Der Toehook: Tipps und Tricks zur richtigen Technik

22. Juli 2011 | bergleben.de

Toe-Hook in Perfektion: Sachi Amma (JAP) - ©©Lukas Ennemoser

Sachi Anma (JAP)

Copyright: ©Lukas Ennemoser

Der Toehook, auch Zehenhook oder Zehenhaken genannt, gehört zu den spektakuläreren Klettertechniken. Richtig eingesetzt, ist er eines wirkungsvollsten Mittel, sich im steilen Gelände zum nächsten Griff zu ziehen oder vor allem auch gegen die gefürchtete "offene Tür" zu schützen. Wir verraten, wie er funktioniert und wann man ihn am besten einsetzt.

Klettern aus den Beinen

Die meiste Kraft kommt beim Klettern aus den Beinen und dem Rumpf. Nach Möglichkeit solltet ihr euch so oft wie möglich aus den Beinen heraus nach oben drücken, um Kraft in den Armen zu sparen. Doch Beine, Füße und Zehen haben noch andere Aufgaben, als sich damit nach oben zu drücken. Dafür müssen aber spezielle Techniken angewandt werden. Eine dieser Techniken ist der Toehook.

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Der "Zehenhook"

Beim Toehook (Toe = engl. Zehen; hook = engl. Haken) steht man nicht mit dem "hookenden" Fuß auf einem Tritt. Stattdessen wird das Bein weit nach oben gehoben oder seitlich gestreckt - man hakt sich mit den Zehen in einen Riss ein oder legt den Fuß mit den Zehen auf eine Felskante oder um sie herum.

Wann setzt man den Toehook ein?

Es gibt mehrere Situationen, in denen ein Toehook sinnvoll ist. So kann man sich mittels des Toehook wie mit einem Haken nach oben ziehen, statt sich mit den Beinen nach oben zu drücken. Eine andere Möglichkeit, den Toehook zu nutzen, ist als Zwischentritt, um den "Offene Tür-Effekt" zu verhindern. Hierbei handelt es sich um einen physikalischen Effekt. Hängen beide Arme nicht über dem Körperschwerpunkt, sondern versetzt nach außen, kann der Körper zu einer Seite schwingen, sobald man eine Hand vom Griff löst - wie eine Tür, die schräg hängen würde. Diese "Tür" wieder zu schließen und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, kostet sehr viel stabilisierende Kraft. Hakt man ("hookt") aber den Fuß etwas weiter weg ein (beispielsweise in einen Riss), kann man verhindern, dass der Körper nach außen "schwingt", wenn man eine Hand löst. Eine andere Möglichkeit ist noch, sich mit den Zehen in einen Untergriff einzuhängen und so den Armen eine kurze Verschnaufpause zu gönnen, bevor es auf dem Weg nach oben weitergeht.

Richtig „Hooken“

Die Bewegung und die Belastung beim Toehook sind für den Körper und die meisten Kletterer ungewohnt. Die richtige Ausführung setzt zudem eine gute Hüftbeweglichkeit voraus, da man den Fuß oft weit nach oben oder zur Seite strecken muss. Daher sollte man den Toehook regelmäßig trainieren. Hilfreich ist auch, durch Dehnen der Adduktoren und der Abduktoren seine Beweglichkeit zu verbessern. Zieht man sich mit der Fußspitze nach oben, wird vor allem die ansonsten wenig genutzte Schienbeinmuskulatur beansprucht. Hier macht Übung (und etwas Krafttraining für die Beine) den Meister.

Wichtig ist, nie den ganzen Fuß bis zum Rist aufzulegen, sondern wirklich nur die Zehen oder den Fuß maximal bis zum Vorfuß einzusetzen. Legt man den ganzen Fuß beispielsweise auf ein Boulderdach, beansprucht das sowohl den Fuß als auch den Schuh sehr stark. Und mehr Kraft kann man dadurch auch nicht einsetzen.

Christian Riedel, bergleben.de

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