Ausrüstung beim Wandern: Schlafsack, Proviant, Orientierung + GPS

bergleben.de am 10.11.2009 - 15:29 Uhr
In Berghütten gibt es meistens Leih-Schlafsäcke oder Decken - am besten fragt ihr im Vorfeld nach, was alles im Preis enthalten ist. Da ein Schlafsack nicht viel wiegt, ist es auch kein Problem, seinen Eigenen mitzunehmen. In den urigen Hütten erhält man abends eine warme Mahlzeit und kommt in gemütlicher Runde schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch. So bekommt man Kenner-Tipps für Sehenswertes in der Gegend oder die nächste Tour! Dann rollt man im Mehrbettzimmer oder auf dem günstigeren Matratzenlager seinen Schlafsack aus und legt sich schlafen. Damit die Nachtruhe nicht gestört wird, sind Ohrstöpsel eine gute Idee, denn im Gemeinschaftsraum sind meistens ein paar Schnarcher dabei.

Hüttenromantik oder Komfort in der Pension
Viele Hütten verfügen über eine große Terrasse, wo man abends bei einer Tasse Tee den Sonnenuntergang beobachten kann oder morgens mit Blick auf Gipfel und Wälder frühstückt. Das Fehlen von Fernsehen, E-Mail und anderem Alltags-Luxus tut der Trekking-Freude keinen Abbruch – im Gegenteil! Es ist geradezu eine Wohltat, diesen Dingen für ein paar Tage zu entkommen und auch einmal nicht erreichbar zu sein. Wer allerdings ein frisch bezogenes Bett dem Schlafsack vorzieht, kann sich natürlich auch eine Tour aussuchen, bei der man in Bergpensionen oder Hotels übernachtet. Von der familiären Pension bis zum Vier-Sterne-Hotel mit Wellness-Angebot gibt es eine große Bandbreite an Qualitätsklassen. Für mehr Komfort bieten manche Tour-Veranstalter auch einen Gepäcktransport von Ort zu Ort an, sodass man tagsüber nur einen kleinen Wanderrucksack mitnehmen muss.


Kartenmaterial nicht vergessen
Zur Orientierung gehören natürlich Wanderkarten, am besten mit einem Maßstab von 1:25.000 oder 1:50.000, sowie ein Kompass ins Gepäck. Der richtige Umgang muss vorher sitzen, da sonst das beste Kartenmaterial nichts nützt. Idealerweise testet man seine Kenntnisse vor der Tour bei einer Tageswanderung im Gelände. Die gewellten Linien zeigen bei Wanderkarten den Höhenunterschied an: je enger die Linien zusammenstehen, desto größer ist der Höhenunterschied der zurückgelegt werden muss.

Mahlzeit!
Um eine kleine Brotzeit auf dem Berg machen zu können, nimmt man sich Proviant mit auf den Weg, wobei die Menge von den Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs abhängt. Man sollte immer einige Snacks bei sich haben, um unterwegs auf eine schnell verfügbare Energiereserve zurückgreifen zu können. Besonders gut eignen sich Nüsse, getrocknete Früchte oder einige Kräcker mit Käse. Eiweißhaltige Snacks geben lange Energie und halten satt, weil sie den Blutzuckerspiegel nicht so rapide an- und absteigen lassen wie Kohlenhydrate. Spezielle Energieriegel sind nicht nötig, da sie teuer sind und zudem recht viel Zucker und Kalorien enthalten. Auf fette Speisen sowie übermäßig große Portionen sollte man verzichten, damit der Magen während des Wanderns keine schwere Verdauungsarbeit leisten muss. Um Mangelerscheinungen während einer Tour auszuschließen, kann man täglich ein Multivitaminpräparat mit Spurenelementen einnehmen. Wer mit Zelt unterwegs ist, muss Gaskocher und unverderbliche Lebensmittel wie Kartoffelpüree selbst mitnehmen.

Getränke einpacken
Es ist auch sehr wichtig, täglich zwei bis drei Liter zu trinken, da ein Flüssigkeitsdefizit zu erheblichen Leistungsabfällen führt und das Thrombose-Risiko erhöht. Im Sommer oder bei Anstrengung können es auch vier bis fünf Liter am Tag sein. Am besten eignen sich ungesüßte Teesorten, Saftschorlen oder stilles Mineralwasser - in eine Thermoskanne gefüllt bleiben die Durstlöscher auch im Sommer erfrischend kühl. Da koffeinhaltige Getränke entwässernd wirken, zählt man sie nicht bei der Flüssigkeitszufuhr mit. Damit wollen wir den Ausrüstungsteil abschließen und wenden uns im nächsten Teil Sicherheitsaspekten beim Trekking zu.

Orientierung und GPS
Durch die vielfachen Möglichkeiten, die man mittlerweile mit GPS-Geräten hat, gehören solche bei vielen Wanderern schon zur Ausrüstung dazu. Für Anfänger, die sich auf dem hervorragenden Wegenetz in den erschlossenen Alpengebieten fortbewegen, sind diese zwar meist - zumindest für die Navigation - nicht nötig. Wenn man jedoch in unbefestigtes Gelände vordringen möchte oder sich in Gegenden bewegt, die kein gut beschildertes Wegenetz vorweisen, ist die Anschaffung zur Planung der Tour und für den Notfall durchaus sinnvoll. Moderne Geräte können nicht nur Längen- und Breitengrade anzeigen, sondern auch Entfernungen und die Geschwindigkeit angeben, topografische Karten speichern, Wegpunkte und Touren aufzeichnen. Gerade die Verbindung von Internet und GPS sorgte für eine Revolutionierung des Sports: Man sucht im World Wide Web eine Tour, lädt sich die GPS-Daten herunter und gibt sie in das Gerät ein - so kann man später die Tour optimalerweise von Wegpunkt zu Wegpunkt nachlaufen. Praktisch sind auch die "Nach-Hause-Funktionen" mancher GPS-Empfänger: Das Gerät merkt sich den Anfangspunkt einer Tour und lotst den Wanderer anschließend wieder sicher zurück. Ob man sich nun für seine Zwecke neben der meist nicht ganz billigen Outdoor-Ausrüstung noch ein GPS-Gerät zulegen möchte, das muss natürlich jeder Wanderer für sich entscheiden.
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