Bergsteiger überlebt eine Woche in Gletscherspalte

bergleben.de am 15.08.2012 - 13:37 Uhr
Bergsteiger überlebt eine Woche in Gletscherspalte © Andrea Reck
Ein etwa 70-jähriger Mann hat nach einem Sturz in eine Gletscherspalte eine Woche überlebt, bis ihn Retter befreien konnten. Wie mehrere Medien berichten war der Mann in den Stubaier Alpen in Tirol allein unterwegs. Auf einer Höhe von 3000 Metern fiel er in eine 20 Meter tiefe Gletscherspalte. Der Mann blieb weitgehend unverletzt. Sein Glück war das eintretende Tauwetter, wodurch er hinunterlaufendes Wasser von der Wand trinken konnte. Andere Bergsteiger wurden auf seine Rufe aufmerksam und verständigten Hilfe. Der Mann kam mit leichten Unterkühlungen und Erschöpfung davon. Eine Vermisstenmeldung gab es nicht.

Viel Glück und gute körperliche Verfassung

Mehreren Zufällen verdankt der 70-jährige sein Überleben. Zum einen profitierte der Bergsteiger von dem Tauwasser, das er trinken konnte. Das wenige Essen, das er noch dabei hatte teilte er sich gut ein. Da er ohne Steigeisen unterwegs war, war an eine selbstständige Rettung nicht zu denken. Das Handy hatte keinen Empfang. Glücklicherweise machten sich sechs Tage nach seinem Sturz drei Bergsteiger über die selbe Route auf den Weg. Sie hörten die Hilferufe und organisierten die Bergrettung. Mit Hilfe eines Seilzuges wurde der Verunglückte aus der Spalte geholt. Die gute körperliche Verfassung bewahrten den Bergsteiger vor einer zu schnellen Auskühlung.

Sulzschnee verdeckt Gletscherspalten

Gletscherspalten sind besonders gefährlich, wenn sie von Schnee bedeckt werden und für Bergsteiger nicht sichtbar sind. Eintretendes Tauwetter macht das Betreten von Gletscherpassagen noch einmal riskanter. Sogenannter Sulzschnee, der mehrmals angetaut und wieder festgefroren ist, bedeckt die Gletscherspalten und bildet eine unsichere Schneedecke. Vorsichtsmaßnahmen wie Seilschaften und Steigeisen sind zu empfehlen.

ANZEIGE

Wandern auf Facebook

ANZEIGE

Was ist eure Lieblings-Wanderschuhmarke?