Wundervolle Südsee: Wandern und Naturerleben auf Bora-Bora

20. März 2018 | Norbert Eisele-Hein

Eine Landschaft, wie im Traum - ©Norbert Eisele Hein / bergleben.de

Bora Bora - Wundervolle Südsee

Copyright: Norbert Eisele Hein / bergleben.de

"Stell deinen Fuß auf diese schmale Steinkante. Dann greifst du die dicke Wurzel und schwingst dich nach oben." Zum Glück kennt Azdine jeden Tritt und jeden noch so kleinen Griff. Und weiß, welche Wurzeln stark genug sind, um sich daran emporzuhangeln, denn die Basaltstufe vor uns schwingt sich bald fünf Meter senkrecht in die Höhe. Wow, der gerade mal 661 Meter hohe Mount Pahia ist eine harte Nuss. Seine Besteigung erfordert gerade in den ersten beiden Stunden Geduld, Spucke und wilde Entschlossenheit.

Südsee-Feeling auf Bora-Bora



Trekking auf Bora-Bora - kaum zu glauben! Denn eigentlich spielt auf Bora Bora die Musik ja auf, unter oder zumindest am Wasser. Die wohl zweifellos schönste Bucht der Welt gilt nicht erst seitdem die MS Deutschland, das "Traumschiff" des ZDF dort vor Anker gegangen ist, als der Inbegriff des Südsee-Traums. Saphir-, Indigo-, Türkisfarben schimmert das Wasser der perfekt geformten Bucht. Tauchen mit Riff- und Zitronenhaien, Mantas und Stachelrochen, Schnorcheln mit Schildkröten und Abertausenden kunterbunten Korallenfischen. Gemütlich in der Hängematte wippen, einen Cocktail schlürfen und die Sonnenstrahlen beim Irrlichtern durch die Palmwedel beobachten.

Auf den Motus, den Inselchen des kreisrunden Korallensaums, bieten die besten Hotelketten der Welt jeden erdenklichen 5-Sterne-Luxus. Im St. Regis Resort offenbaren gleich mehrere preisgekrönte Restaurants den kulinarischen Himmel auf Erden. Mondäne Wasserbungalows, gemütliche Ausflüge zum Haie- und Manta-Füttern in der flachen Lagune, die Gäste müssen sich eigentlich nicht weit fortbewegen um den perfekten Urlaub, ja den perfekten Südseetraum zu erleben. Wer hier die Wanderschuhe auspackt, um damit wie Tarzan durch den Urwald zu turnen, tja, der wird erst mal etwas erstaunt gemustert, ist ja klar.

Eine bunte Insellandschaft



Wuchtig ragen die markanten Inselberge Mount Otemanu und Mount Pahia in den stahlblauen Himmel Französisch-Polynesiens. Steile Kraterwände und dichter Regenwald verleihen den Überresten eines erloschenen Vulkans die Aura der Unbezwingbarkeit. Und in der Tat, wäre da nicht Azdine, Gründer der Polynesian Island Tours, gäbe es wohl kaum eine Chance diesen majestätischen Gipfeln nahe zu kommen. Es hat wohl Tausende Hiebe mit der Machete gebraucht um den Trail nach oben halbwegs freizulegen. Nichtsdestotrotz bleibt er sehr schwer zu finden. Den ersten Abschnitt gleich hinter der Inselhauptstadt Vaitape durch Obstgärten und einen Palmenwald würde man vielleicht noch finden. Doch gleich danach hätte man ohne Azdine keine Chance mehr. Würde sich sofort im unendlichen Dickicht aus haushohen Farnen und Urwaldriesen verstricken.

Der Trail gleicht einem Klettersteig aus wildem Wurzelwerk. Dazwischen führen steile, enge Kehren durch die schwül-feuchte Flora des Regenwalds. An besonders exponierten Stellen hat Azdine Stufen in umgestürzte Baumstämme geschlagen und armdicke Hanfseile zur Absicherung montiert. Temperaturen um die 30° Celsius und die extreme Steigung der Route kosten enorm Kraft. Der Puls hämmert im Stakkato gegen die Schläfen. Wir kämpfen uns zwei Schritte auf dem glitschigen Waldboden nach oben und rutschen gleich wieder einen zurück. Der Schweiß fließt in Strömen. Der Pegel in der Wasserflasche sinkt rapide. Insgeheim flucht wohl jeder Teilnehmer mal mittendrin. "So eine Schnapsidee, wieso tu ich mir das an, jetzt eine Margarita am Pool" ... hört man die handvoll Teilnehmer schon mal wankelmütig lamentieren. Azdine flitzt wie eine Flipperkugel hin und her. Leistet hier Hilfestellung. Zeigt uns dort die Abfolge der Griffe im porösen Fels. Er ist überall gleichzeitig. Erzählt uns von den kriegerischen Ureinwohnern Bora Boras, die sogar die Nachbarinsel Raiatea angegriffen hätten. Demonstriert uns wie er mit dem Blütenstempel der wilden Orchidee Wunden desinfiziert.

"Das ist eine unschlagbare Heilpflanze", doziert er locker, während uns bei rasendem Puls kaum Puste für eine ausgedehnte Konversation bleibt. "Wenn ihr Euch mal an giftigen Korallen kratzt und die Wunde nicht mehr heilen will, dieses Antiseptikum wirkt wahre Wunder. Die tahitianischen Frauen verwerten die großen Blätter um daraus Röcke für ihre Tanzkostüme zu fertigen. Und wenn ihr mit den Blättern eure Schnorchelmaske einreibt, läuft sie euch garantiert nicht mehr an."

Das Wanderabenteuer mit besonderem Fernblick



Allmählich arbeiten wir uns aus dem Dickicht empor. Die Farne werden kleiner. Nach bald drei Stunden sehen wir die ersten blauen Farbkleckse verheißungsvoll durch das üppige Grün strahlen. Am letzten gut 10 Meter hohen Steilaufschwung hat Azdine ein Kletterseil fix montiert. Es führt direkt auf den schmalen Gipfelkamm. Die letzten Schritte zur kleinen runden Gipfelplattform geschehen wie in Trance. Die Aussicht ist betörend. Die enorme Anstrengung fällt im Nu von uns ab. Jeder von uns hatte seine Momente des Zweifels beim Aufstieg, garantiert. Aber dieses 360° Panorama entschädigt für jede Strapaze. Weit reicht der Blick. Über die kleinen Motus mit den verspielt angelegten, schwimmenden Bungalowanlagen der Luxushotels bis hinüber zum Gipfelbollwerk des Mount Otemanu und zu den Nachbarinseln Raiatea und Moorea.

Diese Vogelperspektive offenbart die gesamte Schönheit der Gesellschaftsinseln draußen im unendlichen Samtblau der Südsee. "Der Überlieferung nach ist der Kriegsgott Oro von hier aus auf einem Regenbogen herabgestiegen", erzählt Azdine. Okay, wir werden uns wohl abseilen müssen. Noch dazu einen guten Teil der steilen Kehren etwas weniger grazil auf dem Hosenboden runterrutschen. Aber die Drinks am Pool schmecken danach umso besser - und für heute haben wir sie uns redlich verdient. Beim Weiterflug nach Raiatea blättert keiner gelangweilt in der Zeitung oder döst vor sich hin. Bei freier Platzwahl erhöht sich die Schrittfrequenz auf dem Rollfeld des Micro-Airport Bora Boras enorm. Zur Not helfen auch die Ellbogen noch ein wenig nach, um einen Fensterplatz zu ergattern.

Von oben herab, leuchtet Französisch-Polynesien wie ein meisterhaftes Gemälde. Überladen mit allen zuckersüßen Klischees, die uns Europäern so von der Südsee im Kopf rumschwirren. Die steilen, immergrünen Berge, das Hellblau des Ozeans, und dann diese Lagune - wahrlich, Bora Bora ist nur schwer zu toppen. Die Wasservillen der Luxusresorts, deren Pfahlbauten in weiten Bögen von den Motus ausstrahlen. Von so weit oben wirken sie, als hätte der liebe Gott damit die Mini-Motus an die große Mutter Bora Bora angeleint, damit sich die Kinderschar nicht in den Weiten der Südsee verirrt.

Raiatea als harmonisches Inselziel

 

Die beiden Außenborder des Vaituraki Taxis quirlen das hellblaue Meer mit ihren je 120 PS ordentlich auf. Ein Stachelrochen, groß wie ein Küchentisch fühlt sich scheinbar gestört. Majestätisch gleitet er in die betörend schöne Lagune hinaus. Unser Schnellboot fliegt förmlich über das ruhige Wasser des Innenriffs. Der Palmen-gesäumte Strandgürtel Raiateas und die üppig bewaldeten Bergketten rauschen wie im Film vorüber. Volle 25 Minuten schwelgen wir mit 65 Stundenkilometern in Inselträumen Französich-Polynesiens. Unser Ziel - die Tauahei Perlenfarm.

Der erste Eindruck ist ernüchternd. Ein wackliger Holzsteg und eine windschiefe Hütte - ist das alles? Hier werden also die weltberühmten, schwarzen Tahitiperlen gezüchtet, die schon in verschiedenen polynesischen Schöpfungsmythen zentrale Rollen spielen. Tane, der Schöpfer der Welt, Gott der Harmonie und Schönheit, brachte mit den Perlen das Licht in die Welt. Die funkelnden Kleinode inspirierten ihn dann zur Erschaffung der Sterne.

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Haoatai Oraotauaroa, der Produktionsleiter, begrüßt uns mit einem herzlichen Lachen. "Oro" weiht uns offenherzig in den gesamten Ablauf der Perlenzucht ein. Draußen vor der Bretterbude baumeln an ausgeklügelt arrangierten Holzstegen Tausende schwarzlippige Perlenaustern, die Pinctada Margaritifera Cumingii, an langen Schnüren im Meer. Oro zieht einen Strang heraus und nimmt ihn mit in die Hütte.

Die Perlmutt produzierenden Ephitelzellen des Mantelgewebes sollen für den verführerischen Glanz der Perle, den sogenannten Lüster, sorgen. „Wir verwenden hier Nuklei mit sechs bis zwölf Millimetern Durchmesser. Die gelben hier wurden bereits mit Antibiotikum behandelt, die weißen Nuklei noch nicht. Sie stammen alle aus Japan, dem Mutterland der Perlenzucht."

Wir hängen die versorgte Muschel nun wieder drei Jahre unter Wasser. Zunächst hier vor der Hütte und später weiter draußen im tieferen Gewässer der Lagune. Diesen Vorgang wiederholen wir - je nachdem wie sich die Muschel macht - bis zu drei Mal und steigern dabei die Größe des Nukleus. In dieser Zeit werden die Muscheln ständig von Tauchern begutachtet und gepflegt. Von 20.000 Muscheln generieren wir circa 100 hochwertige Perlen“, doziert 0ro sachlich und präsentiert uns einige der Preziosen.

„In den Weiten des Ozeans entsteht nur in etwa jeder 20.000sten Muschel eine Perle“, beendet Oro seine eindrucksvolle Demonstration. Unser Skipper Tony dreht noch eine Extra-Runde zu einer vorgelagerten Einheimischen-Insel. "Die Insel wäre natürlich auch touristisch höchst lukrativ nutzbar, aber sie wurde zur Naherholung für die Einheimischen auserkoren", erklärt er uns. Es ist Samstag und die Polynesier nutzen den freien Tag. Es wird gegrillt, gesungen, getanzt. Viele spielen Beachvolleyball oder angeln.


Urlaub vor der eigenen Haustür

 

Eine Familie hat den Klapptisch aus Plastik gleich im hüfthohen Wasser der Lagune platziert. Somit plantschen die Kids quietschvergnügt in der ganz großen Badewanne. Sie tauchen immer nur auf, um eine Scheibe Wassermelone vom Teller zu schnappen oder lautstark eine Limo zu zischen. Und den Satz "Kinder kommt aus dem Wasser, ihr habt schon ganz blaue Lippen", den hat man hier ohnehin noch nie gehört. Ein ganz normaler Tag im Paradies eben.

Der nächste Kurzflug bringt uns nach Tahiti, der mit über 1000 km² größten Insel des Archipels. Die Hauptstadt Papeete erleben wir ambivalent. Im Jahre 1768, als der französische Forscher Louis Antoine de Bougainville hier anlandete und mit seinen Reiseberichten den Mythos vom Paradies begründete, war hier sicher noch weniger los. Heute verstopfen die bald 150.000 Einwohner der Insel permanent den Boulevard Poumare, die Hauptverkehrsader. Die Architektur gilt auch nicht unbedingt als berauschend. Löbliche Ausnahmen sind die Gotteshäuser.

Wer Sonntags in Papeete weilt, der sollte in der katholischen Kathedrale Notre-Dame oder im rosafarbenen Tempel Paofai der Protestanten unbedingt eine Messe besuchen. Die Tahitianer werfen sich dann richtig in Schale. Die Damen tragen zu ihren prächtigen Kleidern ausladende Hüte und es wird herzerwärmend musiziert und gesungen. Einen kleinen Vorgeschmack bietet auch der Wochenmarkt direkt im Zentrum. Auch hier jammen Einheimische mit Ukulele, Gitarre und singen was die Stimme hergibt. Das Angebot auf dem Markt ist überbordend. Tipp: Ganz früh am Morgen werden riesige, sehenswerte Fische und Krustentiere angeliefert.

Im Mittelpunkt der Perlen und ein Geländetrekking, das es in sich hat

 

Was versierte Schmuckdesigner aus Perlen zaubern, zeigt das Robert Wan-Museum, in unmittelbarer Nähe der Kirchen. Auf vielen eindrucksvollen Displays zeugen geschichtliche Anekdoten vom ewigwährenden Faszinosum der Perlen.

Seit dem 8. Jahrhundert werden Perlen auch als Heilmittel und Aphrodisiakum verwendet. Aus Essig, Zitronensaft, Kräutern, Zucker und Perlenpulver wird im Mittelalter das angeblich wahre Wunder wirkende „agua perlata“ hergestellt. „Mittlerweile wird auch die Muschel als solche viel stärker vermarktet“, erklärt Fr. Quiatol, die Verkaufsleiterin des Museums. „Diese Handtaschen aus polierten Perlmutt-Plättchen verkaufen sich gerade wie warme Semmeln“, erklärt uns die gebürtige Freiburgerin in perfektem Hochdeutsch. „Auch diese Tisch- und Stuhlkombination mit Einlegearbeiten aus Perlmutt läuft fantastisch. Vielleicht liefern uns die Muscheln auch bald pharmazeutische Produkte. Da ist die Forschung mittlerweile intensiv dran. Denn dort, wo die Muscheln gestanzt werden, um sie unter Wasser zu hängen, repariert die Muschel in Windeseile ihre Schale. Verantwortlich dafür ist ein Collagen, das für die Kosmetikindustrie von größtem Interesse sein könnte.“

Natürlich werden die Besucher, hauptsächlich Kreuzfahrer aus Nordamerika, durch die Verkaufsausstellung gelotst. Die Damenwelt reagiert darauf mit leuchtenden Augen und entzückten Jauchzern. Die Vielzahl der Männer mit großen Schwitzflecken klammert sich eher an ihre Brieftaschen. Papeete ist aber auch ein gutes Sprungbrett für weitere Outdoor-Aktivitäten, denn schon ein paar Kilometer nach der Stadt regieren wieder Wälder und Berge.

Unser Guide Arnaud, bringt uns mit seinem Landrover zu den Lava-Tubes. Diese gemischte Trekking- und Canyoningtour hat es in sich. Mit Stirnlampe, wasserdichtem Rucksack und Sicherungsseil geht es durch etliche natürliche Tunnels im Fels. Lavaströme haben diese Röhren in den Fels geschmolzen. Auch ein paar kleinere Abseilaktionen an Wasserfällen stehen mit auf dem Programm. Nichts für schwache Nerven.

Moorea - Arten- und Naturvielfalt inklusive

 

Mit der Fähre setzen wir über nach Moorea. Das Intercontinental Hotel bietet die perfekte Drehscheibe für zahlreiche, enorm lohnende Ausflüge. Der kurze Bootsausflug zum Manta Point übertrifft alle Erwartungen. Auf einer gut einen Kilometer vom Land entfernten, seichten Sandbank tummeln sich tatsächlich Dutzende Stachelrochen. Die Küchentischgroßen Meeresbewohner lassen sich sogar von der Hand füttern. Amo, der Bootsmann zeigt wie es geht. Er schnappt die Rochen wie Pizzabäcker den ausgewalgten Teig und hält den Rochen das Futter direkt vor das Maul. Vom Futter angelockt, gesellen sich auch zahlreiche Schwarzspitzen-Riffhaie zu uns. Sie fressen zum Glück nicht aus der Hand, freuen sich aber über ein paar zugeworfene Leckerbissen. Wer von der Harmlosigkeit der Tiere nicht restlos überzeugt ist, bekommt dabei schnell ein flaues Gefühl im Magen.

Die Delfine des Moorea Dolphin Centers auf dem Areal des Intercontinental Hotels haben mit keinerlei Vorurteilen zu kämpfen. Ihr Trainer Gerald Azzaria lässt sie allerhand Kunststücke vorführen. Wer will, kann sich von Flipper & Co. auch durch den Pool ziehen lassen. Gegen Aufpreis versteht sich. Nicht gerade günstig, aber dieses Erlebnis beschert nicht nur Kindern lange währende Glücksgefühle. Die Bergwelt Mooreas lässt sich prima mit einer Quad-Tour erforschen. ATV Moorea Tours hat eine feine Runde zusammengestellt. Sie bündelt Fahrspaß, kulturelle Infos und gewaltige Panoramen kongenial.

Die Route führt mit Volldampf durch Flussläufe, über Urwaldpisten zu ausgedehnten Ananasplantagen und letztlich auch zum Belvedere. Dort reicht der Blick zur Cooks Bay, zur Opunohu Bay und dem dazwischen prominent aufragenden, 899 Meter hohen Mount Rotui. Selbst der ausgemachte Südsee-Kenner Captain James Cook soll immer wieder von Moorea geschwärmt haben. Wie viel Schweiß und Energie die PS-starken Quads sparen, erfährt nur, wer auch auf Schusters Rappen die Insel erkundet.

Der Three Coconut Trees Pass

 

Eine Trekkingtour zum Three Coconut Trees Pass mit dem staatlich geprüften Öko-Guide Hiro Damide bringt eine wahre Flut an Ein- und Ausblicken. Hiro zeigt wie er aus armdicken Bambusstangen Kochtöpfe bastelt und schlägt mit der Machete ein paar Stücke vom "Milky Wine" ab. Diese Baumart speichert unglaublich viel frisches Regenwasser. Das erstklassig gekühlte Wasser lässt sich wie aus einer Flasche trinken.

Er zeigt uns Hotu-Nuts, aus denen sich ein hervorragendes Betäubungsmittel zum Fischen gewinnen lässt. Der wilde Ingwer ist vor allem bei den hübschen Polynesierinnen sehr beliebt: daraus lässt sich ein Shampoo herstellen, dass die Haare schneller wachsen lässt, ihnen mehr Glanz verleiht und vor allem natürliche Locken besser kämmbar macht. Von den Drei-Kokospalmen oben am Pass sind zwei zwar schon so gut wie verschwunden und die dritte wirkt etwas zerzaust. Dafür ist der Ausblick auf die schier senkrecht aufragenden, komplett bewaldeten Steilhänge des mit 1207 Metern Inselhöchsten Mount Tohiea schlichtweg zum Niederknien.

Wahrlich, Französisch-Polynesien liegt nicht gerade um die Ecke. Eine Reise in die Südsee lässt sich auch kaum als Schnäppchen gestalten... aber der Mythos Südsee hat immer noch eine ungeheure Strahlkraft. Kein Wunder, dass die Meuterer der Bounty damals im Jahre 1787 lieber da bleiben wollten.

Infos:


Allgemeines:
Französich-Polynesien liegt südlich des Äquators im Pazifischen Ozean, 17000 Kilometer von Europa entfernt, zwischen Australien, Kalifornien und Chile. Die Inselgruppe umfasst eine Fläche von 4 Millionen Quadratkilometern. Die Australes, Gambierinseln, Gesellschaftsinseln, Marquesas und die Tuamotus bilden fünf Archipele mit 118 bewohnten Eilanden. Bora-Bora, Raiatea, Moorea und Tahiti gehören zu den Gesellschaftsinseln. Bora Bora und Raiatea zählen zu den Inseln unter dem Wind, Moorea und Tahiti zu den Inseln über dem Wind. Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist Papeete auf Tahiti. Politisch gehören die Inseln zu Frankreichs Überseeterritorien (Pays d'outre-Mer francais).

Einreise
Besucher mit einem maschinenlesbaren, europäischen Reisepass, der noch 6 Monate gültig ist und einem Rückflugticket, benötigen kein Visum.

Flug
Regelmäßig fliegen die Lufthansa, Air Tahiti oder Air France über Paris/London und Los Angeles nach Papeete. Die reine Flugzeit beträgt ca. 22 h.

Transport vor Ort
Air Tahiti Nui fliegt mehrmals täglich 47 Inseln an. Von Papeete zu und zwischen den Gesellschaftsinseln gibt es auch einen perfekt organisierten Schiffsverkehr.

Beste Reisezeit
Französisch-Polynesien, das unter dem starken Einfluss der Passatwinde steht, genießt tropisches Klima. Dank einer Jahresdurchschnittstemperatur von 27 Grad Celsius ist das Südseeparadies ein echtes Ganzjahresziel - nicht nur für Flitterwöchler. In der warmen Jahreszeit von Oktober bis April muss man mit stärkeren Regenfällen als im relativ trockenen und etwas kühleren tahitianischen Winter rechnen. Im feuchteren Sommer blüht die Vegetation noch üppiger und es erwartet einen eine duftende Blütenpracht (Tiare, Jasmin, Gardenie, Hibiskus ...)

Sprache
Tahitianisch (Reo mao'hi) und Französisch sind die beiden Amtssprachen, aber mit Englisch kommt man als Tourist problemlos durch.

Restaurants
In den Luxusresorts gibt es internationale Spitzenküche, in den Familienhotels wird typisch polynesisch gekocht. Einen günstigen und meist auch sehr leckeren Kontrast bieten die mobilen Imbissbuden in und um Papeete. Diese "roulottes" servieren mächtige Portionen aus fangfrischem Fisch und meist Hühnchen mit Reis.

Unterkunft
Bora Bora: Unschlagbarer Service, beste Küche, starkes Ausflugsprogramm, www.stregis.com/borabora

Raiatea: familiär, lässig, günstig - Raiatea Lodge Hotel, www.raiateahotel.com

Moorea: Intercontinental Resort und Spa, www.intercontinental.com, auf dem Hotelgelände bedindet sich auch das www.mooreadolphincenter.com und es werden Ausflüge mit dem Auslegerboot oder Kajak zu einem Stachelrochen und Riffhai-Treff im Flachwasser angeboten. Vom Hotel aus starten auch Ausflüge mit dem Quad (www.atvmoorea.com) durch die Inselbergwelt z.B. zu Vanilleplantagen und Trekkingtouren (Three Coconut Tree Pass, s.u.).

Sehenswürdigkeiten
Papeete, das Robert Wan-Perlenmuseum klärt mit lebensechten Installationen über die Entwicklung der Perlentaucherei und die professionelle Perlenzucht auf. Natürlich wird man nebenbei noch geschickt durch eine wunderbare Verkaufsausstellung gelotst. Unbedingt sehenswert: www.robertwan.com, auch der Besuch einer Perlenfarm ist ein "must", Resorts und Hotels organisieren den Transport.

Geld
Währung ist der CFP (Cours de France Pacifique). Stand März 2018: 1 € =119,33 CFP, 1 CFP= 0,0084 CFP, Kreditkarten werde fast überall akzeptiert, einzig auf kleineren, weit entfernten Atollen gibt es keine Wechselstuben.

Impfungen
Es sind keinerlei Impfungen vorgeschrieben, der Standard in Krankenhäusern entspricht (fast) dem Deutschen.

Zeitunterschied
12 Stunden

Literatur/Reiseführer
Marco Polo, Südsee, 12,50€, nützliche Tipps zu allen Inselgruppen der Südsee

Lonely Planet, Tahiti & French Polynesia, englisch, 17,95, fundierte und ausführliche Infos, auch zu den meisten Trekkingtouren.

Trekkingtouren auf den Gesellschaftsinseln
Bora Bora - Trekkingtour auf den Mount Pahia: Azdine hat noch keine Website, kann aber über die Tourismusbehörden oder Hotels vor Ort gebucht werden. Die Tour dauert 5-6 Stunden und erfordert gute Fitness. Stabile Schuhe und ausreichend Flüssigkeit (mindestens 3 Liter mitnehmen!).

Raiatea - das 800 Meter hohe Temehani Plateau ist nur mit einem 4x4 Jeep und Wanderschuhen zu erreichen.

Moorea - Three Coconut Trees Pass, Hiro Damide, ein diplomierter Öko- und Wanderguide, kann ebenso über die Hotels gebucht werden.

Tahiti - Lava Tubes, diese kombinierte Wander- und Canyoning-Tour entlang eines Flusslaufs durch erkaltete Lavaröhren erfordert auch zwingend einen Guide (bei den Hotels nachfragen).

Hier findet ihr weitere Informationen

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