Die Geschichte des Wanderns: Von Nomaden und Pilgerern
bergleben.de am 12.11.2009 - 13:28 Uhr
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Das Gehen ist die natürlichste und älteste Art der Fortbewegung. Seitdem der Mensch den aufrechten Gang erlernte, war das Gehen über Jahrtausende hinweg die einzig mögliche Art, sich von A nach B zu bewegen. Im ersten Teil unseres Specials erfahrt ihr mehr zur Geschichte des Laufens und Wanderns und über motivationale Aspekte der Fortbewegung auf zwei Beinen.
Vom Nomadentum bis zum Beginn der Landwirtschaft
Nomadenvölker zogen schon seit jeher mit Tierherden von Ort zu Ort, und lebten im Einklang mit der Natur. Nur zur Strafe wurde jemand gezwungen, allein weiterzuziehen, denn die Gemeinschaft bot Schutz vor wilden Tieren und Gefahren im Gelände. Das Weiterziehen wurde zur Nahrungs- und Existenzgrundlage. Dies veränderte sich grundlegend, als die Menschen begannen, Tiere und Pflanzen zu kultivieren und Nahrungsvorräte anzulegen. Mit dem Beginn der Landwirtschaft, der vermutlich nach der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren einsetzte, mussten sich die Menschen um Pflanzen und Tiere kümmern und wollten den eigenen Besitz nicht mehr verlassen. Längere Wege wurden im Laufe der Jahrtausende hauptsächlich von Händlern und Schmugglern zurückgelegt - Fußreisen hatten einen abenteuerlichen Charakter und wurden weithin als gefährlich betrachtet.
Jahrtausende altes Pilgern
Legitim war für den einfachen Bürger nur das religiös motivierte Pilgern. Bereits im Jahre 326 reiste Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin, nach Palästina und wurde zum Vorbild der entstehenden Pilgerbewegung. Pilger zu sein war damals kein Zuckerschlecken: Waffenlos und barfuß zogen die Gottsuchenden mit einem ausgehöhlten Kürbis als Wasserflasche von Ort zu Ort und sollten dabei weiche Betten und warme Bäder meiden. So lernten sie, weltlichen Dingen keinen Wert beizumessen und konnten sich ganz auf ihren Glauben konzentrieren. Alte oder Kranke hofften damit, kurz vor dem Tod ihre Schuld zu begleichen und der Hölle zu entrinnen. Das Pilgern wurde im wahrsten Sinne des Wortes zur Massenbewegung, beispielsweise zogen 1300, als der Papst das Heilige Jahr aussprach, 20.000 Menschen nach Rom.
Der Jakobsweg
Santiago de Compostela wurde als Zielort noch populärer und jedes Jahr zogen Hunderttausende aus ganz Europa dorthin. Es entstanden Jakobsbrüderschaften, die Pilger in vielerlei Hinsicht unterstützten, zum Beispiel durch kostenlose Verköstigung oder Ausbesserung der Straßen. Auch anderswo war man den Pilgern wohl gesonnen, und sie fanden leicht in Klöstern, Hospitalen und Herbergen Unterkunft für die Nacht. Ein Erkennungsmerkmal der Pilger war die Jakobsmuschel, die auch heute noch von Trekkern auf dem berühmten Jakobsweg um den Hals getragen wird.
Pilgern bei den Weltreligionen
Nicht nur im Christentum, auch bei den anderen großen Weltreligionen haben Pilgerreisen Tradition. Beispielsweise soll jeder gläubige Moslem mindestens ein Mal im Leben die Reise nach Mekka machen, und für Buddhisten ist der Berg des Shinto in Japan ein wichtiger Wallfahrtsort. Das meditative Gehen hat also offensichtlich eine spirituelle und heilsame Wirkung auf den Menschen und wurde deshalb von den Religionen aufgenommen. Egal aus welchen Gründen man pilgert, ist die Erfahrung für jeden in Grundzügen gleich: Durch die körperliche Anstrengung lernt man Demut und Respekt und kehrt schließlich als weiserer Mensch zurück nach Hause.
Vom Nomadentum bis zum Beginn der Landwirtschaft
Nomadenvölker zogen schon seit jeher mit Tierherden von Ort zu Ort, und lebten im Einklang mit der Natur. Nur zur Strafe wurde jemand gezwungen, allein weiterzuziehen, denn die Gemeinschaft bot Schutz vor wilden Tieren und Gefahren im Gelände. Das Weiterziehen wurde zur Nahrungs- und Existenzgrundlage. Dies veränderte sich grundlegend, als die Menschen begannen, Tiere und Pflanzen zu kultivieren und Nahrungsvorräte anzulegen. Mit dem Beginn der Landwirtschaft, der vermutlich nach der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren einsetzte, mussten sich die Menschen um Pflanzen und Tiere kümmern und wollten den eigenen Besitz nicht mehr verlassen. Längere Wege wurden im Laufe der Jahrtausende hauptsächlich von Händlern und Schmugglern zurückgelegt - Fußreisen hatten einen abenteuerlichen Charakter und wurden weithin als gefährlich betrachtet.
Jahrtausende altes Pilgern
Legitim war für den einfachen Bürger nur das religiös motivierte Pilgern. Bereits im Jahre 326 reiste Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin, nach Palästina und wurde zum Vorbild der entstehenden Pilgerbewegung. Pilger zu sein war damals kein Zuckerschlecken: Waffenlos und barfuß zogen die Gottsuchenden mit einem ausgehöhlten Kürbis als Wasserflasche von Ort zu Ort und sollten dabei weiche Betten und warme Bäder meiden. So lernten sie, weltlichen Dingen keinen Wert beizumessen und konnten sich ganz auf ihren Glauben konzentrieren. Alte oder Kranke hofften damit, kurz vor dem Tod ihre Schuld zu begleichen und der Hölle zu entrinnen. Das Pilgern wurde im wahrsten Sinne des Wortes zur Massenbewegung, beispielsweise zogen 1300, als der Papst das Heilige Jahr aussprach, 20.000 Menschen nach Rom.
Der Jakobsweg
Santiago de Compostela wurde als Zielort noch populärer und jedes Jahr zogen Hunderttausende aus ganz Europa dorthin. Es entstanden Jakobsbrüderschaften, die Pilger in vielerlei Hinsicht unterstützten, zum Beispiel durch kostenlose Verköstigung oder Ausbesserung der Straßen. Auch anderswo war man den Pilgern wohl gesonnen, und sie fanden leicht in Klöstern, Hospitalen und Herbergen Unterkunft für die Nacht. Ein Erkennungsmerkmal der Pilger war die Jakobsmuschel, die auch heute noch von Trekkern auf dem berühmten Jakobsweg um den Hals getragen wird.
Pilgern bei den Weltreligionen
Nicht nur im Christentum, auch bei den anderen großen Weltreligionen haben Pilgerreisen Tradition. Beispielsweise soll jeder gläubige Moslem mindestens ein Mal im Leben die Reise nach Mekka machen, und für Buddhisten ist der Berg des Shinto in Japan ein wichtiger Wallfahrtsort. Das meditative Gehen hat also offensichtlich eine spirituelle und heilsame Wirkung auf den Menschen und wurde deshalb von den Religionen aufgenommen. Egal aus welchen Gründen man pilgert, ist die Erfahrung für jeden in Grundzügen gleich: Durch die körperliche Anstrengung lernt man Demut und Respekt und kehrt schließlich als weiserer Mensch zurück nach Hause.
Teil 1 im Überblick
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Freiheit und Naturerlebnisse
Motivationale Aspekte des Wanderns -
Des Wandern ist des Dichters Lust
Von Goethe bis Graßler -
Die Geschichte des Wanderns
Von Nomaden und Pilgerern










