel. Damit muss Claudia Landolt noch weiter auf ihren ersten Sieg warten: Mittlerweile stehen bei der Wilerin drei zweiten Ränge beim LGT Alpin Marathon zu Buche. Die drei Podestläuferinnen haben sich den Mountain-Marathon-Cup zum Ziel gesetzt und werden sich somit am 10. Juli beim Zermatt Marathon wieder gegenüber stehen. Im Feld der Frauen konnte sich keine Liechtensteinerin in den Top 10 etablieren; als beste erreichte Ursula Wohlwend Rang 19.
Drittbestes Meldeergebnis seit Bestehen
Mit 985 Gemeldeten konnten sich die Organisatoren über das drittbeste Melderergebnis seit Bestehen freuen. Nur 2007 mit 988 Meldungen und 2009 zum Jubiläum mit 1.169 Meldungen hatten sich noch mehr Läufer an den drei Bewerben LGT Alpin Marathon, LGT Halbmarathon Plus und LGT Nordic Walking eingeschrieben. Trotz des dichten Nebels und teilweise leichtem Regen waren die äußeren Bedingungen für die Läufer diesmal optimal. Keine Probleme traten folglich aus medizinischer Sicht auf: "Wir hatten keine nennenswerten Zwischenfälle zu verzeichnen. Anders wäre es wohl gewesen, wenn es wie in den letzten Tagen heiß gewesen wäre", bilanzierte Rennarzt Dr. Claudio Canova. Dadurch, dass es während der Veranstaltung auch längere trockene Abschnitte gab, wurden auch die Organisatoren nicht auf eine solch harte Probe gestellt wie 2009, als es durchwegs stark regnete bei kalten Temperaturen. Die eigens in Steg installierte mobile Brücke, über welche die Marathonläufer erstmals die Hauptstraße hätten überqueren sollen (um Verkehrsstaus zu verhindern) wurde doch nicht genutzt. "Die Unfallgefahr wegen Rutschens auf der Rampe wäre zu hoch gewesen. Deshalb entschieden wir kurzfristig zur Sicherheit der Läufer, sie nicht zu benutzen", sagte OK-Chef Hannes Willinger.
www.lgt-alpin-marathon.li
Patrick Wieser in 3:02:10 Stunden äußerst souverän
Mit dem Neuseeländer Jonathan Wyatt, dem mehrfachen Berglaufweltmeister, fehlte zwar dieses Jahr der überragende Läufer der letzten zwei Jahre. Doch in puncto Dominanz sprang ein anderer in die Bresche: Der 31-jährige Schweizer Patrick Wieser lief schon auf den ersten zehn flachen Kilometern auf und davon und ward nicht mehr gesehen im immer dichter werdenden Nebel in den Liechtensteiner Alpen. Überraschend war weniger sein Sieg, als vielmehr die Überlegenheit und die starke Zeit angesichts seines einsamen Rennens. 3:02:10 Stunden benötigte der Thurgauer für die über 1.870 Steigungsmeter. Wieser sorgte damit für die drittschnellste je gelaufene Zeit am LGT Alpin Marathon - nur Jonathan Wyatt war bei seinen Erfolgen 2008 und 2009 schneller gewesen.
Mountain-Marathon-Cup im Visier
Patrick Wieser ging mit seinem Leistungsausweis eines dritten Ranges 2008 am Jungfrau Marathon und eines zehnten Ranges am diesjährigen Zürich Marathon (2:21:25 Stunden) als klarer Favorit an den Start. Wieser wurde seiner Rolle vollauf gerecht, obwohl er sich eher in der Ebene wohl fühlt. Der Schweizer hat nach dem Verpassen der EM-Limite im Marathon (anlässlich des Zürich Marathon) umdisponiert und möchte den 4. Mountain-Marathon-Cup bestreiten, zu dem nebst dem LGT Alpin Marathon der Zermatt Marathon und der Jungfrau Marathon zählen. Wieser befindet sich nun nach seinem Vorsprung von über 16 Minuten auf den Zweiten Jan Blaha aus Tschechien und den drittplatzierten Italiener Lorenzo Trincheri in einer komfortablen Situation, diese beliebte Cupserie zu gewinnen. Blaha, Trincheri und der Deutsche Thomas Geisenberger (4.) lieferten sich auf den letzten Kilometern einen harten Kampf um die Podestplätze und liefen binnen wenigen Sekunden hintereinander ins Ziel. Bester Einheimischer wurde der Balzner Josef Vogt als Neunter, nachdem er im Vorjahr noch Vierter gewesen war.
Spannendes Finale bei den Frauen
So stark besetzt wie noch nie war das Rennen der Frauen. Vier ehemalige Siegerinnen standen zwei Streckenneulinge gegenüber: Die Ungarin Simona Staicu und Jasmin Nunige aus Davos Platz kamen mit den Referenzen früherer Siege beim Jungfrau- beziehungsweise Swissalpine Marathon und enttäuschten bei ihrem Debüt in Liechtenstein nicht. Staicu übernahm wie Patrick Wieser bei den Männern früh die Initiative und ließ zu Beginn der großen Steigung von Vaduz weg in die Berge die Vermutung aufkommen, sie laufe einem ungefährdeten Sieg entgegen. Hinter der Jungfrau Marathon-Siegerin von 2006 und 2008 nahmen Claudia Landolt (Wil SG) und Jasmin Nunige die Positionen ein. Die 39-jährige Landolt und die 37-jährige frühere Spitzenlangläuferin und Olympiateilnehmerin Nunige rückten der Führenden näher, je länger das Rennen dauerte. Besonders Nunige wurde auf den nahrhaften letzten Kilometern im Malbuner Talkessel immer stärker und wurde Claudia Landolt gefährlich. Staicu hingegen bekundete gegen Ende Mühe mit den Abwärtspassagen und sah ihren angepeilten Streckenrekord (3:30:16 Stunden) in die Ferne gerückt, nachdem sie fünf Kilometer vor dem Ziel noch auf Rekordkurs gelegen hatte. Schließlich lief dieses Trio in der Reihenfolge Staicu, Landolt und Nunige mit nur 18 Sekunden Differenz ins Ziel. Damit muss Claudia Landolt noch weiter auf ihren ersten Sieg warten: Mittlerweile stehen bei der Wilerin drei zweiten Ränge beim LGT Alpin Marathon zu Buche. Die drei Podestläuferinnen haben sich den Mountain-Marathon-Cup zum Ziel gesetzt und werden sich somit am 10. Juli beim Zermatt Marathon wieder gegenüber stehen. Im Feld der Frauen konnte sich keine Liechtensteinerin in den Top 10 etablieren; als beste erreichte Ursula Wohlwend Rang 19.
Drittbestes Meldeergebnis seit Bestehen
Mit 985 Gemeldeten konnten sich die Organisatoren über das drittbeste Melderergebnis seit Bestehen freuen. Nur 2007 mit 988 Meldungen und 2009 zum Jubiläum mit 1.169 Meldungen hatten sich noch mehr Läufer an den drei Bewerben LGT Alpin Marathon, LGT Halbmarathon Plus und LGT Nordic Walking eingeschrieben. Trotz des dichten Nebels und teilweise leichtem Regen waren die äußeren Bedingungen für die Läufer diesmal optimal. Keine Probleme traten folglich aus medizinischer Sicht auf: "Wir hatten keine nennenswerten Zwischenfälle zu verzeichnen. Anders wäre es wohl gewesen, wenn es wie in den letzten Tagen heiß gewesen wäre", bilanzierte Rennarzt Dr. Claudio Canova. Dadurch, dass es während der Veranstaltung auch längere trockene Abschnitte gab, wurden auch die Organisatoren nicht auf eine solch harte Probe gestellt wie 2009, als es durchwegs stark regnete bei kalten Temperaturen. Die eigens in Steg installierte mobile Brücke, über welche die Marathonläufer erstmals die Hauptstraße hätten überqueren sollen (um Verkehrsstaus zu verhindern) wurde doch nicht genutzt. "Die Unfallgefahr wegen Rutschens auf der Rampe wäre zu hoch gewesen. Deshalb entschieden wir kurzfristig zur Sicherheit der Läufer, sie nicht zu benutzen", sagte OK-Chef Hannes Willinger.
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Fotoserie: 11. LGT Alpin Marathon in Liechtenstein 2010
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