Blasenfrei in den Bergen – So findet ihr den richtigen Wanderschuh
bergleben.de am 23.04.2010 - 09:03 Uhr
© Paleontour
Das Wichtigste an der Ausrüstung eines jeden Wanderers ist das richtige Schuhwerk. Die Zeiten von klobigen Wildlederstiefeln sind zwar schon lange vorbei, dennoch ist nicht jeder moderne Schuh für jeden Wanderer und für jedes Gelände geeignet. Hier findet ihr Tipps, worauf ihr beim Schuhkauf achten solltet und so verhindert, dass ihr das falsche Paar kauft.
Mehrere Aspekte berücksichtigen
Bei einer längeren Bergtour ist ein passendes Paar Schuhe ein unverzichtbarer Wegbegleiter. Das richtige Paar Schuhe muss mehrere Voraussetzungen erfüllen, die sich teilweise recht banal anhören. Beim Einkauf solltet ihr daher mehrere Aspekte berücksichtigen, damit ihr auch ein ideales Paar findet.
Ein Wanderschuh muss passen
Die wichtigste Voraussetzung, die ein guter Wanderschuh erfüllen muss, ist eine gute Passform. Der Wanderstiefel muss fest sitzen, damit man Halt hat; jedoch nicht so fest, dass sich Druckstellen oder Blasen bilden. Andererseits darf er aber auch nicht zu locker sein. Wenn man im Schuh "schwimmt", hat man weniger Halt und die Trittsicherheit geht verloren. Das kann gefährlich werden. Dass ein Schuh passen muss, hört sich logisch an. In der Realität ist es aber oft schwer, bei einer riesigen Auswahl an Wanderschuhen und -stiefeln ein passendes Paar zu finden.
Der richtige Schuh für die richtige Tour
Zunächst einmal kann man Wanderstiefel von Wanderschuhen unterscheiden. Wanderschuhe sind leichter und haben einen niedrigeren Schaft. Sie sind eher für Spaziergänge oder leichte Touren geeignet, bei denen man nicht durch Geröllfelder oder ähnlich schwieriges Terrain gehen muss. Dagegen sind Wanderstiefel schwerer, stabiler und haben einen hohen Schaft, der über den Knöchel hinausgeht.
Verschiedene Kategorien
Welchen Schuh ihr kaufen solltet, hängt also davon ab, was für eine Tour ihr plant. Um die Wahl zu vereinfachen, hat man bereits in den 70er Jahren die Wanderschuhe in vier Kategorien eingeteilt, von A bis D. Schuhe der Kategorie A sind die leichtesten und haben eine biegsame Sohle. Sie sind bequemer, geben aber weniger Halt und sind daher eher für leichte Touren oder lange Spaziergänge geeignet. Dagegen sind Schuhe der Gruppe D deutlich fester und schwerer und für Touren im Hochgebirge prädestiniert.
Wanderschuhe und Wanderstiefel
Heute gibt es Schuhe in vielen anderen Kategorien. Grob kann man Schuhe in Wanderschuhe/leichte Wanderstiefel für leichte Touren, Trekkingschuhe für mittlere Touren bei teils unwegsamen Geländer und Wanderstiefel für schwere Touren im hochalpinen Geländer unterschieden. Bei Wanderstiefeln habt ihr in der Regel noch die Möglichkeit, Steigeisen zu befestigen. Grundsätzlich gilt aber: Je schwieriger die Tour, desto stabiler sollte der Schuh sein. Wer vor dem Schuhkauf weiß, was für eine Tour er plant, kann sich vom Verkäufer entsprechend beraten lassen.
Tipps für den Wanderstiefel-Kauf
Wanderstiefel sollte man nie unter Zeitdruck kaufen. Ansonsten lässt man sich schnell zu einem Notkauf hinreißen, den man spätestens an der Baumgrenze bereut. Schon im Laden solltet ihr das neue Paar idealerweise rund 30 Minuten tragen, um sicherzugehen, dass es auch wirklich gut passt. Neue Stiefel haben oft die Angewohnheit, zu drücken und Blasen zu verursachen, bis sie etwas eingelaufen sind. Daher kauft man die Schuhe am besten mehrere Wochen vor der ersten großen Tour und trägt sie bereits ein.
Dicke Wandersocken zum anprobieren mitbringen
Zum Kauf der Wanderstiefel bringt man am besten dicke Socken mit, die man auch in den Bergen tragen würde. Wenn die Schuhe in Alltagssocken wunderbar passen, bekommt man in dicken Wandersocken ein Problem. Zudem sollte man die Schuhe besser nachmittags oder abends anprobieren. Denn die Füße schwellen im Laufe des Tages durch langes Gehen und Stehen etwas an. Wenn die Schuhe morgens perfekt passen, werden sie abends mit großer Wahrscheinlichkeit zu klein sein.
Passt der Schuh oder passt er nicht?
Wanderstiefel sollten außerdem im Vergleich zu Straßenschuhen etwas größer sein. Beim Bergab-Gehen rutscht man immer etwas nach vorne. Wenn man da keinen kleinen Spielraum hat, bilden sich schnell schmerzhafte Druckstellen und Blasen. Ob die Schuhe passen oder nicht, kann man herausfinden, wenn man die Einlage aus dem Schuh heraus nimmt: Wenn man sich so auf die Einlage stellt, dass die Ferse mit dem Ende der Einlage bündig ist, sollten vorne rund 1,5 bis 2,0 Zentimeter Platz bleiben.
Internet vs. Geschäft
Der Schuhkauf im Fachgeschäft oder im Internet hat jeweils seine Vor- und Nachteile. Die größten Vorteile vom Schuhgeschäft sind, dass man sich beraten lassen und die Schuhe anprobieren kann. Solange man nicht das gleiche Modell eines abgetragenen Schuhs kaufen will, hat man im Internet nie die Garantie, dass die angebotenen Schuhe auch passen. Plant man nur eine zwei Stunden-Tour, kann man auch nach der angegebenen Größe im Internet schauen. Doch bei mehrstündigen oder sogar Mehrtagestouren sollte man sicher sein, dass die Schuhe auch passen. Zudem kann man sich die Verarbeitung bei Internet-Verkäufen nicht anschauen. Im Internet muss man auf die veröffentlichten Erfahrungs- und Testberichte von anderen Wanderern vertrauen.
Schuhe im Netz meist billiger
Die Schuhe im Internet sind dafür meist billiger (Achtung vor versteckten Versandkosten). Zudem kommt man eher an kostengünstige Vorjahresmodelle. In der Regel kann man die Schuhe bei Nicht-Gefallen auch zurückgeben. Das kann allerdings mit etwas Aufwand verbunden sein und teilweise schwierig werden, wenn man mit den Schuhen schon eine Woche in den Bergen unterwegs war.
Autor: Christian Riedel
Mehrere Aspekte berücksichtigen
Bei einer längeren Bergtour ist ein passendes Paar Schuhe ein unverzichtbarer Wegbegleiter. Das richtige Paar Schuhe muss mehrere Voraussetzungen erfüllen, die sich teilweise recht banal anhören. Beim Einkauf solltet ihr daher mehrere Aspekte berücksichtigen, damit ihr auch ein ideales Paar findet.
Ein Wanderschuh muss passen
Die wichtigste Voraussetzung, die ein guter Wanderschuh erfüllen muss, ist eine gute Passform. Der Wanderstiefel muss fest sitzen, damit man Halt hat; jedoch nicht so fest, dass sich Druckstellen oder Blasen bilden. Andererseits darf er aber auch nicht zu locker sein. Wenn man im Schuh "schwimmt", hat man weniger Halt und die Trittsicherheit geht verloren. Das kann gefährlich werden. Dass ein Schuh passen muss, hört sich logisch an. In der Realität ist es aber oft schwer, bei einer riesigen Auswahl an Wanderschuhen und -stiefeln ein passendes Paar zu finden.
Der richtige Schuh für die richtige Tour
Zunächst einmal kann man Wanderstiefel von Wanderschuhen unterscheiden. Wanderschuhe sind leichter und haben einen niedrigeren Schaft. Sie sind eher für Spaziergänge oder leichte Touren geeignet, bei denen man nicht durch Geröllfelder oder ähnlich schwieriges Terrain gehen muss. Dagegen sind Wanderstiefel schwerer, stabiler und haben einen hohen Schaft, der über den Knöchel hinausgeht.
Verschiedene Kategorien
Welchen Schuh ihr kaufen solltet, hängt also davon ab, was für eine Tour ihr plant. Um die Wahl zu vereinfachen, hat man bereits in den 70er Jahren die Wanderschuhe in vier Kategorien eingeteilt, von A bis D. Schuhe der Kategorie A sind die leichtesten und haben eine biegsame Sohle. Sie sind bequemer, geben aber weniger Halt und sind daher eher für leichte Touren oder lange Spaziergänge geeignet. Dagegen sind Schuhe der Gruppe D deutlich fester und schwerer und für Touren im Hochgebirge prädestiniert.
Wanderschuhe und Wanderstiefel
Heute gibt es Schuhe in vielen anderen Kategorien. Grob kann man Schuhe in Wanderschuhe/leichte Wanderstiefel für leichte Touren, Trekkingschuhe für mittlere Touren bei teils unwegsamen Geländer und Wanderstiefel für schwere Touren im hochalpinen Geländer unterschieden. Bei Wanderstiefeln habt ihr in der Regel noch die Möglichkeit, Steigeisen zu befestigen. Grundsätzlich gilt aber: Je schwieriger die Tour, desto stabiler sollte der Schuh sein. Wer vor dem Schuhkauf weiß, was für eine Tour er plant, kann sich vom Verkäufer entsprechend beraten lassen.
Tipps für den Wanderstiefel-Kauf
Wanderstiefel sollte man nie unter Zeitdruck kaufen. Ansonsten lässt man sich schnell zu einem Notkauf hinreißen, den man spätestens an der Baumgrenze bereut. Schon im Laden solltet ihr das neue Paar idealerweise rund 30 Minuten tragen, um sicherzugehen, dass es auch wirklich gut passt. Neue Stiefel haben oft die Angewohnheit, zu drücken und Blasen zu verursachen, bis sie etwas eingelaufen sind. Daher kauft man die Schuhe am besten mehrere Wochen vor der ersten großen Tour und trägt sie bereits ein.
Dicke Wandersocken zum anprobieren mitbringen
Zum Kauf der Wanderstiefel bringt man am besten dicke Socken mit, die man auch in den Bergen tragen würde. Wenn die Schuhe in Alltagssocken wunderbar passen, bekommt man in dicken Wandersocken ein Problem. Zudem sollte man die Schuhe besser nachmittags oder abends anprobieren. Denn die Füße schwellen im Laufe des Tages durch langes Gehen und Stehen etwas an. Wenn die Schuhe morgens perfekt passen, werden sie abends mit großer Wahrscheinlichkeit zu klein sein.
Passt der Schuh oder passt er nicht?
Wanderstiefel sollten außerdem im Vergleich zu Straßenschuhen etwas größer sein. Beim Bergab-Gehen rutscht man immer etwas nach vorne. Wenn man da keinen kleinen Spielraum hat, bilden sich schnell schmerzhafte Druckstellen und Blasen. Ob die Schuhe passen oder nicht, kann man herausfinden, wenn man die Einlage aus dem Schuh heraus nimmt: Wenn man sich so auf die Einlage stellt, dass die Ferse mit dem Ende der Einlage bündig ist, sollten vorne rund 1,5 bis 2,0 Zentimeter Platz bleiben.
Internet vs. Geschäft
Der Schuhkauf im Fachgeschäft oder im Internet hat jeweils seine Vor- und Nachteile. Die größten Vorteile vom Schuhgeschäft sind, dass man sich beraten lassen und die Schuhe anprobieren kann. Solange man nicht das gleiche Modell eines abgetragenen Schuhs kaufen will, hat man im Internet nie die Garantie, dass die angebotenen Schuhe auch passen. Plant man nur eine zwei Stunden-Tour, kann man auch nach der angegebenen Größe im Internet schauen. Doch bei mehrstündigen oder sogar Mehrtagestouren sollte man sicher sein, dass die Schuhe auch passen. Zudem kann man sich die Verarbeitung bei Internet-Verkäufen nicht anschauen. Im Internet muss man auf die veröffentlichten Erfahrungs- und Testberichte von anderen Wanderern vertrauen.
Schuhe im Netz meist billiger
Die Schuhe im Internet sind dafür meist billiger (Achtung vor versteckten Versandkosten). Zudem kommt man eher an kostengünstige Vorjahresmodelle. In der Regel kann man die Schuhe bei Nicht-Gefallen auch zurückgeben. Das kann allerdings mit etwas Aufwand verbunden sein und teilweise schwierig werden, wenn man mit den Schuhen schon eine Woche in den Bergen unterwegs war.
Autor: Christian Riedel
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